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Romanschnipsel
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Wie entsteht ein Roman?
Hm.
Wie entsteht er nicht?
Indem man sich einfach hinsetzt und ins Blaue schreibt. Vielmehr: Auch das gehört dazu - als Initialereignis, als Primärvision, die keinerlei Aufschub duldet. Und früher oder später in einigen stichpunktartigen Sequenzen abbricht: den allerersten Ansätzen einer allerersten Gliederung …

Romanschnipsel

Was aber passiert dann?
Erst mal sehr lange nichts - schließlich "weiß" man zwar, was man im Großen & Ganzen schreiben will; wie das aber im Detail zu lösen sein wird, weiß man nicht. Statt dessen weiß es mitunter die sogenannte Mitwelt: indem sie Sätze oder sogar ganze Szenen liefert, die einem - jedenfalls in ebenjenem Moment, da man sie zufällig (mit-)hört, (mit-)erlebt - wie geschaffen scheinen für diesen oder jenen Gliederungspunkt des geplanten Romans. Aufgeschnappte Sätze, sicher, aber natürlich auch jede Menge eigner Sätze, die vom soeben Gehörten, Gesehenen angeregt wurden.

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All das wird, ohne jedwede stilistische Überarbeitungsambition, notiert und gesammelt und … ergibt schließlich einen ziemlichen Haufen an Romanschnipseln: das Rohmaterial des noch zu schreibenden Romans. Und dann? Werden ebenjene Schnipsel den entsprechenden Gliederungspunkten des Romanschemas zugeordnet.

Bei der anschließend erfolgenden Niederschrift - sozusagen einer bloßen Ausformulierung der Gliederung unter Zuhilfenahme der Notizen - zeigt sich zwar, daß längst nicht alle Schnipsel dort verwendet werden, wo sie zunächst vorgesehen waren, verwendet werden sie jedoch zu, sagen wir, 90 Prozent.

Wer also die Gliederung liest und die dazugehörigen Notizen, der kennt bereits 90% des Romans. Naja, vielleicht nicht 90%, aber doch eine ganze Menge. Anmerkungen des Autors