Im Schatten der Schrift hier

Im Schatten der Schrift hierZweiundzwanzig Gedichte (1/4/87)

erschienen/erscheint bei:

Weismann (Kunstmann), 9/88
vergriffen; zu beziehen über Warmbronner Antiquariat Ulrich Keicher, Postfach 7044, 71216 Leonberg, Tel. 07152/72195, U.Keicher@t-online.de

56 Seiten
ISBN 3888970334
Englische Broschur
Fadenheftung

Entstehungszeitraum: 19/05/1988

Weitere Formate und Veröffentlichungen


E-Book "Im Schatten der Schrift hier"
Im Schatten der Schrift hier

Als E-book am 22.7.2013 erschienen bei Hoffmann und Campe
Dateigröße: 248 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 32 Seiten
€ 5,99



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Über das Buch

Wie in seinem Roman AusFälle/Zerlegung des Regenbogens geht es Politycki auch in seinen Gedichten um das Erfinden und Nachahmen, das spielerische Entwerfen von Welt-Bildern und Bilder-Welten, um Illusionszauber, Kulisse und Inszenierung, zugleich aber hören wir den Autor im Soufflierkasten die Stichwörter rufen und werden unsanft aus dem Bild, dem Traum, dem schönen Schein geworfen – um, staunender noch, die handwerkliche Gediegenheit, das Gemachte der Illusion zu bewundern.
Skepsis gegen die Verführungen der Sprache und Lust an der sprachlichen Verführung sind für Politycki eins, und in den Gedichten kommen sie auf hinterhältige Weise einträchtig daher wie’s doppelte Lottchen: zum Verwechseln ähnlich.
So phantasievoll, doppelbödig und spielerisch ist in der deutschsprachigen Poesie lange nicht mehr gefragt worden: Sind’s Gedichte oder ist’s das Leben selber?

Inhalt

Ende der Geniezeit
· Die Schule der Geläufigkeit
· Ein gewisser Eichendorff bläst den Blues von der prästabilierten Harmonie
· Fliederrausch
· Sommernachtstraum
· Der klassische Liebhaber
· Der zweite Glücksversuch
· Triadischer Halbschlaf: Abendgedicht
· Theorie des romantischen Gedichts
· Alles oder Nichts (I)
· Wetternachhersage (II)
· Rondo
· Epigonales Meeresleuchten
· Das Bein im Gedicht
· Nacht, neunzehn Zeilen, sie wird
· Ceci n’est pas une pipe
· Das Sagbare und das Unsägliche. Herbst.
· Über naive und sentimentalische Dichtung (I)
· Nicht die Sonne die Angst vor der Sonne baut sich Schatten (II)
· Und ein Flirren darin
· Fata Morgana (I)
· Mittags-Mandala (II)

· (Samarkand…)

Leseprobe

Das Bein im Gedicht

Als stummer Scherenschnitt in meinem Zimmer
steht sie noch in der Tür mit einem Bein im Leben
– von mir. – Dann wendet sie sich ab und mein Geschick
verläßt mich, bis auf weiteres, für immer.

Noch eine Strophe wird ihr Schritt gewähren
noch einen Jambus echolang verhallen letztes Unterpfand
– von ihr. – Ich aber Worte werde wüten gegen eine Wand
aus schallverschluckendem Papier.

Pressestimmen

„kein Sichverbeißen in die Geheimgänge und Irrwege des Romans, keine Arbeit, sondern ein schwebendes, wunderleichtes Flirren darin, im Schatten der Schrift ereignet sich die romantische mystische Erweckung.“
(Joachim Gaertner, Bayerischer Rundfunk/Kultur aktuell, 20/10/88)

„Gedichte von bemerkenswerter Perfektion“
(Markus Pauly, Göttinger Zeitung, 31/1/91)

„Der Leser wird geschickt in eine Traumwelt entführt, um hinterrücks wieder mit bloßen funktionalisierten Worten überfallen zu werden.“
(Prinz, Nr.2/91)

„von (…) eminent modernem Problembewußtsein durchdrungen“
(Thomas Kempf, Süddeutsche Zeitung, 17/5/89)

„Gewiß ist es nicht neu, wenn Politycki die klassischen Illusionsprinzipien liquidiert und Gesten der Selbstbeschreibung des Gedichtes in dessen Mittelpunkt stellt; neu ist aber die Art und Weise, in der das geschieht. Genuin ist vor allem der Ernst hinter dem Spiel der poetischen Spiegelfechterei (…))
(Friedhelm Rathjen, DIE ZEIT, 18/11/88)

„Indem Politycki die dokumentierend-sozialkritische Phase der deutschen Literatur bewußt ignoriert, zeigt er tatsächlich eine neue lyrische Möglichkeit auf, die nicht ‚raunzt und orakelt‘ und sich vom üblichen ‚S-Bahn-Gefasel‘ fernhält.“
(Erich Pawlu, Donau-Zeitung, 25/3/92)

Video: Sommernachtstraum

© Hoffmann und Campe Verlag, Bettina Hirschberg/Harry Düll

Gesang, Klavier, Keyboard, Komposition: Bettina Hirschberg
E-Gitarre, Arrangement: Harry Düll