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Im Café
Heute im Café gesessen, sehr merkwürdig. Sehr seltsames Mädchen vor allem. Kam so rein,
guckt so rum, schielt so rüber und setzt sich ausgerechnet so dazu, obwohl noch viele
Tische freigewesen. Aufgemerkt! Das ist doch verdächtig. Was will die? Rutscht da auf
ihrem Stuhl und guckt mal raus mal rein, rückt so hin und her. Was soll das? Exaltiert?
Mann kann nie wissen. Nee, das kann man nicht. Das kann man nie. (à Ausarbeiten: Von der Unmöglichkeit zu
wissen, unter besonderer Berücksichtigung verdächtiger junger Mädchen und
Frauen? in Cafés
Abhandlung?, Essay?, Schmähschrift?,
?) Sie also
rutscht, guckt und rückt, und rückt schließlich sogar mit was Sprache raus: "Du
siehst aus wie Sherlock Holmes." Aha, will was. Sich ranmachen? Also:
"Stimmt." Sie grinst, ist verlegen, guckt raus und rein und sagt:
"Naja, die Pfeife und so
" Guckt rein und raus, ist verlegen, grinst. Die
will doch was:
Also abschmettern: ernste Mine, Bond-Tonfall, Augenbrauen
hochziehen: "Mein Name ist Holmes. (Pause.) Sherlock Holmes." Also, wenn
sie jetzt nicht genug hat!Aber sie: "Willst du mich
verarschen, oder was?" Klar! Also umstandslos weiter: "Privatdetektiv,
Beobachtungen und Recherchen aller Art, Ehescheidung in vier Wochen. Alles kein Problem.
Jeder Fall wird geprüft, Spesen gehen extra." Wenn Blicke töten könnten, wäre das
ein neuer Fall für Monsieur Maigret. Überaus liebenswert dieses kleine Ding. Ärgert
sich Tode, haßt auf den ersten Blick, kommt aber auch nicht weg. Der Capuccino steht
schon auf dem Tisch. Das wirds aber wohl nicht sein.
Und plötzlich: "Sag mal, kann ich bitte auf deinen
Platz?"
"Warum das?"
"Von dort kann man besser sehen."
Rausgeguckt. "Stimmt." Und nicht gerührt. Auf keinen Fall! Die spinnt wohl, und
zieht ne Flappe.
Einfach mal gefragt, warum sie unbedingt den Platz tauschen will. Und da erzählt sie mir
die ganze Geschichte
Die Sache begann, mich zu interessieren. |