| Matthias Politycki - Weiberroman | |||||||||
Drei Frauen, drei
Städte, drei Lebensalter: die 70er und 80er Jahre als
Liebesgeschichte. Weiberroman, sagt Polityckis Romanheld
Gregor Schattschneider großspurig und kleinlaut und
erzählt sich, Kopf und Kragen riskierend, mitten hinein
in die Frage, die die Gemüter der Liebenden und
Geliebten seit je bewegt, irritierend, fasziniert: Warum
es so aberwitzig wunderbar und schrecklich zugeht
zwischen den Männern und Frauen.
Gemeinsam ist den drei Liebesgeschichten nur eines: sie gehen noch übler aus als von Schattschneider befürchtet. In schönstem Selbstbetrug schreibt er sie um, seine Katastrophen, und wir, die Leser, durchschauen seinen Arbeitstitel Weiberroman nicht nur als Maskerade, sondern merken sehr bald, was Schattschneider nicht bemerken wollte oder konnte: wie sehr sich dieser Selbstverhinderer vor seinem Glück versteckt, wie sehr er gelebt und geliebt hat, trotz allem. Schattschneiders Geschichte ist,
von ihm ganz und gar unbeabsichtigt, immer auch
Zeitgeschichte und erzählt mal staunend, mal
ironisch von Ostpolitik bis Mauerfall, von
Schlaghosen bis Kefir-Diät, von dem, was uns umgetrieben
hat in den "goldenen" 70er und 80er Jahren.
Darüber hinaus lesen wir seine Aufzeichnungen mit
dreifachen Vergnügen: als Buch der Liebesumwege, als
Hommage an drei Frauen und als Roman einer Epoche, in dem
die Stimmungen und Moden, die Musik, die Illusionen und
Aufbrüche zum Greifen nah sind. |
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