Sollte Literatur politisch engagiert sein?

Sollte Literatur politisch engagiert sein?Sechs Thesen zur World Writers’s Conference 17.-21.8.2012

erschienen/erscheint bei:

Edinburgh Book Festival, 17/8/12

Entstehungszeitraum: 13/08/2012

Leseprobe

1. Als ich 1987 mit meinem ersten Roman auf Lesereise ging, wurde ich bei der anschließenden Frage-Antwort-Runde von einem Zuhörer gefragt, wo denn der politische Aspekt bei dem Ganzen sei. Der Roman ging über die Farbe der Vokale, mit anderen Worten: er war so abgehoben experimentell, daß man ihn eigentlich gar nicht lesen konnte. Ich war Berufsanfänger und fragte entsprechend naiv zurück: Ob derlei denn auch bei dieser Art von Literatur notwendig sei? Es war damals ##immer## notwendig, so der herrschende Zeitgeist. Meine Verlegerin gab mir anschließend den Rat, auf solche Fragen fortan zu antworten, daß alles politisch sei, was man denke und schreibe, alles. Damit hätte ich in Zukunft keine Probleme mehr. Ich hielt mich an ihren Rat und hatte keine Probleme mehr.
2. Dann fing ich an, Essays zu veröffentlichen, die ##tatsächlich## politische Fragen behandelten (…)