Erzählungen

Der Mann, der ein Bär war

Safari mit Paul

Die beiden Taten des Bocks

Der Mann, der ein Hund war

Also der Russe

Jenseitsnovelle (Taschenbuchausgabe)

Meine Reise zum Tadsch Mahal


»Schönheit
hat immer recht«

Meine Reise zum Tadsch Mahal

Meine Reise zum Tadsch Mahal

erschienen/erscheint bei:

Erscheint am 5.11.2018
bei Hoffmann und Campe

160 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-455-00536-3
€ 18,00 (D), 20,60 (A), CHF 26,90 (CH)




Entstehungszeitraum: 22/12/2016 - 18/08/2018

Weitere Formate und Veröffentlichungen


Auszugsweise veröffentlicht u.d.T. "You are Hindu!" (Erzählung/SWR2, 10/5/18), "Mythos Tadsch Mahal" (DIE WELT, 1/12/18), "Freie Sicht aufs Tadsch Mahal" (Berliner Morgenpost, 25/11/18, Hamburger Abendblatt, 1/2/18), "Auf kleinen Umwegen zur freien Sicht aufs Tadsch Mahal" (Westfalenpost, 1/2/18).

Als er zum ersten Mal das Tadsch Mahal sieht, ist Matthias Politycki überzeugt, gerade vor dem schönsten Gebäude der Welt zu stehen. Aber woher nimmt er diese Gewißheit? Die Frage wird zum Ausgangspunkt einer weiteren Reise zum Tadsch Mahal. Mittlerweile ist es eines der Top-Touristenziele, täglich wird es von bis zu 80.000 Menschen besucht. Wie kann man in einem derartigen Trubel dem Geheimnis der Schönheit auf die Spur kommen? Und welche Abenteuer muß man riskieren, um am Ende wieder mit dem Glück der reinen Anschauung beschenkt zu werden?

Zusammen mit seinem indischen Freund Sanjay begibt sich Politycki auf eine Reise weit hinter die Kulissen Indiens. Selbst wenn die beiden Jodhpur besichtigen, die blaue Stadt am Rand der Wüste, oder den berühmten Palast der Winde in Jaipur, nähern sie sich immer auch auf unausgetretenem Pfad. Straßenimbisse im Basar und Besuche beim Barbier wechseln ab mit Erkundungen eines Maharadscha-Palastes oder der winzigen Werkstätten der Marmorschneider. Es sind diese Annäherungen an den indischen Alltag, die den großen Horizont aufschlagen, in dem das Tadsch Mahal erst wirklich sichtbar wird. Und auch die berühmte Geschichte der romantischen Liebe erzählt werden kann, die sich darum rankt – neu und anders erzählt, als man sie in der Regel kennt, denn Politycki hat dazu nicht nur die offiziellen Hofchroniken gelesen, sondern auch die Zeugnisse europäischer Reisender, die ganz anderes berichten. Und plötzlich erscheint das Tadsch Mahal in einer Perspektive, in der man es zuvor noch nie gesehen hat.

Unzählige Male reiste ich zum Tadsch Mahal. Anfangs am Tag, bald auch des Nachts, ich stand nach dem Zubettgehen einfach wieder auf und puzzelte weiter. Genausooft fuhr ich in diesen Nächten nach Paris und New York, doch das waren für mich nur Zwischenstationen. Immer schüttete ich alle drei Puzzles auf dem Teppichboden zusammen, das ergab einen Haufen von 1500 Teilen. Die Straßenszene in Saint-Germain und die Wolkenkratzer von Manhattan wuchsen im Schein einer kleinen Leselampe zwar ebenso schnell oder langsam heran, aber mein Eifer galt allein dem Tadsch Mahal. Ich fand es so unvorstellbar schön, daß ich mir nicht ganz sicher war, ob es tatsächlich existierte. Allenfalls als Luftschloß oder so weit weg, daß man nicht mit dem Zug oder Flugzeug hinkommen konnte, sondern bloß durch Träumen.
Genau besehen träumte ich nicht mal. Ich puzzelte nur, von einer fieberhaften Rastlosigkeit getrieben, mit halbem Ohr auf Geräusche lauschend. Die Holztreppe, die in den ersten Stock unsres Hauses hochführte, knackte bei jedem Schritt, ich kannte ihre Stufen und wußte, wann ich das Licht ausschalten mußte. Dann saß ich eine Weile im Dunkeln, ließ meine Eltern passieren, wartete sicherheitshalber, bis sie aus dem Bad und endgültig im Schlafzimmer waren. Augenblicklich ging es genau dort weiter, wo ich unterbrochen hatte, mit derselben unermüdlichen Zielstrebigkeit. Erst wenn das letzte Teil seinen Platz gefunden hatte – irgendein Stück des wolkenlos blauen Himmels überm Tadsch, der stets bis zum Schluß übrigblieb –, erst wenn Kuppeln und Minarette und auch der strahlende Himmel darüber in voller Pracht auf dem Teppich vor mir lagen, kam ich zur Ruhe.
Wenn man gelegentlich hört, daß die Kindheit ein Paradies sei, dann denke ich an jene Momente, da alles als getan gelten durfte und erneut in seiner unglaublichen Schönheit bestätigt: Ich regte mich nicht mehr, dachte nichts, wollte nichts, vermißte nichts, war einfach nur da. Und schaute hin.

***

Als ich 1997 zum ersten Mal nach Indien aufbrach, beschränkte ich mich auf den Süden, vielleicht wollte ich das Tadsch sogar bewußt vermeiden. „Die meisten großen Enttäuschungen im Leben beginnen mit einem Traum“, schreibt Paul Theroux. Indem ich meinen Traum nicht gleich bei der ersten Gelegenheit an der Realität überprüfte, konnte ich ihn weiterträumen – und zunächst, so redete ich mir ein, die Rahmenbedingungen des Traums kennenlernen: den indischen Alltag. Über den in meiner Jugend derart wilde Gerüchte kursierten, daß ich dann fast erleichtert war, wie normal und mitunter geradezu beschaulich es in Südindien tatsächlich zuging.
Der Weg zu unserm Sehnsuchtsort ist nicht selten eine Aneinanderreihung von Umwegen. Manchmal sind sie so voller überraschender Wendungen und neuer Verlockungen, daß ein Leben nicht ausreicht, unsern Ort zu erreichen. Immer sind sie – auch – voller Enttäuschungen; irgendwann glaubt man, gegen jede weitere Enttäuschung auf Reisen gewappnet zu sein. Dann ist es höchste Zeit, sich seinem Traum zu stellen, will man ihn nicht nur noch als Zyniker erleben. Ich war fünfzig, als ich im Juli 2005 endlich zu einer Reise nach Nordindien aufbrach, an deren abschließender Höhepunkt das Tadsch Mahal eingeplant war. Rajasthan entpuppte sich schnell als ein ganz anderes und weit anstrengenderes Land als Kerala und Tamil Nadu im Süden; ein Glas Bananen-Lassi oder gesalzener Limonensaft ab und an reichte nicht aus, um sich davon zu erholen. In Mandawa waren die Straßen vor den alten Havelis vom Monsun überschwemmt, nachts schrien Pfaue. Die Straße nach Bikaner verschwand immer wieder unter Sandverwehungen. Im Rattentempel von Deshnok herrschte ein unglaubliches Gewusel um die Milchschalen, die von den Pilgern permanent neu aufgefüllt wurden. Und plötzlich war Schluß, ich mußte die Reise abbrechen und so schnell wie möglich heim.

***

Erst im April 2007 kam ich in Agra an. Es war der absurdeste Kurztrip meines Lebens. Im Rahmen eines dreitägigen Ausflugs, der während meiner Fahrt als Writer-in-non-residence auf der MS Europa angeboten wurde, flogen wir von Cochin nach Delhi, nahmen frühmorgens den Zug nach Agra, hatten zwei Stunden Zeit fürs Tadsch Mahal, fuhren zurück nach Delhi und anderntags weiter nach Bombay, um wieder an Bord unsres Schiffes zu gehen. Welch ein Aufwand an Geld, Zeit und Organisation für so wenig Tadsch Mahal, könnte man meinen. Natürlich wäre ich unter normalen Umständen niemals auf diese Weise gereist. Doch die Umstände auf einer Kreuzfahrt sind nicht immer normal. Und gerade deshalb kam ich nun dorthin, wohin ich es in eigner Regie nie geschafft hatte.
Als ich das Tadsch, das real existierende Tadsch, zum ersten Mal sah, wußte ich fast nichts von seiner Bau- noch von der Liebesgeschichte, die es erzählt. Wie vor Jahrzehnten als Kind sah ich nur einfach hin. Sah mit der Gier dessen, der sich den Anblick so tief wie möglich einprägen möchte, weil er bereits innerhalb eines Sekundenbruchteils überzeugt ist, den Rest seines Lebens keinen vergleichbaren Anblick zu erhaschen. Das weitläufige Geviert des Gartens – an seinem Ende silhouettenhaft das Mausoleum mit seinen Kuppeln und Minaretten, als wäre es auch in Wirklichkeit ein bloßes Bild ohne konkrete Tiefendimension – lag so selbstverständlich vor mir, als hätte es hier seit Ewigkeit auf mich gewartet, ein letztes auf Erden verbliebenes Stück vom Paradies.
Ich empfand alles andre als interesseloses Wohlgefallen. Nie zuvor hatte ich ein dermaßen weißes, ein dermaßen reines Gebäude gesehen. Es hätte mich nicht gewundert, wenn es sich vor meinen Augen von allem Irdischen gelöst und in den Himmel emporgehoben hätte, es war ohnehin nicht von dieser Welt. Irgendwann wurde mir bewußt, daß mir die Zeit davonlief, wenn ich mehr davon sehen wollte als das, was ich als Kind gesehen hatte. Sogleich wurde ich vom versunken Schauenden zum Getriebenen, wollte schnell noch jede seiner Marmorplatten berühren, über jedes seiner Blumenornamente streichen, um mich ihrer zu versichern. Schließlich rannte ich kreuz und quer durch den Garten, um nur ja keine Perspektive zu versäumen.
Das Schöne überzeugt auch den, der keinerlei ästhetische Kriterien an der Hand hat. Es wirkt unmittelbar auf die Anschauung, zwingt zur Bewunderung, ehe der Geist mit dem sukzessiven Begreifen beginnt. Selbst für einen wie mich, der ohne jede Vorbereitung den Abstecher zum Tadsch Mahal gemacht hatte, war es auf den ersten Blick in seiner Bedeutung zu erkennen. Der Traum, den ich seit meiner Kindheit geträumt hatte, war in Erfüllung gegangen. Enttäuscht wurde ich dabei nicht, im Gegenteil: Das konkrete Tadsch schlug sämtliche Fotos, die ich im Verlauf der Jahrzehnte zu sehen bekommen hatte, schlug sie um Längen – sogar dasjenige, das ich beim Puzzeln so verehrt hatte. Schon auf der Rückfahrt nach Delhi glaubte ich, nichts Geringeres als das schönste Gebäude der Welt gesehen zu haben.

[…]

„eine zauberhaft schlaue Liebeserklärung“
(Brigitte 12/2020, 20/5/20)

„Die Entdeckerfreude und Belesenheit des Autors sind so bewunderswert wie die Versiertheit, mit der er unterschiedlichste Themen aneinanderreiht, ohne jemals oberflächlich zu werden.“
(Wilhelm Hengstler, Die Presse, 18/5/19)

„Weniger eine Reiseerzählung als eine Liebeserklärung“
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21/2/19)

„Politycki wäre nicht der Hinter-die-Kulissenblicker, der er ist, wenn er sich mit einem Postkartenmotiv zufriedengegeben hätte. […] Er bewegt sich auf unausgetretenen Pfaden, schaut in den Alltag, beobachtet Menschen und öffnet so den Blick des Lesers auf ein so faszinierendes wie befremdliches Indien, wie man es so noch nie gesehen hat.“
(Hellmuth Opitz, Buch des Monats/Bielefelder, Februar 2019)

„[Politycki] schafft es, das Tadsch Mahal und seine Bedeutung besser in der indischen Gegenwart zu verorten. Mithilfe von uralten Palastchroniken und den überlieferten Berichten europäischer Reisender gelingt es ihm zudem, die Geschichten hinter dem nahezu makellos erscheinenden Gebäude zu erzählen.“
(Andreas Ufen, EKZ Bibliotheksservice, 7/1/19)

„Das Architekturwunder bildet den Auslöser für die Auseinandersetzung mit vielen Aspekten eines immer noch widersprüchlichen Landes und nicht zuletzt mit der eigenen Wahrnehmung.“
(abenteuer + reisen, 1-2/2019)

„Ein inspirierender Text voll kluger Einsichten, nie geschwätzig, nie kitschig – eine Mischung aus persönlicher […] Liebesgeschichte, philosophischem Pilgerjournal und Lob der Schönheit.“
(Nicole Strecker, Mosaik/WDR3, https://www1.wdr.de, 19/12/18)

„Ein Reisebericht für Indienfans und alle, die es werden wollen.“
(Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung, Süd-West-Presse, Ludwigsburger Kreiszeitung, Neue Württembergische Zeitung, Bietigheimer Zeitung, Alb Bote Münsingen, 9/12/18)

„gibt tiefe Einblicke in die indische Kultur“
(Die Rheinpfalz, 9/12/18)

„Warum mag ich Politycki? Er ist ein feiner Beobachter, und ähnlich wie Paul Theroux, auch ein Romancier. […] Es hilft zudem, und auch deshalb mag ich den Autoren und seine Reise zum Tadsch Mahal, einen intellektuellen Blick und geschulten Wissensstand einbringen zu können.“
(Dirk Loew, https://planetenreiter.de, Nov. 2018)

„Man sieht und man liest in diesem Buch ganz klar: Reisen ist auch eine politische Haltung.“
(Claudia Dichter, WDR5 Scala, 5/11/18)

„eine gänzlich ungewohnte Perspektive auf den Tadsch Mahal“
(Annette Mahro, Badische Zeitung, 3/12/18)


«Niemand sonst
hat vermutlich ein
größeres Recht, über
das Wesen des Reisens
zu schreiben als
Politycki, allein schon
deswegen nicht, weil
es für ihn keine Freizeit-
beschäftigung ist,
sondern Droge, Lebens-
elixier, Grundnahrungs-
mittel in einem.»

Jabob Strobel y Serra, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Freischwimmer

Freischwimmer

FreischwimmerDrei Erzählungen

erschienen/erscheint bei:

Svato Verlag. Hamburg 2011.

Mit elf farbigen Linolschnitten. Der Text wurde aus der Helvetica 12 Punkt halbfett als Maschinensatz im Museum der Arbeit in Hamburg gesetzt und, wie auch die Originalgrafiken, von Svato Zapletal persönlich an einer Andruckpresse gedruckt. Das Buch erscheint in einer Gesamtauflage von 72 Exemplaren, wovon 62 Exemplare in den Handel gelangen. Bindung Atelier Krupka. 52 Seiten.

Ausgabe A – als Luxusausgabe – zwölf römisch nummerierte Exemplare (I-XII) sind auf 230g handgeschöpftem, blau getöntem Krupka-Bütten (mit einem Wasserzeichen des Svato Verlages) gedruckt. Text dunkelblau gedruckt, Hochformat 21 x 30,5 cm. Franzband in dunkelblauem Oasenziegenleder, farbig bedruckt, mit Prägung. Buchblock berauft, unten mit Büttenrand. Diesem Band liegen eine Zusatzgrafik und eine Originalzeichnung sowie eine der Linolplatten bei. Alle Grafiken im Blatt signiert und numeriert. In einer farbig gestalteten Kassette.

Ausgabe B – als Normalausgabe – 60 Exemplare, arabisch numeriert von 1 bis 60, sind auf 170 g Excudit-Karton gedruckt. Text dunkelblau gedruckt, Hochformat 21 x 29 cm, Schnitt berauft. Blauer Leinenband, farbig bedruckt, mit Prägung. Alle Bücher im Druckvermerk numeriert und von Svato Zapletal signiert. Im Pappschuber.

Subskriptionspreis bis zum 30. 10. 2011:

Ausgabe A -€ 670; danach € 720
Ausgabe B -€ 270; danach € 310

Entstehungszeitraum: 15/03/2011

Übersetzungen

japanisch (japanisch/日本語) 

Es freut mich, einen der Protagonisten der neuen deutschen Literatur für mein neues Buchprojekt gewonnen zu haben. Es liegt nun fertig vor. Politycki hat Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays sowie Hörbücher publiziert und gilt als Weltreisender unter den deutschen Autoren. Bekannt wurde er vor allem durch seinen Weiberroman, seine Kreuzfahrtsatire In 180 Tagen um die Welt und die Jenseitsnovelle. Politycki propagierte immer wieder eine „Neue Lesbarkeit“ der Deutschen Literatur und löste damit eine breite Feuilletondebatte aus.
Die drei Erzählungen in diesem Band drehen sich um das Thema Wasser; dies im weitesten Sinne, denn die erste Erzählung, Die Visitenkarte, beschreibt eher lakonisch zwei Tage eines einsamen Mannes in Key West (Hemingways zeitweiliger Wohnort!), in nichts den besten amerikanischen Shortstorys nachstehend. Die letzte der drei Erzählungen Freischwimmer beschreibt den seltsamen Leseabend des M. P. – hier ist der  „eminente Humorist“ („Die Zeit“) ans Licht der Selbstpreisgabe getreten…

Die Visitenkarte

Es war meine letzte Fahrt, die ich für Kevin Brown Inc. machen sollte, ich hatte ein paar neue Spinn- und Pilkruten im Programm, die keiner nehmen wollte, und da sich auch kaum einer für die „Triple XXX Heavy Spin Catfish II“ interessierte, weil die „I“ unter den Bootsruten ohnehin nicht kleinzukriegen war, kam ich mit meiner Tour viel zu schnell voran. Siebenundzwanzig Jahre lang hatte ich auf dieser Strecke meine größten Erfolge gefeiert, auf den Keys angelt schließlich fast jeder; daß man dort neuerdings mehr Geld mit Rum Runners machte und Slips mit Aufdruck „Welcome! Open 24 hours“ nahm ich als Zeichen, daß es jetzt wirklich an der Zeit war aufzuhören. Es war kurz vor Weihnachten, als ich Key West erreicht hatte, das Ende des Highways No. 1, und weil dort mittlerweile auch der alte „Captain Bob“ geschlossen und „Bud ’n’ Mary’s Fishing Marina“ zur Konkurrenz gewechselt hatte, hätte ich nicht mal groß einpacken müssen, um auf der Stelle umzudrehen und nach Hause zu fahren.

Aber warum tat ich es nicht? Es war ein Freitag, ein 22. Dezember, zwei Tage vor Heiligabend; ich stand auf dem Steg am Yachthafen und las die Schilder, die zum Hochseeangeln aufforderten. Draußen ein paar vereinzelte Schaumköpfe, der Wind ein mäßiger Ostnordost, vielleicht Drei, höchstens Vier, die Yachten klackerten. Weil mir nichts anderes einfiel, ging ich ins „Sloppy Joe’s“ und sah den Touristen zu, wie sie sich ihre Key-West-Kappen und -T-Shirts zeigten; und weil es mir dort irgendwann zu lärmig wurde, zog ich weiter in die Greene Street, in eine Kneipe, die sich „Captain Tony’s Saloon“ nannte. Ein trüber Holzschuppen, erstaunlich schäbig für diese Stadt, rund um einen mächtigen Baumstamm gebaut, dessen Krone sich im ersten Stock des Gebäudes ausbreiten mußte, wenn alles mit rechten Dingen zuging. An die Stützbalken hatte man Nummernschilder genagelt, von den Deckenverstrebungen baumelten hunderte von BHs, beige, rot, weiß, schwarz, violett, das Gebälk rund um den Tresen war nahezu vollständig mit kleinen Zetteln und Karten zugepinnt, und früher, als das Geschäft noch lief, wäre ich sofort wieder rausgegangen.

Es war einer dieser lauen Dezembernachmittage, jeder, der ein Quadrobike besaß, knatterte damit durch die Stadt, kaum einer, der ausgerechnet an diesem Tresen haltgemacht hätte. Der Rest des Schuppens verschwand im Dämmer, es roch so, als habe man hier seit Jahrhunderten Bier getrunken, verschüttet, ins Holz hineingewischt, womöglich direkt am Baumstamm abgeschlagen. Die Flasche kostete vier Dollar, in einer Ecke spielte jemand Gitarre und sang dazu. Ich saß auf einem Hocker, dessen Sitzfläche mit „Dustin Hoffman“ beschriftet war, die leeren Hocker neben mir mit „Al Pacino“, „Marlon Brando“ und „Robert de Niro“. Auf einem Regal mehrere Hemingway-Büsten, angeblich war der „Saloon“ seine Stammkneipe gewesen, als er noch „Sloppy Joe’s“ hieß. […]

Jenseitsnovelle

Jenseitsnovelle

Jenseitsnovelle

erschienen/erscheint bei:

Hoffmann und Campe Verlag, 14. September 2009

128 Seiten, gebunden
€ 15,95
ISBN 978-3-455-40194-3



Entstehungszeitraum: 18/09/2007 - 24/03/2009

Weitere Formate und Veröffentlichungen


Jenseitsnovelle (Taschenbuchausgabe)
Jenseitsnovelle (Taschenbuchausgabe)

Goldmann, München, 14.2.2011


Broschur, ca. 128 Seiten,
11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-47363-2
€ 7,99 [D] | € 8,30 [A] | CHF 14,50

E-Book "Jenseitsnovelle"
Jenseitsnovelle

Als E-Book erschienen am 1.9.2009 bei Hoffmann und Campe
Dateigröße: 438 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 126 S.
€ 7,99



Kindle-Edition bei amazon.de: http://www.amazon.de
EPUB bei buecher.de: http://www.buecher.de
iTunes: http://itunes.apple.com


E-Book "Next World Novella"
Next World Novella

Als E-Book erschienen am 1.11.2011 bei Peirene Press
Dateigröße: 368 KB
Seitenanzahl der Print-Ausgabe: 144 S.
€ 7,02



Kindle-Edition bei amazon.co.uk: http://www.amazon.co.uk
Kindle-Edition bei amazon.de: http://www.amazon.de
iTunes: https://itunes.apple.com


Hörbuch "Jenseitsnovelle"
Jenseitsnovelle

RADIOROPA Hörbuch


Ungekürzte Autorenlesung
ISBN 9783836805438
Sprecher: Matthias Politycki und Nina Petri
3 CDs und 1 DAISY-MP3-CD
€ 14,95
Bestellen bei amazon.de
Zum Download bei audible.de
Bestellen bei buecherknecht.de (All of Politycki)

Am Morgen vorgelesen auf NDR Kultur, 9.-17.11.09

Hinrich Schepp ist unter die Sehenden geraten. Nach Jahrzehnten starker Kurzsichtigkeit möchte er nun endlich auch den Frauen und ihrer grandiosen Unbegreiflichkeit auf den Grund kommen. Umso mehr, als er in seiner Stammkneipe eine verführerische Schönheit an der Bar beobachtet, die – für einen Schepp entsetzlich verwerflich und glücksverheißend zugleich – von ihrer Begleiterin erst geküßt, dann sogar in den Hals gebissen wird. Sein Leben gerät endgültig in Schieflage, als ebenjene Frau wenig später in seiner Kneipe wieder auftaucht – als Bedienung. Aber was hat das alles mit den Notizen seiner Frau Doro zu tun, die er eines Morgens auf dem Schreibtisch findet? Und was mit dem dunklen kalten See, in den die frisch Verstorbenen laut Doro alle hineinmüssen, um darin ein zweites Mal zu sterben?
Ein Tag ohne Gnade zwischen Mann und Frau. In einer Novelle von bedrückender Dichte erzählt Matthias Politycki das Glück und das Unglück der Liebe und wie der Tod all ihre Gewißheiten zunichte machen kann. Eine atemlose Reise in die Abgründe von Treue und Betrug, das Drama einer Liebe in unserer Zeit.

Wenn nur der Geruch nicht gewesen wäre! Als ob Doro vergessen hatte, das Blumenwasser zu wechseln, als ob die Stengel über Nacht zu faulen angefangen hatten und der Luft nun ein süßsaures Nebenaroma beimischten. Schepp witterte es auf der Stelle, dieses dezent Andere, das ihn inmitten des Gewohnten erwartete und den Morgen auf eine zarte Weise in Schräglage brachte. Vom gegenüberliegenden Ende seines Zimmers flutete freilich auch heute der Herbst herein und verwandelte jeden Gegenstand in etwas gelbgold oder rotbraun Schimmerndes – die Chaiselongue im Eck ein einziger zerlaufener Farbfleck –, man würde ein Fenster aufmachen müssen, um all das Licht wieder hinauszulassen, später. Schepp stand, blinzelte in seine sanft ihn umfließende Welt aus Stuckleisten- und Tapetenornamenten, Bücherwänden, seidenbezogenen Sitzmöbeln; indem er dem Verlauf der Haare quer über die Glatze hinterhertastete, durfte er sich versichern, daß er ein glücklicher Mensch war.
Nicht zuletzt im Hinblick auf Doro, deren hochgestecktes Haar er über der Lehne des Schreibtischsessels ausgemacht hatte, ein schwarzsilbern changierender Klecks, seitlich versetzt auch ein Stück des Kimonos, den sie so gern trug, wenn sie auf seinem Platz saß und korrigierte, was er am Vortag geschrieben. Jedenfalls seitdem die Kinder aus dem Haus waren, schließlich hatte sie ein wenig zurück in ihren Beruf finden wollen; und ihm war es gerade recht gewesen, ging er doch nicht nur spät zu Bett, sondern stand entsprechend spät am Vormittag auf. Wenn Doro dann überm Korrigieren wieder eingeschlafen war und sich so schräg zwischen Tisch und Sessel festgeklemmt hatte wie heute, schüttelte er nicht selten den Kopf, weil er all das mit Worten gar nicht hätte fassen können.
Aber merkwürdig, so regelmäßig er sie früher hier gefunden, seit seiner Operation hatte er doch so gut wie nichts mehr geschrieben, gab es eigentlich auch nichts mehr zu korrigieren? Ich träume ja noch, redete er sich ein, als er seine Schritte sachte ins Fischgrätmuster des Parketts hineinsetzte, der Sonne und dem Schreibtisch und Doro und der Bodenvase mit den faulenden Gladiolen entgegen.
Bevor er ihr einen Kuß auf den Hals hauchte, er hatte sich wie ein Frischverliebter herangeschlichen, einzelne Parkettstäbe knarrten ein bißchen und irgendwo summte eine Fliege, aber auch das klang ihm vertraut und heimelig, bevor er sich zu Doro hinabbeugte, zu ihrem kleinen Leberfleck am Halsansatz, den er so gut kannte – gleich würde sie erschrecken und ihn halb empört, halb zärtlich von schräg unten anblicken –, registrierte er sekundenbruchteilhaft auf dem Schreibtisch: einen Stapel Papier, ihre Lesebrille, eine Schachtel Aspirin, ein umgestürztes Wasserglas, einen dunklen Fleck im Ledereinsatz der Schreibplatte, daneben den Füller; wieder einmal hatte sie vergessen, die Kappe aufzuschrauben. Schon wollte er hingreifen, da fiel ihm, er träumte wohl doch nicht mehr, der gestrige Abend ein, die neue Bedienung, die ihm ein solch anhaltendes Lächeln geschenkt hatte, als er ging. Schepp stand direkt hinter dem Sessel, in dem Doro so still hing, nur die seitlich angebrachte Kopfstütze hatte sie vor dem Abkippen bewahrt, und kostete dies Lächeln ein paar Sekunden lang aus. Ja, Hinrich, griente er dorthin, wo er einen letzten Widerschein des gestrigen Abends wähnte, mit deinen Fünfundsechzig bist du noch immer einer, dem sie nachschauen, die Damen. Dann beugte er sich zu Doro hinab. Wieder schlug ihm der Geruch entgegen, ganz und gar fremd jetzt in seiner Süßlichkeit, mit einer Beimischung von Schweiß und Urin und – er schrak zurück, riß den Mund auf.
Verschluckte sich, schnappte nach Luft.
Wie er um den Tisch herumgekommen war, wußte er nicht, mit beiden Händen hielt er sich daran fest, wagte kaum, den Kopf zu heben. Doro? Mit gelösten Gesichtszügen saß sie vor ihm, von völliger Ruhe umgeben, die Haut ganz grau. Der linke Mundwinkel hing ihr leicht herunter und ein Speichelfaden daran; dort, wo er am Kinn auftraf, war er angetrocknet. Ihre Lippen leicht geöffnet, im Mundwinkel lag etwas dick und unbeholfen die Zunge. Am schlimmsten allerdings ihre Augen, bis auf einen Spalt geschlossen, man sah das Weiße des Augapfels und den Ansatz der Iris, als hätte sie im letzten Moment noch die Unterlider herabgezogen.
Ich verstehe das nicht, verstand Schepp.
Es ist nicht wahr, beschloß Schepp.
Alles wird wieder gut, versicherte sich Schepp und wurde gleichzeitig von einer Gewißheit ergriffen, daß es ihn würgte (…)

„dicht und klangvoll erzählt (…), eine vertrackte Liebeserklärung an die Liebe“
(Henning Bothe, Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband, http://www.fachverband-deutsch.de, 6/6/12

„ein meisterliches Buch“
(K. Korell, Sylter Rundschau, 31/7/10)

„Der Text liest sich ganz leicht (…), alles fügt sich bruchlos ineinander (…). Welche Absicht dahinter steht, enthüllt Matthias Politycki auf den letzten fünf Seiten in einer spektakulären Schlußwendung.“
(Klaus Rudloff, SWR 2, 12/7/10)

„Eine unglaubliche Liebesgeschichte, die den Leser unheimlich, und zwar in jeder Beziehung, vom Anfang bis zu ihrem – überraschenden – Ende in ihren Bann zieht.“
(Jens Sparschuh, Der Tagesspiegel, 29/5/10)

„In den eleganten, manchmal durchaus verspielten Sätzen Matthias Polityckis schwingt eine unglaubliche Melancholie mit. Er greift das Thema mit dem notwendigen Respekt auf, wirkt dabei aber keineswegs todernst. Im Gegenteil: Mit seinem subtilen Humor verleiht er seinem Protagonisten Hinrich Schepp eine fast schon beängstigend brillante Schärfe in dessen angestauter Hilflosigkeit, die sich nirgends mehr entladen kann. Gleiches für die tote Ehefrau Doro: Während sich die Leichenflecke auf ihrem Körper breit machen, während sich eine Fliege vom süßlichen Geruch angezogen fühlt, der Doro umgibt, hallt ihre Stimme in Form der Korrekturen mächtig durch das Wohnzimmer und sorgt dafür, daß man die Novelle erst wieder aus der Hand legt, wenn die letzte Seite beendet wird. Und dann wird es plötzlich furchtbar still um einen herum.“
(Andreas Schneider, Das Wortreich/http://community.daswortreich.de, 24/5/10)

„In dieser mit altmeisterlicher Kunst und experimenteller Lust komponierten Novelle erzählt Politycki mit trauriger Empathie und hintergründigem Humor die Geschichte einer Gelehrten-Ehe.“
(Aus der Begründung der Jury, Preis der LiteraTour Nord 2010, 15/4/10)

„Das Buch schlägt einige Haken, mit denen kein Leser rechnet. (…) Sprachlich besticht Polityckis Jenseitsnovelle durch Stringenz und Genauigkeit, die Bilder werden klar und brillant vermittelt. (…) Man liest das Buch mit seinen 128 Seiten ohne auch nur einmal abzusetzen.“
(Armin Steigenberger, www.berlinerliteraturkritik.de, 24/3/10)

„eine bizarre wie intensive Beziehungsgeschichte, in Polityckis typisch sarkastischem Ton erzählt“
(Wolfgang Rumpf, Gesprächszeit/Radio Bremen, 14/3/10)

„Matthias Politycki’s ambitious novella shows there is still life in this classic genre.“
(Elizabeth Powers, World Literature Today/Univ. of Oklahoma, März/April 2010)

„Ein beklemmendes, düsteres Buch – die minutiösen Beschreibungen des Umgangs mit der Toten, die unumstößliche Gewißheit, daß der Tod keine nachträglichen Erklärungen zuläßt, stimmen traurig. Meisterlich strukturiert – ein Buch, das einem ungemein komplizierten Muster folgt und sprachlich nicht zu überbieten ist.“
(Barbara Rieder, Österreichisches Bibliothekswesen/biblio.at, 3/2/10)

„Darüber hinaus erweist sich Matthias Politycki als trickreicher Erzähler, der alle Kniffe kennt. Den Kampf der Geschlechter schildert er mit dem präzisen Blick für das Detail und in einer Sprache, die er dem Leben und der Kunst abgelauscht hat. (…) Abgründe tun sich auf, die man als Leser mit wachsender Faszination erforscht.“
(Peter M. Hetzel, SAT.1 Frühstücksfernsehen, 9/2/10)

„Eine Novelle mit der raffiniertesten Exposition, wie man sie sich bloß vorstellen kann (…), die Spannung ist fast nicht auszuhalten. (…) Frauen sind Polityckis großes Thema; auch hier sorgen die unergründlichen Seiten zweier Frauen gehörig für Zündstoff. (…) Politycki flicht die Erzählstränge mit ihren zeitlichen Rücksprüngen meisterhaft ineinander.“
(Armin Steigenberger, poetenladen.de, 4/3/10)

„Seine (Polityckis) bedingungslose Zuneigung zur Ironie macht seine Bücher nicht nur hochgradig lesbar, sondern verleiht ihnen auch Tiefenschärfe und Glanz zugleich.“
(Elke Schlinsog, Literaturzeit/Radio Bremen, 7/2/10)

„Ein weises, abgrundtief trauriges, sehr poetisches Buch“
(Helmer Passon, Buchprofile/Medienprofile, 1/2010)

„Dieses Buch tanzt auf dem Parkett der feinsten Ironie, gekonnter Parodie und mystisch-ernsthafter Transzendenz um Leben und Tod. (…) Ein Buch voller Überraschungen, klug, gekonnt, brillanter Schluß.“
(Brigitta Gerig-Wildermuth, Mitarbeiterzeitschrift der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich,
Januar 2010)

„Die Tragödie um die Sprachlosigkeit einer Liebe schildert Politycki mit einer gehörigen Portion an Sarkasmus und Ironie, ohne jedoch auf die nötige Tiefgründigkeit und Sensibilität zu verzichten.“
(Susan Mahmody, literaturkritik.de, 27/1/10)

„Grandios ist es, wie Politycki Text, Leben und Lieben verständlich macht als Phänomene, die ständig neuen Interpretationen unterworfen sind. Wie er deutlich macht, daß – auch jenseits innigsten Austausches – jede/r sein eigenes Leben birgt, in dem er oder sie sich immer auch verbirgt. So, wie jedes Buch über seinen eigenen Text wacht, in dem dennoch tausend Bedeutungen schlafen.“
(Britta Koth, Unser-Luebeck.de, 27/1/10)

„Mit immer neuen Wendungen und Überraschungen treibt der Autor seine raffiniert gebaute Novelle voran. (…) (Sie) steckt voller ironischer Wendungen und fast schon satirischer Zuspitzungen. Das steht in einem spannenden Kontrast zu den Grundthemen, um die es hier geht: Betrug und Selbstbetrug, Treue und Untreue und die große Frage, ob etwas nach dem Tod kommt – und wenn ja, was.“
(Martina Sulner, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 26/1/10)

„Elegant zeigt Matthias Politycki in ‚Jenseitsnovelle’, wie der Tod den Blick aufs Leben verändert, Lebenslügen zerbröselt.“
(Neue Presse, 26/1/10)

„Virtuoser Text im Format eines Brühwürfels“
(Tobias Kolb, Nordwest-Zeitung, 26/1/10)

„Dieses besondere Fundstück der aktuellen Neuerscheinungen hat es in sich: Liebe, Tod, Traum und Realität. Die großen Themen des Lebens kompakt, kalkuliert und meisterlich komponiert in einer kurzen ‚Jenseitsnovelle’. (…) Mit diesem Werk ist Politycki in der Muschg-Widmer-Klasse angelangt.“
(Gerd Richardt, Ostsee-Zeitung, 26 u. 28/1/10)

„Politycki ist ein äußerst gewiefter Erzähler, der einen behutsam, listig in seine Geschichte hineinstupst und mit ihr verstrickt.“
(Beat Mazenauer, Der Landbote, 25/1/10)

„Der ‚Jenseitsnovelle’ wünscht man viele Leser, weil Matthias Politycki hier klug und einfühlsam über die Ehe und die Liebe schreibt und darüber, was sie seiner seiner Meinung nach sein sollte.“
(Jutta Przygoda, NDR, 25/1/10)

„Das ist kein Buch für hochempfindliche Geister, für die es im Leben nichts anderes und schon gar nichts Besseres gibt als das Glück einer Zweierbeziehung (…). Die Leser verfolgen diese Entwicklung, die Rückblicke in das Leben des Paares mit wachsender Spannung. Man ist sowohl von dem präzisen Stil des Autors wie auch von der psychologischen Dichte gefesselt, mit der er all das schildern kann. Und Politycki kann die spannende Lektüre mit einem öffnenden, vieles wieder in Frage stellenden Schluß zu einem weiteren Höhepunkt führen, der den Leser auch nach den letzten Sätzen noch länger beschäftigt.“
(Andreas Müller, Darmstädter Echo, 25/1/10)

„eine postume Abrechnung, die es in sich hat“
(Gabi Rüth, Bücher/WDR 5, 23/1/10)

„eine genretreue, elegant durchkomponierte und überraschungsgeladene Novelle (…) von fulminanter Intensität“
(Inge Zenker-Baltes, Weser Kurier, 22/1/10)

„‚Wieder schlug ihm der Geruch entgegen, ganz und gar fremd jetzt in seiner Süßlichkeit, mit einer Beimischung von Schweiß und Urin und – er schrak zurück.‘ Unerträglich? Lesen an dieser Stelle nur in den Schmerz Verliebte weiter? Das wäre schade, denn Matthias Politycki hält noch einiges bereit, das zu verpassen fahrlässiger Verzicht auf den Genuß eines literarischen Kleinods bedeuten würde.“
(GW, Gießener Allgemeine Zeitung/Alsfelder Allgemeine Zeitung, 22/1/10)

„Raffiniert konstruiert – mit immer neuen Wendungen.“
(Vital, Januar 2010)

„von einer Intensität und sprachlichen Kraft, die sich deutlich in der Literaturlandschaft hervortut“
(Hamburger Abendblatt, 15/1/10)

„eine sehr große, sehr voluminöse Liebesgeschichte, die unheimlich viele Fallstricke hat. (…) Die Bilder darin sind ungeheuer treffend, sie haben mich ungeheuer fasziniert.“
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Kultur, 12/1/10)

„Mit unspektakulären, umso präziseren Beobachtungen verdichtet Politycki den Thrill einer Beziehung und breitet Banalität und Grauen einer langatmigen, nur auf den ersten Blick privilegierten Ehe aus.“
(Claudia Ihlefeld, Heilbronner Stimme, 12/1/10)

„ein straff durchkomponierter und virtuos erzählter Beziehungsthriller“
(Peter Mohr, Ostthüringer Zeitung, 2/1/10)

„Matthias Politycki erschafft in seiner Jenseitsnovelle, wunderbar elegant geschrieben, das Szenario einer Ehe, die einen das Fürchten lehrt. (…) Ein Spiel mit Realität und Fiktion, Leben und Tod. Kunstvoll vermischen sich Traum und Alltag, altchinesischer Mythos und pubertäre Gier. Sehr bemerkenswert ist auch das Ende dieser Novelle (…) – ernst, dunkel und bedrückend dicht im Ton.“
(Dorothee Elisa Hentschel, Stadtkind/Hannovermagazin, Januar 2010)

„zeitlos ernst, packend, aber auch ironisch“
(Martin Frei, Allgäuer Zeitung, 7/1/10)

„Ein weises, abgrundtief trauriges, sehr poetisches Buch, das nachdenklich macht und dem Leser zeigt, wie wenig selbstverständlich und wie verletzbar Liebe ist.“
(Helmer Passon, Borromäusverein, 2009,  Zur Rezension)

„Eine geheimnisvolle Liebesgeschichte entwickelt sich hier auf schmalen 128 Seiten, voller Irrungen und Wirrungen und doch ungemein modern und atemlos betörend. Matthias Politycki ist ein Meister der Worte und ein feinsinniger, poesievoller Beobachter unserer Zeit. Eben ein sehr guter Literat.“
(Athi, Westfalenpost, 28/12/09)

„‚Jenseitsnovelle’ von Matthias Politycki ist für mich die Entdeckung in diesem Bücher-Herbst. Ein schmales Bändchen, gerade mal 128 Seiten, aber von einer Intensität und sprachlichen Kraft, wie man es nur noch selten findet in der Literatur. Die Idee ist überraschend, das Ende der Geschichte schließlich auch. (…) Meisterhaft beschreibt Politycki die ganz großen Gefühle, und trotzdem ist das Buch sehr leise.“
(Sabine Skibbe, wedel.de, 26/12/09)

„Intensiv auf kurzer Strecke“
(buchreport.de, 23/12/09)

„Eine begeisternd schöne Novelle, die ich mit großer und nicht abreißender Spannung an einem Nachmittag ausgelesen habe. Von der Gestalt der Dana, der Verführerin, die eine Lebens- und Todesgöttin zugleich ist, für Männer und Frauen, kann man wirklich träumen, weil Begier und Tod in ihr eins sind. Und Doro ist eine so starke und überlegene Frau, daß einem Mann auch vor ihr der Schrecken durch die Glieder fährt. Was mir aber – neben den Frauengestalten – den tiefsten Eindruck gemacht hat, ist die Vorstellung des an Böcklins ‚Toteninsel’ konturierten Jenseits und der Gedanke, dass man dort vielleicht Hand in Hand doch den unheimlichen See überwinden und in ein besseres Jenseits gelangen könnte. Die Novelle hat etwas Antikisierendes und zugleich Mythisch-Modernes an sich, das ich noch nicht ganz beschreiben kann. Sie ist wunderbar erzählt und die Motive sind so ineinander verschlungen, daß man sich gerne im letzten Kapitel aus dem Traumlabyrinth von Schepps Sehnsüchten herausführen läßt.“
(Wolfgang Frühwald, 22/12/09)

„Politycki hat eine Novelle der unerhörten Wandlungen geschrieben. (…) Von vielen mediokren Werken unterscheidet sie sich durch ihre hohe artistische Ambition und einen Stil von gekonnter Altmeisterlichkeit.“
(Wolfgang Schneider, Radiofeuilleton/DeutschlandRadio, 17/12/09)

„richtig spannend“
(Henrik Schmitz, evangelisch.de, 18/12/09)

„A page-turning pleasure… And in spite of the density of ideas, angles and references, this novella has a  supreme lightness of touch… It never feels weighed down by its own significance.“
(Rosie Goldsmith/BBC, Peirene, 5/12/09)

„Was für ein Liebes-, was für ein Abschiedsroman!“
(Astrid Mader, Rhein-Neckar-Zeitung, 12/12/09)

„Ein erstaunlich sprühendes Erzähl-Feuerwerk mit dramatischen wie grotesken Figuren und Figurationen auf schmalstem Raum, ein immer rasender um sich selbst kreisender Reigen, der in steilem Bogen alles aus sich herausschleudert, was Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung hergeben. Denn das zeichnet dieses schmale Meisterwerk aus: Es spielt nicht nur kunstvoll mit diesen Elementen (…), das Spiel ist ernst, es geht um alles. Wie sehr, erfährt man allerdings erst ganz am Schluß, am Ende nach dem Ende, das hier nicht verraten werden soll. Soviel aber denn doch: Wer die Filme von David Lynch schätzt, vor allem seinen legendären Streifen ‚Blue Velvet’, wird nicht umhinkönnen, Matthias Politycki zu attestieren, mit seiner ‚Jenseitsnovelle’ eine Art Blue-Velvet-Novelle kreiert zu haben: (…) Und das ist ein gewaltiges Kompliment.“
(Ulrich Schacht, Lesart, Heft 4/2009)

„eine bewegende, melancholische Novelle (…) um den Verlust einer großen Liebe. Doch Politycki wäre nicht einer der profiliertesten Schriftsteller hierzulande, wenn es in der ‚Jenseitsnovelle’ nicht einen doppelten Boden gäbe. Und darin verborgen eine ganz andere Geschichte.“
(Bettina Schmidt, Sächsische Zeitung, 5./6.12.09)

„Polityckis Erzählung ist eine literarische Preziose, ein Kabinettstückchen, an dem man nicht zuletzt auch erfahren kann, was eine (moderne) Novelle ist: nämlich immer noch und immer wieder die Darstellung einer ‚unerhörten Begebenheit’ (Goethe) beziehungsweise ‚eines unerhörten Ereignisses’ (Politycki) in einem Leben, ‚das bislang nur eine unerhörte Ereignislosigkeit gekannt hatte.’ Nur – was dieses Unerhörte genau ist, darüber hat der Leser selbst zu befinden.“
(Werner Jung, Der Freitag, 4/12/09)

„Eine morbide Geschichte, voller feiner Details und großartig erzählt von Politycki. (…) es ist so ein bemerkenswertes Buch, über Liebe und Enttäuschung, Trauer und I-Ging, Verführung und Tod. Einfach grandios.“
(Unser Lübeck Kulturmagazin, 4/12/09)

„Leicht, fast unmerklich, aber unaufhaltsam läßt sich der Leser in die Erzählung hineinziehen. Sie überzeugt durch die Gefühle der Protagonisten, die nicht offen zutage treten, sondern zwischen den Zeilen stehen und in jeder Silbe mitschwingen. Erinnerungen werden mit der persönlichen Wahrnehmung der Figuren vermischt und ergeben ein großes Ganzes. Sprachlich ist das Buch ein kleines Kunstwerk.“
(Kristin Krüger, Rezensöhnchen, Winter 2009)

„eine raffiniert konstruierte, sehr komplexe Geschichte, in der es in 3 miteinander verschachtelten Zeit- und Handlungsebenen um die Demontage einer angeblichen Bilderbuchehe geht, die von Anfang an nur eine Karikatur ihrer selbst war. Sehr verdichtet und in vielen subtilen Andeutungen wird Spannung aufgebaut“
(Dagmar Härter, EKZ-Bibliotheksservice, Dezember 2009)

„Literatur? Literatur! Es beginnt novellenklassisch, goethisch: Eine ‚unerhörte Begebenheit‘ findet statt, in einem an ‚unerhörter Ereignislosigkeit‘ reichen Leben. Genau genommen reiht sich ein Unerhörtes an das andere. (…) Schepps Lebensmakel, seine ganze Schmach wird offenbar, nichts ist mehr zu leugnen. (…) Die Bilanz nach dreißig Jahren Ehe – unerhört. (…) Der Rest sind Betrachtungen, üppig wuchernd – zum Leben, zur Liebe, zum Tod. Die Sprachlosigkeit der Ehe, die Täuschungen, die Versäumnisse, das Auseinanderleben. Das Scheitern. (…) Wem das alles aber noch nicht genügen sollte, der warte nur auf die letzte Drehung der Schraube, auf das zuletzt Unerhörte – und er wird belohnt.“
(Ingo Flothen, Badische Zeitung, 28/11/09)

„eine kaleidoskopartige Novelle (…): Zahlreiche Wendungen liefern immer neue Bilder und Spiegelungen, deren Nuancen zwischen Klarheit und Übertriebenheit changieren, stets aber in sich stimmig arrangiert sind – bis zum überraschenden Ende.“
(Stephanie Doms, Kurier, 28/11/09)

„Ein Buch der Kontroversen: Die ‚Jenseitsnovelle‚ präsentiert nicht nur eine mitreißende Liebesgeschichte, sondern auch den wohl schlimmsten Albtraum eines jeden Liebenden. Von ganz oben nach ganz unten ist es mitunter nämlich nur ein Katzensprung.“
(Die besten neuen Bücher, www.wunderweib.de, 24/11/09)

„Sparsam erzählt Politycki, wohltuend einfach, fast bescheiden. (…) Mit wohlgesetzten Schritten, dezent im Ton, lotst Politycki uns durch diese Welt kostbarer, kaltdunkler Herbstherrlichkeit. (…) Literatur findet in Faulkners Yoknapatawpha statt genauso wie in Andersons Wisconsin, Ohio – bei Hebel sogar in der Nußschale. Im Kleinen das Große aufzeigen, jenseits von wichtigtuerischer Biographie, weit entfernt vom Repräsentationsgefasel eines Bude. Politycki hat sich für diesmal, nachdem der Morgen ‚auf eine zarte Weise in Schräglage‘ geraten war, das Jenseits gewählt. Kein schlechter Ort für eine Novelle, zumal auch das Diesseits seinen gebührenden Platz darin hat.“
(Ingo Flothen, Junge Welt, 23/11/09)

„ein Spiel mit Realität und Fiktion, mit lustvoller Fantasie und geheimen Wünschen, mit Verboten, Sehnsüchten und Ängsten, mit Treue und Betrug“
(Jeanette Stickler, Mannheimer Morgen, 18/11/09)

„Diese raffiniert erzählte Novelle schafft man auch in der Weihnachtszeit und vergißt sie hoffentlich nie!“
(Margrit Starick, Leselampe/Literaturport.de, 16/11/09)

„Matthias Politycki hat in seiner ‚Jenseitsnovelle‚ einen Plot auf 126 Seiten verdichtet, der gut und gerne für einen 700-Seiten-Roman gereicht hätte (…), gleichermaßen spannend wie beklemmend.“
(Martina Scherf, Münchner Kultur/Süddeutsche Zeitung, 10/11/09)

„Exzellentes Erzählverwirrspiel: Jene unerhörte Begebenheit, die Goethe einst zum Kriterium des Genres Novelle erhob, wird in diesem Text mit Scharfsinn und Schaffensfreude ins Extrem verzerrt. In ‚Jenseitsnovelle‚ […] wird der berühmte Sinologe Schepp gleich zu Beginn der Erzählung (deren Ende überaus überraschend ist) mit Schrecklichem konfrontiert. […] ‚Jenseitsnovelle‚ wirkt in etlichen Details wie eine Hommage an Elias Canettis Romanklassiker ‚Die Blendung‘ – mit einem Unterschied: Schepp, der Zeichendeuter in Liebesnöten, befindet sich von Anbeginn in albtraumhafter Lage.“
(W.P., Profil Nr.46, 9/11/09)

„eine großartige Novelle, ihr Ausgangspunkt berührt die Urangst des Menschen, verlassen zu sein, absolut und endgültig. (…) Die ‚Jenseitsnovelle’ trifft ins Herz eines jeden, der schon einmal geliebt hat, sie führt an den Abgrund, über dem eine Liebe sich entfaltet. Matthias Politycki treibt das romantische Spiel mit dem Traum, dem Traum im Traum und der Realität zu einer atemberaubenden Perfektion. Jeder Leser wird seine eigene Lesart dieser Tragödie finden, keine einzige von ihnen verspricht sicheren Boden unter den Füßen.“
(Detlef Grumbach, Bücherlese/Saarländischer Rundfunk, 7/11/09)

„Eröffnet wird das Buch mit der Todes- und Jenseitsthematik, die auf eine der vielen Handlungsebenen der intelligent konstruierten Novelle führt (…). Die Notizen, die Doro hinterlassen hat, offenbaren nach ihr großes Geheimnis und führen die Novelle zu einem überraschenden Ende, das auf mehrere Arten gedeutet werden kann. Polityckis Buch, durch einen Traum des Autors inspiriert, lädt dazu ein, in einem Zug ausgelesen zu werden. Kunstvolle Rückblenden bestimmen einen literarischen Zugang, der sich durch sprachliche Eigenheiten auszeichnet.“
(Sebastian Gilli, Der Standard, 7/11/09)

„Wenn ein Autor gleich in den ersten Sätzen eines Buches ebenso demonstrativ wie augenzwinkernd sein Können vorführt, lehnt man sich noch ein bißchen mehr zurück, ahnend, daß hier der Genußleser angesprochen wird: Matthias Politycki zeigt vom Fleck weg, wie er Töne, Farben, Atmosphären mischen kann, mal beiläufig, häufiger pointiert, immer effektsicher. (…) Er versteht es, die Erzählung novellenhaft zügig voranzutreiben und ihre Wirkungen präzise zu kalkulieren (…) – ein Autor, der uns das Schlimme mit so viel Unterhaltungswitz zu servieren versteht.“
(Jochen Jung, Die Presse, 7/11/09)

„Matthias Politycki schlägt ein fies funkelndes Pfauenrad des immer Schlimmeren, um seine beiden Hauptfiguren auseinander zu treiben. (…) Der alternde Mann, die gekränkte Frau, das energische Luder mit dem Nuttenparfüm – man könnte an eine weitere ‚Angstblüte’-Geschichte denken und an etliche ältere Herren, die so penetrant von älteren Herren erzählen. Von Philip Roth bis zu Martin Walser klammern sich männliche Romanfiguren an junges Fleisch, um die Angst vor dem Tod zu exorzieren. In der ‚Jenseitsnovelle’ aber geht es nur vordergründig um einen solchen Verrat, oder vielmehr, es geht um Verrat auf höherer Ebene, um erträumte, verschwiegene Identitäten, die durch Texte plötzlich eine unheimliche Macht entfalten. (…) Alles rotiert um den vergeblichen Wunsch, aufrichtiger gelebt und wahrer geliebt zu haben. Und Schepp, der Glatzeüberkämmer von der traurigen Gestalt, setzt diese Folter besser in Szene, als jede ‚authentische’ Leidensfigur das könnte.“
(Jutta Person, Süddeutsche Zeitung, 5/11/09)

„War das nun damals so oder nicht so? Wer hat was vergessen? Wie war das mit gemeinsamen Planungen – auch nach dem Tod? Die Geschichte überschreitet ständig die Grenzziehung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.“
(Thomas Hocke, Focus Nr. 45, 2/11/09)

„Es ist eines jener kleinen feinen Bücher, die man nicht nach dem ersten Lesen aus der Hand legt. Allzu Vieles will ein zweites Mal wahrgenommen und abgewogen werden. (…) Politycki ist ein außerordentliches Stück Literatur gelungen. Nehmen Sie das Buch als Geheimtip für Denkfreudige.“
(Schweizer Blbliotheksdienst, Oktober 2009)

„Das Überschreiten des Diesseits zum Jenseits ist Thema dieser wunderbaren Novelle, die der Autor von verschiedenen Ebenen aus anbietet. (…) Es ist ein schmales Buch, entfaltet aber eine irrsinnige Kraft, weil alles Nebengedachte eigentlich im Kopf des Lesers stattfindet.“
(Wiesbadener Tagblatt/Wiesbadener Kurier, 31/10/09)

„Matthias Politycki fügt seinen Text aus diversen Handlungsmosaiken raffiniert zusammen. (…) Am Ende dieses klug inszenierten Beziehungsdramas gerät alles noch einmal ins Wanken.“
(Mohr, Rheinischer Merkur, 29/10/09)

„eine dicht gewobene Erzählung über Sein und Schein, über Dichtung und Wahrheit im Angesicht des Todes und nicht zuletzt über die Wankelmütigkeit des Liebesglücks“
(Welt kompakt, 26/10/09)

„Kunstvoll verwebt Politycki die verschiedenen Teile zu seiner flott zu lesenden Novelle. Der Gattung hält er die Treue, verschiebt allerdings die Akzente.“
(Richard Mayr, Augsburger Allgemeine, 24/10/09)

„Es sind Mißverständnisse, die den Beziehungsthriller, der auch eine Beziehungstragödie ist, in Gang setzen. (…) Die spannende literarische Aufarbeitung derselben wird allen Vorgaben der Novellenform (…) aufs Schönste gerecht.“
(Ralf Sziegoleit, Frankenpost, 21/10/09)

„ein Profi der Erzählliteratur“
(Hajo Steinert, Büchermarkt/Deutschlandfunk, 19/10/09)

„Die ‚Jenseitsnovelle’ erzählt von Glück und Unglück der Liebe. Böses Erwachen? Gutes Buch!“
(Brigitte Balance, Okt. 2009)

„Große Themen (…), auf knappem Raum geschickt verknüpft“
(Maryam Bonakdar, Kulturjournal/NDR, 19/10/09)

„extrem dicht komponiert und sehr klug konstruiert“
(Maike Albath, Büchermarkt/Deutschlandfunk, 19/10/09)

„Matthias Polityckis Novelle ist ein wunderbar elegant geschriebenes Spiel mit Realität und Fiktion, Leben und Tod. (…) Die ‚Jenseitsnovelle‚ ist ein Buch über Liebe und Treue. Und letztendlich über die Stimme des Gewissens. Ein so schmales wie fesselndes Buch.“
(Reinhard G. Wittmann, arte.tv, Okt. 2009)

„Polityckis Novelle behandelt virtuos die Themen Liebe, Tod und Jenseits. (…) Eine mitreißende Liebesgeschichte, die in die Abgründe von Treue und Betrug führt und mit dem Tod eine völlig unerwartete Dynamik entfaltet“
(kulturjournal/ndr.de, 19/10/09)

„Wenn Sie eine Nacht oder einen Abend oder einen freien Nachmittag haben, möglichst auch mit ein bißchen Kaminfeuer (…), dann ziehen Sie sich das rein und lernen Sie eine ganz eigene, aber sehr berührende Welt kennen!“
(Dieter Moor, buchmesse.ARD.de, 15/10/09)

„In Frankfurt liegen ab sofort [= zum Buchmessenbeginn] ein paar Backsteine, die es in sich haben (…). Da gerät die Lektüre zum Langfristprojekt. Es gibt aber auch Bücher, die sind wie ein Strudel – der einen einfach mitnimmt auf einen wilden Ritt. Ohne Kapitel und Querverweise, stattdessen eine atemberaubende Erzählung über Liebe, Tod und Jenseits. Folgerichtig heißt das neue Buch von Matthias Politycki auch ‚Jenseitsnovelle’ (…)“
(Dirk Wagner, hr1-Meridian/HR, 15/10/09)

„In seiner aktuellen ‚Jenseitsnovelle‚ erweist sich (…) Politycki (…) einmal mehr als scharfer Beziehungssezierer. Aber seine raffiniert verschachtelte, auf mehreren Handlungs- und Bedeutungsebenen spielende Novelle ist weitaus mehr als eine intellektuelle ‚Rosenkrieg‘-Variante. Grob gesagt geht es um Sehschärfen, im medizinischen, mystischen und transzendentalen Sinn. Um das jähe Ende einer langen Beschaulichkeit und um beträchtliche Fallhöhen.“
(Antje Dossmann, Neue Westfälische, 15/10/09)

„unheimlich intim (…), sehr berührend (…), ungeheuer plastisch“
(Wolfgang Tischler, Das Literatur-Café/literaturcafe.de, 15/10/09)

„Knappe, dichte sprachliche Konstruktionen liegen dem studierten Germanisten (…). Polityckis Novelle beeindruckt durch ihre sprachliche Virtuosität.“
(Claudia v. Dehn, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 14/10/09)

„eine Meisternovelle“
(Gerwig Epkes, Literatur aus dem Römer/SWR, 14/10/09)

„eine spannende intellektuelle Auseinandersetzung, deren Bilder nachwirken“
(Martina Dreisbach, Taunus Zeitung, 14/10/09)

„Die ‚Jenseitsnovelle‚ ist total gruselig, dennoch ist das Buch so geschrieben, daß man den Protagonisten verstehen kann. Es zeigt Liebe in all ihren Facetten – und Liebe ist nicht immer heiter.“
(Gabriele Conradi, Hamburger Morgenpost, 13/10/09)

„Der Erfindungsreichtum und die Kunstfertigkeit, mit denen hier ebenso komplex wie komprimiert erzählt wird, unterscheiden diese Geschichte von vielen zeitgenössischen. (…) Daß Matthias Politycki seinen Gaben jetzt eine Novelle hinzufügt, verwundert im Grunde nicht. So virtuos wie wohl derzeit kein anderer spielt er auf der Tastatur dieser strengen, symbolisch verknappten Erzählform, die seit Heinrich von Kleist zu den Gipfelhöhen der Literatur gehört. (…) Schon die Rahmengeschichte läßt mit großer Selbstverständlichkeit letzte Dinge anklingen. In der Folge entwickelt Politycki ein raffiniertes Gebilde aus Erinnerungen, Träumen und Trugbildern. Rasant wechseln die Perspektiven, die Zeiten und Räumlichkeiten. (…) All die vielfach verschlungenen Handlungslinien münden in ein meisterhaft erzähltes literarisches Kunstwerk, das der ‚schnöden Diesseitigkeit’ mit feiner Ironie, scharfer Beobachtung und kunstsinniger Klugheit begegnet.“
(Babette Kaiserkern, Märkische-Allgemeine, 10/10/09)

„Seine (Polityckis) Erzählweise ist von großer Dichte, was Traum oder Wirklichkeit ist, läßt er offen.“
(mib, Lübecker Nachrichten, 11/10/09)

„Eine Novelle über die Untiefen der Ehe mit Sprengkraft und überraschenden Wendungen.“
(Bielefelder, Nr. 10/09)

„Kurze Lektüre mit beeindruckend langer Wirkung!“
(mh, Emotion, Oktober 2009)

„eine gnadenlose Abrechnung zum Abschied, abgründig und fein konstruiert“
(Zuhause Wohnen, Oktober 2009)

„Mit seiner knappen Novelle beweist Politycki, den sein ‚Weiberroman‚ berühmt gemacht hat, daß es keinen 500-Seiten-Roman braucht, um zwischenmenschliche Abgründe auszuloten.“
(Eckard Baier, Buchjournal, Heft 5/Okt. 2009)

„Politycki lässt verschiedene Erzählebenen virtuos ineinandergreifen und auf jenes schreckliche Ende zulaufen, mit dem hier alles beginnt. Wie schon in „Die Sekunden danach“ schlägt er dabei ungewohnt ernsthafte Töne an (…). Diese „Jenseitsnovelle“ ist ergreifend, geisterhaft, verblüffend und ausgesprochen elegant.“
(Maike Schiller, Hamburger Abendblatt, 8/10/09)

„Kunstvoll und mit einigem Witz läßt Matthias Politycki die Empörung und Eitelkeit, den verletzten Stolz seines Helden aus dem Schatten des Todes treten. Und immer wieder vor der erschütternden Erkenntnis verblassen, daß sie ja doch tot ist, seine geliebte Doro.“
(Brigitte 22, 7/10/09)

„Es ist faszinierend und spannend, wie die Gewichte sich im Verlauf der Lektüre immer mehr verschieben, wie die tote Doro immer stärker und präsenter wird und Schepp immer mehr zum Häufchen Elend. (…) Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und eine Menge Stoff zum Nachdenken bekommen – über die Männer und die Frauen.“
(Wolfgang Niess, Buchbesprechungen 2009/Börsenverein des deutschen Buchhandlels, 25/10-8/11/09)

„Matthias Polityckis erste Novelle ist so streng komponiert, wie es das traditionsreiche Genre erfordert. Raffiniert greifen die einzelnen Handlungselemente ineinander (…), fast von allein stellt sich die klassische Einheit von Ort, Zeit und Handlung her. Und selbstverständlich fehlt es auch nicht an dem seit Gustav Freytag unverzichtbaren Novellensymbol. (…) Jenseitsnovelle endet übrigens mit einer Erzählschleife, die uns an den Anfang zurückführt. Als sei gar nichts geschehen. Als lebte Dorothea noch. Als wäre Schepp in einem Albtraum gefangen gewesen, der jetzt endlich der Realität gewichen ist. Zarten, harmoniesüchtigen Gemütern sei sie für eine Weile gegönnt, jene in herbstliches Licht gegossene friedliche Atmosphäre, die die abschließenden fünf Seiten des Buches beherrscht, samt dem Glück, das noch seine letzte Zeile beschwört. Wer freilich zwischen den Zeilen zu lesen versteht, den wird weiter frösteln.“
(Dietmar Jacobsen, www.titel-magazin.de, 5/10/09)

„Matthias Politycki (…) hat einen zwischen Realität und Traum pendelnden Rahmen für eine stille Liebesgeschichte entworfen, der viel Lebenswahrheit zu tragen vermag, dann aber doch das Triviale hereinläßt. Und die Ironie. Wie es zu Beziehungsgeschichten gehört. (…) Jetzt ist die Ironie weniger das Mittel gegen die Niederlagen des Mannes im Clinch mit der Frau, sie ist ein Gegengewicht gegen das Schwere. (…) Wenn es aber ernstlich darum geht, die Angst vor dem Tod zu bannen, vertraut der Autor nicht der Ironie, sondern der Poesie.“
(Petra Kollros, Südwest Presse, 5/10/09)

„Politycki gelingt in dieser allen formalen Gesichtspunkten einer Novelle (…) entsprechenden Erzählung ein ungemein fesselnder Ton sowie eine dichte, intensive Atmosphäre. Es entsteht der Eindruck, der Schriftsteller habe versucht, eine Geschichte mit größtmöglicher Tragweite auf allerengsten Raum zu packen. Ein Experiment, das dem (…) 54-Jährigen auf beeindruckende Weise gelungen ist. Zahlreiche Metaphern, Anspielungen und Querverweise verbergen sich in diesem schmalen Band, ohne den Text zu überfrachten oder den Lesegenuß zu hemmen.“
(Björn Gauges, Fuldaer Zeitung, 2/10/09)

„Der eigentliche Novellenkern entpuppt sich als herrlich komische Parodie klischeehafter Geschichten über versponnene Gelehrte, die mit der realen Welt kollidieren. (…) Das alles ist witzig, unterhaltsam und am Schluß gibt’s sogar noch eine überraschende Pointe.“
(Alexander Altmann, Straubinger Tagblatt, 2/10/09)

„Ein Buch voller Überraschungen, das immer neue Erzählebenen eröffnet und einen auch nach der Lektüre noch beschäftigt.“
(Schweizer Familie 9/40, 1/10/09)

„Politycki (…) hat schon in seinem grandiosen ‚Weiberroman’ die Untiefen zwischen Mann und Frau ausgelotet, in seiner ‚Jenseitsnovelle’ tut er dies nun noch radikaler (…) – ein solides Stück deutscher Gegenwartsliteratur.“
(Anke Breitmaier, Associated Press, 1/10/09)

„Kunstvoll vermischen sich in dieser dichten, starken Erzählung Traum und Alltag, altchinesischer Mythos und pubertäre Gier. (…) Badewannenfähig? Ja. Und sesselfähig. Und frühstückstischfähig. Und trambahnfähig. Denn Sie werden dieses so schmale wie fesselnde Buch nicht aus der Hand legen, ehe Sie das letzte Wort gelesen haben.“
(Reinhard G. Wittmann, Südseiten/Das Magazin der Börse München, September 2009)

„Wahrheiten aus dem Leben eines Mannes, der sich im schönen Schein gesonnt hat (…). Das gelungene Soziogramm einer Ehe kann uns das Fürchten lehren über die Grenzen von Verständnis, die Eifersucht und die verwegenen Pfade, in denen eheliche Beziehungen enden können.“
(Claudine Borries, literaturnetz.de, 22/9/0)

„Der Autor versteht es vorzüglich in diesem dicht erzählten Band, der Geschichte immer wieder eine neue Wendung zu geben (…) – es bleibt spannend bis zum Schluß.“
(Britta Helmbold, Münstersche Zeitung, 17/9/09)

„Politycki verknüpft gut Erzählebenen (…) – und am Schluß ist ohnehin alles anders, als man denkt.“
(Robert Arsenschek, Münchner Merkur, 17/9/09)

„Dem Autor ist mit der Geschichte des unglücklich-glücklichen Hinrich Schepp eine brisante und ausgezeichnete, kurze und inhaltsreiche Novelle gelungen, die mit Erkenntnissen aus dem wahren Leben zwischen Mann und Frau aufwartet. Man ist entzückt über so viel Lebensweisheit und die realistisch-bezaubernde Geschichte, die uns die Welt so nahe bringt und den ganzen Reichtum des Lebens in sich birgt.“
(Claudine Borries, bookreporter.de, 17/9/09, literature.de, 22/9/09)

„Ein wunderbares Werk hat Matthias Politycki mit ‚Jenseitsnovelle“ über die Zerbrechlichkeit des Glücks geschrieben.“
(Britta Helmbold, Ruhr Nachrichten, 17/9/09)

„In der Tradition von Heinrich Manns ‚Professor Unrat‘: Ein ironischer kleiner Roman über die große Liebe eines Gelehrten, die bis über den Tod hinaus halten soll und bis über den Tod hinaus verraten wird.“
(Uwe Wittstock, Das sind die besten deutschsprachigen Romane/Die Welt, 16/9/09)

„eine wunderbar verschachtelte und intelligent konstruierte Novelle (…). Je weiter das Buch fortschreitet, desto stärker greifen die drei Handlungsstränge ineinander und steuern die Geschichte in ein furioses Finale, das mit einigen handfesten Überraschungen aufwartet und der Novelle einen gewaltigen Nachhall verleiht. Auf nur 127 Seiten bringt Matthias Politycki das Kunststück fertig, ein Buch über die Themen zu schreiben, die das menschliche Leben erst interessant machen: Liebe, Verrat und Tod. So stellt Politycki neben seine großen, ausladenden Romane „Herr der Hörner“ (2005) und „Weiberroman“ (1997) nun ein schmales Bändchen, das trotz aller Verknappung und Verdichtung (oder vielleicht gerade deswegen) den großen Romanen in puncto Intensität in nichts nachsteht.
(Carsten Heidböhmer, stern.de, 15/9/09)

„Die Formel ‚bis dass der Tod Euch scheidet‘ hat sich in diesem Fall auf eine abgründig ironische Weise erfüllt. Eine ironische Meisterleistung vollbringt hier auch Politycki, wenn er auf dem schmalen Raum der Novelle die Gewissheiten gegen die Täuschungen der Liebe ausspielt – und das so virtuos und elegant, dass selbst Gevatter Tod der Kunst nicht ihre Heiterkeit austreiben kann.“
(Holger Schlodder, NDR Kultur, 14/9/09)

„eine dichte Erzählung“
(Gabi Rüth, Scala/WDR 5, 14/9/09)

„ein suggestives Werk (…), das den Leser auch nach der Lektüre noch beschäftigt. (…) Ein prekäres Abenteuer im Schattenreich der Selbstbegegnung, aus dem es schwerfällt aufzutauchen.“
(Belinda Grace Gardner, Welt am Sonntag, 13/9/09)

„nichts für schwache Nerven“
(Elke Schlinsog, Literaturzeit/Radio Bremen, 13/9/09)

„eine sorgfältig komponierte (…) aufwühlende Liebesgeschichte“
(Andrea Herdegen, Frankenpost, 2/9/09)

„eine ergreifend ehrliche Annäherung an den Tod“
(Catalina Lopez, Kulturzeit/3sat, 31/8/09)

„eine atemlose Reise in die Abgründe von Liebe und Betrug“
(Anja Witzke, Donaukurier, 31/8/09)

„bewegend!“
(Christian v. Zittwitz, BuchMarkt, Juli 2009)

„ein Buch voller Überraschungen (…), es eröffnet nämlich immer wieder neue Erzählebenen und Wirklichkeitsschichten, virtuos springt Matthias Politycki zwischen diesen hin und her.“
(Frank Pommer, Pfälzer Tagblatt, 25/6/09)

Ein Film von Gregor Toerzs, www.gregor-toerzs.com
Design, Animation und Produktion: weareflink, www.weareflink.com

Ausgezeichnet beim 46. Wettbewerb des Art Directors Club (2010) mit zwei Mal Bronze – in der Kategorie „Kurzfilm“ bzw. „Filme für Verkaufsförderung“

Jenseitsnovelle
(Ausschnitt, 2,59 MB, Dauer: 1 Minuten 54 Sekunden)

Sample translation from Jenseitsnovelle [Next World Novella] by Matthias Politycki
Translation: Anthea Bell
Opening pages 7– 31 of German edition

If only there hadn’t been that smell! As if Doro had forgotten to change the water for the flowers, as if their stems had begun to rot overnight, adding a sweet-sour aroma of decay to the air. Schepp caught it at once, that subtle sense of something Other waiting for him in the middle  of ordinary life, slightly skewing the morning itself. From the opposite end of his room, to be sure, autumn sunlight still came flooding in, bathing everything in a golden or russet glow – the chaise longue in the corner was a patch of melting colour. Later, they’d have to open a window to let all that light out again. Schepp stood there, squinting at his world gently flowing around him, a world made of stucco moulding and decorative wallpaper, book-lined walls, chairs with silk covers. As he checked the way his hair lay over his bald patch, feeling it from the back of his head, he was able to assure himself that he was a happy man.
Not least because of Doro, whose pinned-up hair, mingled black and silver, he could see above the back of the chair at the desk, and from one side he also saw part of the kimono she liked to wear when she sat in that chair, proof-reading what he had written the day before. Now that the children left home, she had finally felt like trying to pick up her own career again, and he had been glad of that. Not only did he go to bed late at night, he also got up late in the morning, so if Doro had fallen asleep over her proof-reading, wedged at an awkward angle between the desk and the chair as she was today, he often just shook his head, because he couldn’t have put all that he felt into words.
But oddly enough, regularly as he used to find her here earlier, he had written almost nothing since his operation, so was there anything to be proof-read? I’m still dreaming, he told  himself as he moved quietly over the fishbone pattern of the wooden parquet flooring towards the sun and the desk, the big vase with the decaying gladioli in it standing on the floor, and Doro.
Before dropping a kiss on her neck he had stolen up quietly, like a man newly in love, while a few of the little wooden boards in the parquet creaked slightly, and a fly was buzzing somewhere, but even that sounded familiar and homely, before he bent down to Doro, to the little  mole at the base of her throat that he knew so well – any moment now she would wake with a start and look at him askance, half indignant, half affectionate – and for the fraction of a second he registered a stack of paper on the desk, her reading glasses, a packet of aspirins, a water glass that had been knocked over and a dark mark on the leather surface set into the desktop, with her fountain pen beside it. Once again she had forgotten to put the cap on it. He was about to pick it up when he remembered, and no, he wasn’t dreaming any more, remembered the new barmaid who had given him such a long, intent smile as he left. Schepp was standing directly behind the chair where Doro sat so still, only the wing of the chair-back kept her from tipping over sideways, and he smiled at this thought for a few seconds. Well, Hinrich, he told  himself, grinning towards the place where he thought he detected a last reflection of the night before, you may be sixty-five but the ladies still look at you. Then he bent down to Doro. Once again the smell hit him, an entirely strange smell now, a sweetish aroma mingled with the smell of sweat and urine and – he shrank back, his mouth wide open.
Swallowed, gasped for air.
How he had made his way around the desk he didn’t know. He clung to it with both hands, hardly venturing to raise his head. Doro? She sat there before him, her features relaxed, entirely at peace, her skin grey. The left-hand corner of her mouth drooped, with a thread of saliva emerging. It had dried where it ended on her chin. Her lips were slightly open, her tongue lolled rather clumsily in the corners of her mouth, looking swollen. But worst of all were her eyes, almost but not entirely closed, so that you could see the whites of them and the beginning of the irises, as if she had pulled down her lower lids at the last moment.
I don’t understand, thought Schepp, understanding.
It’s not true, Schepp decided.
Everything will be all right again, Schepp assured himself, and at the same time was overcome by a certainty that he was choking.
“Do at least say something,” he finally whispered. “Just one word.”
He wanted so much to take Doro in his arms, hug her until she was gasping for air and stopped playing this game. But there was nothing he could do now, he saw that, he felt it, he knew it. He couldn’t even pluck up the courage to whimper softly, he stayed there motionless and kept his breathing as shallow as possible.
At least it hadn’t been the rotting stems of flowers that he had smelt when he came into the room, he realized that. Propping himself on his arms, Schepp looked into what could still be seen of Doro’s eyes. He dared not close her lids. How long, he wondered, had she been sitting here dead, waiting for him? He tried to take her pulse, he had to start again several times, because he feared the chilly sensation of her wrist so much that he flinched away as soon as he touched it; he was sure, in any case, that there was nothing to be felt now. Should he call a doctor all the same? Ought he to call a doctor?
His glance wandered away over the parquet flooring and into the great void, he saw himself standing beside his mother’s deathbed, motionless because he could not bring himself to touch her in farewell, he saw himself finally placing his hand on her forehead without a word – and that immediately brought him back to the oak-hard presence of the desk on which one of his manuscripts did indeed seem to be lying. Obviously Doro had been proof-reading it and, as usual, writing a few remarks on the pages, summing up her impressions; the top sheet of the stack of paper was three-quarters covered with her firm handwriting. Or rather, only the first lines showed that familiar script clearly, then the characters visibly slipped sideways. Schepp bent down closer to the page; the letters were very untidy, Doro would never have set them down on paper like that, not in full possession of her senses. Soon whole words were sliding away from her, here and there the paper had absorbed water from the glass she had knocked over, and the ink had run. Schepp almost reached out to pick up the manuscript and put it somewhere dry. And only then to embrace Doro, warm her, perhaps put her to bed and sit beside her until she woke up again. But the sight of her kept him at a distance, the sight of her face frozen into a mask, alarmingly peaceful and already alarmingly unfamiliar, smooth and with almost  no wrinkles, surprisingly like the face of her sister who wasn’t fifty yet, how strange. To think, reflected Schepp, trying to hide in the shelter of his hands, to think that you grow younger in death. Then his throat constricted as a great weight of misery came over him.
When he could next move again, the clock in the Church of the Good Shepherd was striking eleven. He hesitantly touched Doro’s right hand, and once more shrank from the cold skin and its waxen feel, like a layer of varnish over it. Finally he took her left arm, which had slipped off the top of the desk, holding the sleeve of her kimono and carefully putting the arm back where he thought it belonged, beside the manuscript. Her hand was swollen and purplish red, her forearm a shade of violet. Schepp stared at the pale pressure marks that, despite  his caution, he had left on Doro’s arm, and the longer he looked the more blood already seemed to be flowing back there. Gently, the room full of silence closed around her again. With awe, Schepp breathed in the smell of death.
Finally he turned his eyes back to the stack of paper that Doro had left behind for him. Yes – it was like a sudden revelation – that was what he must do now before anything else. He had to read those pages, to find out what her last message to him was. How relieved he suddenly felt! As if there were some kind of hope to be drawn from that. It never entered his head that, in view of the fact that he was looking at a dead woman with whom he had spent half his lifetime, there might be other things he should do.
At first it looked as if his shaking hands were holding a long, unusually long set of comments. Beneath the top sheet, where the lines of handwriting soon became crooked and agitated until finally all the writing was in the middle of the page, there were many other sheets of paper, meticulously filled with Doro’s familiar handwriting. Under those there was a typewritten manuscript, the first page at the bottom and untitled; only after leafing forward and back for a while did he realize that this was a fragment he had thrown out long ago, anything but a serious work. How had Doro found it, even thought it worth proof-reading, as she had obviously been doing for days – this, old, forgotten text of his? He hadn’t concealed it or destroyed it, he had just forgotten when he last had it in his hands. The longer he thought of it, the more certain  he felt that Doro had been looking for something, something else. Schepp fell into all kinds of speculations, he hardly noticed the sheets of paper slipping out of  his grasp and falling on the patterned wood of the parquet floor. The throbbing in his throat, however, grew worse and worse, and there was a rushing in his ears that was beginning to make him dizzy.
Once he had opened the window he felt better. He tried not to shrink from the cold presence of Doro waiting for him on the other side of the desk, smelling in a way that would certainly have embarrassed her very much when she was alive. When you’re dead, she had once whispered into his ear before going to sleep, you can’t smell anyone else any more, isn’t that sad? Schepp felt ashamed on her behalf, and whispered to her in an undertone that there was no need for her to feel ashamed, he loved her all the same, perhaps he loved her even more now for her inviolability and the stillness that she radiated, had radiated even in life, had he ever told her that?
Then he put the top back on her fountain pen, stood the empty glass up, picked up the scattered sheets of paper from the floor and stopped again , staring at the last page of Doro’s comments. They ran:

… turns to the opposite, above the gentle breeze, below the lake, a cheerful sight now: “Crossing that great expanse of water will be good.” But not with you, Schepp, you must understand, not with you. For all I care, and I say so now, you can go to hell! Along with
Hanni and Nanni and Lina and Tina and
whatever the rest of them are called, I’m sorry, my head
suddenly hurts
back when I

Had Doro really written that? The spaces between the words became larger and larger, the rest was illegible, or no, at the bottom of the page on the right-hand side there was a little more in a shaky, entirely unfamiliar hand. It took Schepp some time to decipher it.

and now this too
well we can
talk about it

Doro’s last words – they blurred before his eyes! And the pattern of the parquet floor extended to the bookshelves all around, which held Schepp’s own publications and special impressions as well standard works and volumes of commentaries, and on which all the little things he had brought back from lecture tours and guest professorships were arranged, together with photographs of the children, Pia radiant just before her wedding,  Louisa looking sulky because he never had time in the evening for anyone but his “silly old Chinese people” – it was all there, but it had moved so far from him that he saw none of it any more, he felt that he had been left alone and desperate. He had only the sheets of paper that Doro had written for him.
But written in what kind of confusion, and by which Doro?  Obviously she hadn’t been entirely in her right mind; he’d never known her to sound so out of control, so wild, so forceful. What on earth had come over her? Doro, that fragile little woman whose discretion he had always admired! He would have liked to start reading at once, from the beginning – “For all I care”, no, something wrong there, “for all I care you can go to hell,” and when had she ever addressed him by his surname? Was she making fun of him?

It was no good, he had to read it. Yes, maybe he ought to have let the children know first, but did a few more minutes make any difference now? Yes, he ought to have called a doctor to make out the death certificate. But which one should he have called, when Doro wasn’t even registered with a family doctor at all? And then it really would all have been over, they’d take even what was left of her away from him, and instead emptiness would move in, first taking over her favourite places, soon even the most remote nooks and crannies – no! There was time enough for that in what life he had left. Gesticulating at the room, forefinger and little finger of his right hand outstretched, as was his way during lectures when he was in full swing, talking himself into true lecturer’s mode, Schepp strode up and down, punching accentuated reprimands into the air with his right fist, until he came to a halt by the window and saw that life outside was still going on as usual.
He would just stand here, then, stand here until he finally fell over, or woke up, or at least until the world came to an end. Standing like that also meant that he didn’t have to look at Doro. What had she died of, anyway, when she had never been really sick? As if her reservations about conventional medicine had kept her healthy. Apart from two or three migraines annually, she had managed very well indeed over the years without all the medical check-ups and aftercare that kept her sister happy. “No tumour, no infarction,” she had been told when, after one of her migraines, her brain was scanned by computer tomography, “Everything in good order.” And these days people didn’t just drop dead at the age of fifty-six!
Although she herself had thought of that very thing every day. It was how he had come to meet her in the first place, before he had full lecturer’s status. and when she was already acting as an assistant in the Faculty. Out of the blue, she had told him her fears, her fear of the shores of the cold, dark lake where you found yourself as soon as you had died, going there only to die a second time. Or whatever dying would be called when you were dead already. He had almost let slip a stupid remark, but he saw the tears in her eyes just in time.
So now it’s happened, thought Schepp, now she really has set off for the place she’s dreaded all her life. And what about me? I always promised to hold her hand as she went, and I failed her. Had she already reached the lake? Was she standing on its banks searching the surface of the water for an island, the island that, all their lives, he had wished she would find there? Perhaps she had already taken her first steps into the water, bravely and without much fuss, in her usual way. Perhaps she was swimming, with calm and steady strokes, towards a second death? No, no, Schepp was sure that whatever Doro was doing there on the other side, at least she wasn’t doing that, she had always promised not to.
It had been in the winter semester of 1979 to 1980, and he had already adored her from afar for two years, the young woman who suddenly moved into the room opposite his, and ever since then had been chiefly occupied with studying the I Ching when he brought over a pot of his green tea for her: he in his mid-thirties, just completing the thesis on the ancient written language of China that would qualify him as a full lecturer, and well on the way to becoming number one in Germany on that subject, because there was no number two working in the same field; she nine years younger, not yet with her doctorate but already intent on getting an appointment as a lecturer. She was the constant subject of conversation at the Institute, she might make it to the Free University. Dorothee Wilhelmine Renate, Countess von Hagelstein, whose forebears had made their fortune importing Chinese art, also acquiring a rather dubious reputation under the Third Reich;  Dorothee Wilhelmine Renate, Countess von Hagelstein, courted by everyone in Faculty II, Sinology, including the professor himself, who had created the post of assistant for her in no time at all, and even had her giving seminars on “The History and Theory of Feng Shui”, and “Women’s Poetry during the Tang Dynasty”, and of course also, every semester, on the subject of her own dissertation: “Three Thousand Years of the Prophetic Wisdom of the I Ching”; “The Flowing Together of All Things in the I Ching”; “The Dark Lines of the I Ching”.
When Schepp crossed the corridor to leave his pot of tea beside her in silence, she was usually sitting over the commentaries of the emperors and philosophers of ancient China, surrounded by the sixty-four signs of the old oracular book. She had hung them on the walls of her room, although in an order which placed the water signs at the centre – yes, even a scholar strictly interested in philology, like Schepp, knew his way around the I Ching, not so much because it was regarded as sacred by soothsayers, and probably by Countess von Hagelstein, as because the entire intellectual life of ancient China had been concerned with its interpretation. It was a subject to which grave and serious statesmen and scholars had put their minds, even Confucius, whom Schepp venerated. He suspected that the little countess, who in spite of her youth seemed entirely absorbed in research and scholarship, was interpreting it in mystical terms. Sometimes she briefly emerged from her abstraction with a start when he came in, usually she didn’t even notice him standing beside her for a few minutes, gazing at her wide-eyed. What could she have seen behind the thick lenses of his glasses anyway, except a couple of sparkling pinheads? With his extremely poor eyesight, Schepp was lucky to get out of the room again without bumping into everything. No, for a man like him no way led to this perfect young woman, he was sure of that. He had managed to pass even his school-leaving exams only because the teachers recognized his talents, and his studies had been financed by a foundation for the highly gifted. It was his place to be grateful and not ask for more than his due.
But one day in the late autumn of 1979, when he was still addressing Doro formally as Fräulein Dorothee, although she had specially asked him to drop the “Fräulein”, she had raised her head and, even more surprisingly, asked if he had ever formed an idea of the next world? Here in the Faculty, that was considered the business of the Kyung Tse specialists, but she was more inclined to associate it with Taoism. What did he think?
On that subject, in fact, Schepp agreed with Confucius, who held that it was not worth while dwelling for very long on what we could not know. But of course he had formed an idea of the next world, he said as forcefully as possible, in fact a very precise idea of it. There wasn’t one. He didn’t want to live for ever in any case, he defiantly added, there’s an end to everything, a sausage even has two ends.  Next moment he would have been prepared to declare himself a convert to Tibetan Red-Hat Buddhism, but Fräulein Dorothee just looked at him with her dark eyes, and the conversation was over.
Curiously enough, however, she went on with it next day exactly where she had broken it off. As soon as Schepp appeared in her doorway she asked him, sounding quite anxious, almost imploring, how, as a thinking human being, he could say such a thing. All the cool, objective distance that made up not a little of her magic was gone; she was pleading with him as if he were a friend who must be preserved from some great error. There must be something after death, she said, anything as beautiful as life surely couldn’t come to an end just like that? There were actual tears in her eyes. Then, as soon as Schepp had agreed with her, nodding vigorously, her eyes grew even darker and she said, as softly as if she had lost sight of him again, as if she were alone with herself, that of course it didn’t go on in such a beautiful way as before, far from it. In the Southern Commentaries on the I Ching, she said, she kept coming on passages in which the sign for “lake” was curiously ambivalent, as if – unlike, for instance, the signs for “wind”, “mountain” or “sky” – it stood not for the cheerfulness usually pointed out by the commentaries but also for its opposite, something dark that must be overcome.  However, none of the commentaries said how that could be done, as if the lake – ah, well, she didn’t suppose the  mystic side of it would be of any interest to a linguist.
Schepp was easily able to dispel that illusion. And so it was that, while for two years he had known nothing about his new colleague in the faculty apart from the rumours circulating around her, he now learned her most secret fears in the course of a single afternoon.
After death, she said, if she understood the Southern Commentaries correctly, of course the process of dying goes on, and the soul is judged and purified. Sooner or later you come to a lake that lies before you, never moving, in the middle of a bleak landscape. From a distance it may be reminiscent of a mountain lake, only bigger, much bigger, and the opposite bank can be only vaguely sensed in the diffuse light. Indeed, all the light in that place is muted, she said, there are no colours left, no smells, not a breath of wind, not a sound, and that is terrible enough, but worst of all you are entirely alone with yourself and yet you must go into the cold water and swim across. Swim to the opposite bank, where perhaps life goes on somehow or other, but that makes no real difference, for you have no chance at all of reaching the bank, your powers are bound to fail by the time you reach the middle of the lake at the latest, everyone’s powers fail. Then you let yourself drift for a little while, getting colder and colder, and at last you are drawn down into the depths as if by a great hand, and …
And?
No and. Then you are really dead, and it’s all over.
For ever?
For ever. And the lake, she said, was so dark and cold, and she was afraid of it.
But who says, suggested Schepp, that you have to go into the water? You could just stay on the bank. Or walk around the lake if you really want to reach the other side.
Oh, said Fräulein Dorothee, and there were tears in her eyes again, the lake exerts a magic power of attraction, and although you know you’re sure to find your end in it, it shimmers promisingly like a new beginning, and you can’t escape it.
Schepp briefly thought of responding with a knowing grin in anticipation of her own smile – for surely she couldn’t have meant all this seriously – but found that he was listening to himself as his ironic objections spilled out of him. Surely, he said, the lake must be full by now, full to the brim, and in fact if all the people who had died over thousands and millions of years had drowned in it, Doro probably wouldn’t have to swim at all when her turn came, she could walk over the water dry-shod. Next moment he could have bitten his tongue off, but Fräulein Dorothee just looked at him briefly, and again the conversation was over.
After that not a day went by when Schepp didn’t think of the lake and its inhospitable banks, and the fact that Dorothee Wilhelmine Renate, Countess von Hagelstein, shuddered at the thought of having to undress there. Sometimes he wondered out loud whether she could go into the water fully dressed, or whether at least he could swim from the opposite bank to meet her. He didn’t get much further with her like that either. He could make no headway against that cold, dark lake. When the winter was almost over again, he had formed a very clear picture of it, even featuring the outlines of the surrounding landscape as pieced together by his own imagination, the vague shape of a stunted pine tree, a wan sky over it with lightning flashing in the distance. He was very surprised when Fräulein Dorothee, still in her outdoor coat, came into his room, although since that last conversation she hadn’t even deigned to give him a glance when he came along with his pot of tea, silently asking her forgiveness. Her hair was a little tousled as she stood there before him, a faint film of sweat gleaming on her forehead and upper lip.
Could she show him something, she asked? She knew he didn’t believe in it, but now, now she could prove it. Prove that it existed. The lake. Scarcely an hour later they entered the great glass cube of Berlin’s New National Gallery, which was flooded with light. The little that Schepp had found out from Fräulein Dorothee on the way amounted to the fact that on one of her visits to the museum she had discovered a picture that a week ago, she could have sworn, hadn’t been hanging there, a picture that as far as she knew had been missing since the end of the war, and now had suddenly turned up again without any fuss, although its mere reappearance should have been a sensation. And as for the picture itself, she had been deeply moved when she was so suddenly confronted with it, the original had a power at which the prints in circulation merely hinted, it had a shattering finality. It was the proof.
Purposefully, she led him to the basement of the building – grey, carpeted floor, functional atmosphere – and suddenly began walking on with a reverent air. Soon she stopped in front of a gilt-framed painting, which was perhaps one and a half metres wide by just under one metre high. And in the picture … here the surprised Schepp turned his head to his companion, but she was already gazing in silent fascination, and he had to come to terms by himself with the fact that the painting showed not a cold, dark lake but a huge island, a monumental, towering wall of rock, a rocky curve around a group of cypress trees with a flickering violet-tinged sky behind it. In front of the island, as Schepp’s eyes grew used to the gloomy hues of the picture, he even saw a boat making for the island, with a white, muffled figure standing in front of a coffin covered in white. He could also make out various steps and openings in the rock, portals in the archaic style. Just to make sure, he glanced a the title of the picture; he had realized, anyway, that a few strokes of the oars would bring a new corpse to the island, to be placed on a plinth or in one of the burial chambers. Yes, the island impressed him, there was something about it so fundamentally desolate that he imagined the peace of the dead reigning in that place as a dignified form of despair. What fate as dark as those cypresses awaited the newly dead on arrival there?
Only then did Schepp concentrate on what little the painting showed of the cold lake itself – water so calm that it reflected the vertical walls of rock without any tremor on the surface, motionless all the way to the horizon, which was nothing but a straight line. An endless, dead sea.
How, he finally asked Fräulein Dorothee in a whisper, did she know it was a lake? She seemed unwilling to come out of her mood of rapt attention.
Anyone could see that, she said.
Then he let it all burst out of him, hardly able to maintain the muted whispering tone suitable for a museum. Lake or not, he said, it certainly wasn’t empty, there was even an island in it, a place where life went on for the dead, as it were. Wasn’t that prospect worth something?
“Forgive me, please,” Fräulein Dorothee interrupted him, without taking her eyes off the picture, “but it’s not an island.”
They stood in front of the painting for a long time, so long that one of the attendants wandered over to confide, in affable tones, that this was his own favourite picture too. After he had turned away to observe the other visitors, who lingered only briefly in front of a picture here and there, Fräulein Dorothee explained.
Anyone could see, she said, that it was a surreal painting, it had skilfully kept its real subject away from the centre of the viewer’s attention, the island was really nothing but a reflection, an illusion that the painter had added by way of consolation, the boat, the ferryman, the muffled figure were all concessions to the taste of his time. The whole thing might be just reflected light from the depths of the lake, designed to lure us into the next world. “But oh, Hinrich,” she said, the words wrenched out of her, “I don’t want to go there.”
At that moment it happened: it because Schepp himself was not quite sure what he was doing when he began to speak, telling told her that he wasn’t afraid of death, he would simply die before she did and sound out the terrain for her.
“Would you really do that for me?” asked Fräulein Dorothee, after a while.
Schepp nodded, mutely, he could not even begin to feel certain of the full import of her question, but then he added: if he could manage to die first, he’d wait for her there – and again it was certainly not Schepp himself growing increasingly bold and reaching for Fräulein Dorothee’s little clenched fist, clumsily squeezing it – and then, he said, he’d take her hand and go with her, they would make it to the opposite bank together. Or at least to the island. If the island turned out to be real.
Next moment he could have sunk into the ground. Fräulein Dorothee took a deep, audible breath, but she was looking at him, and not even in surprise, or with amusement, or indignation –
“Or we’ll sink there together,” she said, letting out her breath again, also audibly. “At least that’s better than sinking separately.”
And still she did not withdraw her hand from his. As he slowly turned to her, cautiously looking at her through the thick lenses of his glasses, she seemed to him a hallucination who might dissolve into thin air if he looked more closely, almost transparent, untouchable, a creature from another star, and yet, and yet she left her hand in his for an extraordinary length of time during which nothing happened, she stayed at his side smiling at him, as if released from great stress.
And that decided the matter. In the same year Dorothee Wilhelmine Renate, Countess von Hagelstein, became Doro Schepp, rejecting even the possibility of a double surname, and instead of fulfilling the hopes of the East Asian Seminar at the Faculty she also soon became a mother, abandoning her dissertation and, to the horror of the entire teaching body, the promise of her glittering career. And nothing much became of now fully qualified Dr Hinrich Schepp, number one in the field of ancient Chinese writing, because his professor was at least able to stand in his way there. –
Schepp found that he was sitting on the floor, propped against one of the legs of the desk. If only he could go on sitting like that, losing himself in his memories, maybe even dropping off to sleep, dissolving into the past, discreetly disappearing. If only there hadn’t been that smell. Schepp turned away from the sun; his eyes couldn’t take such bright light since his operation, and since as he did so he moved around the leg of the desk without rising from the floor, he was now looking at Doro’s legs, while the kimono hung down below her knees – almost at once he was wide awake, and slid closer. Looked at Doro’s swollen calf. Oh no, how fast it was changing, marbled in shades of pale violet, she would have hated that. Schepp groped in her direction, finally grasped one of her legs, then brought up his other hand and pressed cautiously, trying to banish those ugly marks of livor mortis from her calf, that was its name, wasn’t it, livor mortis, discoloration after death, but where to make the marks go? First he tried upwards, then he pressed just as hard down towards her slipper, there was a dull sound, in his alarm Schepp hit his head, and saw Doro’s hand dangling in front of him. This was going too far. Schepp took the hand and held it firmly until it stopped moving, and most of all until he himself had calmed down, held it as he had held it before, twenty-nine years ago, and as he had promised he would if the worst happened, and now at last he was doing just that.
“I’m here with you,” he promised Doro’s hand as tenderly as possible. “I’m holding you tight. Even if you can’t really feel it any more, we’ll make it.”
A little later he was standing beside her, moved to tears by his own solemnity, and placed her left arm back on top of the desk. However, it immediately slipped off again; first Schepp had to straighten Doro’s torso. That was difficult; it was almost impossible to correct the angle of her throat and neck. But though he had to push and pull harder, he kept trying to comfort himself with the thought that he was helping Doro, even with these pitiful efforts – just as she would help him some time. From now on she would wait for him on the bank of the lake, ready to reach out her little hand energetically as soon as he found himself there with her. On their wedding day she had told him she would do for him exactly what he had said he would do for her.
If she were the first to die, she said, she would wait there for him, it would be better to go together, whatever happened, much better.
She had renewed that promise on every one of their wedding anniversaries, and although Schepp was as sceptical as ever about the existence of the lake and all the rest of it, he did not tell her his doubts, and indeed saw it as a reassurance that like this their marriage would last for ever.
Curiously enough, today Doro’s idea of the next world did not seem to him at all ridiculous but perfectly credible, indeed consoling. He was glad he could cherish one last hope of seeing her again. A lake was better than nothing. How frail she already looked! Only now did it strike Schepp that she could no longer disguise her frailty with the radiant smile he had always loved. She sat in his chair at the desk like a porcelain doll, her nose a little sharper than usual, her cheeks visibly paler, as pale as – but here Schepp couldn’t help thinking of the new barmaid, the look she had given him when he settled his bill last night and her captivatingly pale face.
He forced himself to turn all his attention to his wife. She was a little less familiar to him than before with no colour in her cheeks, or rather she had become irreversibly distant and strange to him even during her lifetime, in spite of her daily presence. Perhaps because of his origins in the lower middle class, which left him unable to feel really at ease in an eight-roomed apartment with such elegant furnishings. Or perhaps because of her ikebana flower arrangement sessions and her meditative silences. She talked to plants and caressed objects in her mind, her intuitive nature was not only quick to understand human relationships but also went straight to the heart of the inanimate world. Everything whispered its meaning to her, a meaning that still eluded Schepp, meticulous philologist though he was.
For him, her powers of attraction probably lay in that very attitude. She did not need cheerful company, she was in constant touch with higher and more profound things. Bringing up the children, looking after an independent Sinologist scholar who was rather remote from daily life, seemed to link her with everything in the pitiful present world this side of the grave to which she could be linked. In the evenings she usually sought the company of the I Ching, arming herself for the challenges of the future and no doubt of the next world as well. Before every important decision she sought the advice of the ancient signs. Usually the outcome was good. However, as the years passed by she had become ever quieter, more fragile and transparent. She did not often smile at Schepp now, or take him in her arms to tell him about the cold, dark lake. Or was that just her way of avoiding the conversations that husband and wife should really have held in a marriage? Schepp could no longer touch the heart of what, maybe, was her lifelong secret, as he had on the day when contemplating the Isle of the Dead had decided both their lives. He was forced to admit that he had at best a very vague idea of the exact nature of Doro’s fear of the next world. Probably because as a man who did not know much about mysticism he was bound to ask the wrong questions, inevitably adding some of his own slight distaste for the idea, or the derision that would be hard for him to suppress, or his categorical doubts, and of course Doro sensed that. At least, she never wanted to discuss the matter with him.
How different from when she came to praising or criticizing what she found in his essays! Schepp’s glance passed over the top of the desk, going to where there was nothing now between Doro’s hands but a dark mark on the leather surface – and then he remembered what it was that he wanted to do. He found the manuscript, with the last page that Doro had added to it on top. Sorting it out quickly, he glanced over her notes in the margins and between the lines, without really understanding them. At last he had all the sheets of paper in the right order, with Doro’s postscript at the bottom of the pile, and he could begin reading.
However, that very thing now seemed to Schepp completely impossible. Who could read in this situation, beginning at the beginning, reading it word for word? In addition, there was the fact that the pages began with his own text, the work he had thrown away long ago. It was absurd. Schepp kept looking through them to the place where Doro’s closing comments began – how familiar her writing was! At least he could cling to that.
But as soon as Schepp began reading here or there, the mere sight of her handwriting filled him with a sense of uneasy perplexity. And also, increasingly, with perplexed uneasiness, and soon with undisguised discontent. How could he bear what she wrote on that final page? Doro had probably not been responsible for her own actions when she wrote it, so close to her end. Schepp quickly put that sheet of paper aside, but his eyes lingered on one of the last pages: “I am under some pressure, because I must write my farewell letter tomorrow.” Oh God, what had she intended to do? Had she guessed her own death was coming? Or as she wrote that, had she even – even anticipated going to meet it? No, out of the question, Doro would never have done such a thing.
Or would she?
In his distress, that morning Schepp, grinding his teeth, turned himself back into what he had really been all his life, a patient scholar in search of sources. At the end of his typescript, Doro’s notes began with a question mark in the margin, and on the back of that sheet she had written an abrupt, “As if he would have said such a thing in that situation.” In the text itself, she had crossed out the name of a bar and substituted the name of the bar that he, Schepp, regularly patronized – what was the idea of that?  Equally puzzling was the question mark in the margin a little closer to the beginning: “Why don’t you just call him Hinrich?” Schepp leafed on to the conclusion again. “Don’t pretend to me any more, that’s never the end of the story.” Good heavens, it all sounded as if he would have done better not to read anything.
But he couldn’t grasp it all at a glance, he must read it, read it from the beginning, or it would be far more difficult for him to endure.

Sonnenbaden in Sibirien

Sonnenbaden in Sibirien

Sonnenbaden in SibirienDreiseitige Geschichten

erschienen/erscheint bei:

Verlag Ulrich Keicher, 10/91

Klappenbroschur, Fadenheftung, Bleisatz
16 S.

Bezug über http://www.verlag-ulrich-keicher.de

Auch abgedruckt in:
Das Schweigen am andern Ende des Rüssels

Entstehungszeitraum: 11/07/1991

Sonnenbaden in Sibirien
Um China kommt keiner herum
Ein Gletscher in der Wüste Gobi

„erlesene, klanglich und rhythmisch wohl durchkomponierte Sprache, aber dennoch nicht frei von erfrischender Ironie“
(Markus Pauly, Göttinger Zeitung, 31/1/91)

„In einem die Regeln unterlaufenden und manchmal an Ausländerdeutsch erinnernden Satzbau wird von Reisen (…) erzählt.“
(Walter Hinck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25/1/92)

„merkwürdige Satzformen (…), deren Konstruktion und Wortstellung nicht dem Diktat sprachlicher Gepflogenheit, sondern den Verlockungen lyriknaher Rhythmik folgen. (…) Dabei entsteht ein sehr eigener, allenfalls von expressionistischen Akkorden untermalter Ton, aber es entsteht in der Haltung des Autors auch jene Ironie, in die sich die Romantiker flüchteten (…)“
(Erich Pawlu, Donau-Zeitung, 25/3/92)

„ein Formfex im Wortfels“
(Tobias Gohlis, DIE WELT, 4/4/92)