Romane

Aus Fälle/Zerlegung des Regenbogens

Aus Fälle/Zerlegung des Regenbogens

Aus Fälle/Zerlegung des RegenbogensEin Entwickelungsroman (12/10/79)

erschienen/erscheint bei:

Weismann (Kunstmann), 10/87
http://www.kunstmann.de

1122 Seiten (561 Druckseiten)
ISBN 3-88897-028-8
1.000 numerierte Exemplare
Leinen

Entstehungszeitraum: 16/01/1985

Thema des Romans ist der Roman.  Das heißt Thema des Romans ist der König von Thule, also der Kaiser von China.  Das heißt Thema des Romans sind die „Farben der Vokale“, derjenigen nämlich aus Worten wie T d, BI“te, Zusamm nhang … Wohin zum Beispiel rutscht das e aus dem (üblicherweise erwarteten Text-)Zusamm nhang? – In den Entwicklungsroman, dessen 13 verschiedene Aus Fälle sich an der stets gleichen Alltagssituation entzünden: „Der Mensch geht aus dem Haus.“ Das heißt genau genommen sind es bloß zwölf Aus-dem-Haus-Fälle, ein Kapitel ist vom Leser erst noch zu schreiben.  Das heißt genau genommen: von Ihnen, denn der (herkömmliche) Leser wird im 11. Kapitel ja ermordet, das heißt erm rdet – natürlich mit einem o. Wie das Kapitel übrigens auch, das heißt: Ob dieses selbst oder gar sein Bruder erm rdet wird, der gesamte Roman, das erscheint nach einmaliger Lektüre noch ebenso „undurchsichtig“ wie die Farbe der M rdwaffe: ist sie grün oder papierweiß?  Von exakt der Couleur also, wie sie selbst in vorliegende Zeilen beständig hereinfrißt, während Sie ruhig lesen …
… allem Anschein nach einen dezent verwirrenden Text über einen offensichtlich verwirrenden Roman in der Nachfolge Arno Schmidts, insbesondere auch der französischen und deutschen Autoren um die Jahrhundertwende (Mallarmé, Gide, C. Einstein, Benn).  Das heißt dessen Grundidee ist eigentlich romantisch („Synästhesie“), sein Aufbau goethisch („Wanderjahre“), sein Konzept nietzscheanisch („Perspektivismus“), der Inhalt kafkaesk … Trotzdem werden 13 bzw. 12 Kurz- bzw.  Langgeschichten erzählt – sogar auf doppeltem Boden: demjenigen des Textes und dem des Textes über über den Text; trotzdem treten Figuren auf:
der Mensch, der Autor, das Kapitel, der Leser, Sie usw.; trotz allem wird gehandelt, verhandelt, gesprochen, versprochen und verschwiegen: bis plötzlich sich fügen die verschiedenen Varianten des Romans zu einer einzigen großen Entwickelung, zur phantasievoll angereicherten Stadt, die auf dem Meeresspiegel schwimmt mit all ihren Cafés, Obst- und Eisständen, ihren Armleuchtern, Handlangern und Fingerspitzengefühlen, mit ihren auf arabische und chinesische Assoziationsebene oft hinübergleitenden Handlungsebenen, mit ihren gefährlich weißen Rückseiten, auf die Worte und Sätze, Protagonisten und Fabelführung bisweilen sich zurückziehen bzw. zurückgezogen werden …
Das heißt: Ob sie noch schwimmt oder erneut ins Schwimmen gerät, die Stadt, ist nicht ganz eindeutig, schließlich versinkt sie völlig lautlos bereits im ersten Kapitel. Gerade dadurch aber bietet sie Anlaß zu den blühendsten Phantasien, zu Sprachverbiegung und -artistik, zu philosophischen Seitenblicken und philologischen Seitenhieben, zu –
– insgesamt gesehen einem Buch, das auf den verschiedenen Ebenen gelesen werden kann: als bloße Reihe von thematisch sich in zunehmender Weise verzahnenden Geschichten, als Assoziations- und Dissoziationsraum der unterschiedlichsten Reflexionen, als Literatur über Literatur, als stilistisches und drucktechnisches Experimentierfeld … das heißt: gelesen werden kann und soll; immerhin beabsichtigte der Verfasser, mit seinem „Regenbogen“ einen Text zu schaffen, in den sich auch der gebildete Leser guten Gewissens ein zweites Mal versenken könnte.  Hat man die gefürchtete „letzte Seite“ nämlich einmal erreicht, erscheinen alle 561 vorangegangenen in einem neuen Licht … : eine Herausforderung nicht zuletzt für den – pardon:
für Sie.

„Das freut die Herrschaften, die mit Jean Paul und Arno Schmidt groß geworden sind und immer von einem raffinierten Text-Leser-Konkubinat träumen (…)“
(Helmut Böttiger, Stuttgarter Zeitung, 10/1/91)

„So präzise, so methodisch und mit einer solchen, geradezu mathematischen Konsequenz – kurzum: so vollkommen – hat noch kaum ein Autor seinen ersten Roman ruiniert. Die ‚Zerlegung des Regenbogens‘ ist eine meisterlich ausgeführte literarische Prozedur! (…) Die Atmosphäre einer entfesselten, alles kontrollierenden, durchrechnenden und dabei sich selbst aufhebenden und jedes Erzählen zerstörenden Rationalität ist daher das erste, das sich dem Leser mitteilt. Unter der Oberfläche dieser an sich schon bewundernswerten, experimentellen Fingerfertigkeiten aber durchzieht den Roman ein ganz und gar poetisches Motiv (…). Umhertappend in diesem bewußt herbeigeführten ‚Wirrgarten willenloser Wortspielerei‘ und angesichts der berserkerhaften Anstrengung, die der Autor sich selbst und uns zugemutet hat, erhalten wir plötzlich eine Ahnung von dem, was uns entgeht, und was das sein könnte: die durch nichts beschnittene Bedeutungsfülle der Sprache, ihre rein erklingende Musikalität, ihre unverstellte Schönheit.“
(Thomas Kempf, Süddeutsche Zeitung, 17/2/88)

„eine der merkwürdigsten Erscheinungen moderner Literaturproduktion (…) Politycki hat, wenn nicht alles täuscht, mit seinem Roman nicht nur die Eigenwilligkeit von James Joyce und Arno Schmidt, sondern auch die Phantasmagorien der gesamten Romantik in den Schatten gestellt.“
(Erich Pawlu, Donau-Zeitung, 4/10/89)

„ein unterhaltsames, ein vergnügliches Buch, keineswegs trockene ‚Germanisten-Prosa‘ (…): Wir haben es mit dem Werk nicht eines ‚Erzählers‘, sondern eines ‚Wortweltenerbauers‘ zu tun.“
(Ralf Sziegoleit, Frankenpost, 24/3/88)

„ein multipler Roman (…), ein überaus helles, ja vielleicht zu helles Buch (…), sich immer wieder selbst aufbauend und zerlegend, permutierend und kommutierend“
(Christoph Bartmann, Der Falter Nr.8/88, 26/2/88)

„Beim Lesen fällt sofort die ungeheure Musikalität der Sprache auf.“
(Uwe Dolderer, Schwäbische Zeitung, 22+23/10/88)

„Der Roman ist schrecklich avantgardistisch und superintellektuell; er soll ein Sprachspiel darstellen. Der Rezensent hätte gern mitgespielt, aber man hat ihm die Regeln nicht verraten; deshalb ist er jetzt böse und lehnt dieses Buch ab.“
(Klaus Falge, ekz-Informationsdienst, Nr.16/88)

„Mehr Kafka als Krimi (…) ein überdimensioniertes Prosagedicht, ein Wahnsinns-Projekt“
(Eva Strasser, Wiener, Nr.7/88)

„Vielleicht die einzige Form, wie man heute noch einen Roman schreiben kann (…)“
(Joachim Gaertner, Süddeutscher Rundfunk, 5/4/88)

„Polityckis Problem (…): Er kann zu viel, und dieses Können erdrückt nicht nur den Leser, sondern auch das Werk.“
(Friedhelm Rathjen, DIE ZEIT, 22/4/88)

„Schreiben jedenfalls kann er – so viel dürfte (…) feststehen.“
(Joachim Gaertner, Radio Bremen, 6/4/88)

„wirkt erfrischend auf denjenigen, der sich (…) die Muße nimmt, sich auf die Sprache dieses Buches einzulassen. Sie bläst einem den Kopf frei, sie macht sensibel für die alltägliche Vergewaltigung der deutschen Sprache in sämtlichen Medien. Sie läßt erahnen, welche Möglichkeiten Sprache überhaupt hat …“
(Günther Fischer, Münchner Stadtzeitung, Nr. 10/88, 6-19/5/88)

„eine irritierende Welt aus Sprachtönungen und –tönen, die sich nie absolut nimmt“
(Uta-Maria Heim, Stuttgarter Zeitung, 5/4/88)

„Altes Erbe, von Sterne bis Jean Paul und anderen wird hier aufgegriffen und verarbeitet, so wie der ganze Roman die Tradition durchaus nicht verleugnet, sondern erweitert. Wenn das nicht die nobelste Aufgabe von Literatur (…) ist? ‚Aus Fälle‘ wird seinen Weg machen.“
(Helmut Martin, Süddeutsche Zeitung, 26/11/87)

„Was derartig durchkonstruiert und theoretisch fundiert sich präsentiert, ist jedoch keineswegs langweilig, sondern steckt voller Witz und (Selbst-)Ironie.“
(M.K., Hannoversche Allgemeine Zeitung, 17/11/87)

„ein Anschlag auf alle Lesegewohnheiten (…) Ich kenne keinen Roman, der sich so konsequent seinem Eigenleben verschrieben hat, und nach anfänglicher Skepsis (…) kann ich inzwischen nur noch von wachsender Achtung, ja Bewunderung berichten: Prosa absolut auf der Höhe der Zeit, ein Meisterwerk der meta-verspielten Postmoderne.“
(Herbert Kapfer, Bayerischer Rundfunk/Kultur aktuell, 23/10/87)

„ein Brocken (…), ein überdimensioniertes Prosagedicht (…), eine Gebrauchsanleitung des Germanisten Politycki für den zukünftigen Romancier Politycki.“
(Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk/Bücher im Gespräch, 27/3/88)

„Vergleiche zu großen experimentellen Werken der Weltliteratur scheinen in diesem Fall nicht zu hoch gegriffen zu sein, ‚Tristram Shandy‘ kommt einem in den Sinn, ‚Gravity’s Rainbow‘ und ‚Finnegans Wake‘ von James Joyce.“
(Münchner Merkur, 26/11/87)

„ein Lese-Experiment, das den Text selbst zum Thema macht und dennoch viel mehr ist als nur eine intellektuelle Spielerei“
(Ulrich Knoche, Lübecker Nachrichten, 13/11/87)

„zeigt, was mit deutscher Sprache nach und ohne Arno Schmidt noch möglich ist“
(Karl Bruckmaier, Süddeutsche Zeitung, 3/12/87)

„gratuliere (…) zur unüberschaubar gewordenen Fülle gelungenen Wortwitzes. (…) Ist die Bedeutung der ‚Aus Fälle‘ vielleicht vergleichbar (…) mit Oswald Wieners ‚Verbesserung von Mitteleuropa‘?“
(Herbert Kapfer, Bayerischer Rundfunk/Zündfunk, 25/10/87)

„ein Sommernachtstraum der Sprache (…): Arno Schmidt schrieb Zettels Traum und er verzettelte sich für meine Begriffe restlos in diesem Vorhaben. Matthias Politycki hingegen, so meine ich, ist gelungen, was Arno Schmidt nicht gelang: nämlich die Wiederherstellung von Sprache durch deren poetische Verwirrung.“
(Heinz Friedrich, anläßlich der Verleihung des Civitas-Preises, 10/7/87)

„ein Roman, der mit Sprache jongliert wie Rastelli mit Bällen und Keulen“
(Hartmut Panskus, Börsenblatt, 4/8/87)

Taifun über Kyôto

Taifun über Kyôto

Taifun über Kyôto

erschienen/erscheint bei:

Luchterhand, 8/93
vergriffen; zu beziehen über Warmbronner Antiquariat Ulrich Keicher, Postfach 7044, 71216 Leonberg, Tel. 07152/72195, U.Keicher@t-online.de

239 Seiten
ISBN 3-630-86818-5
Gebunden

Entstehungszeitraum: 26/03/1988 - 13/05/1991

Nur wegfahren und ausspannen wollte der Held in Matthias Polityckis zweitem Roman, nach anstrengenden Arbeitswochen. Doch in der Halle des südfranzösischen Hotels macht er eine seltsame Entdeckung: An der Wand hängt ein japanischer Gobelin, und eine der Frauenfiguren darauf hat ihm, es war nicht zu übersehen, ein Zeichen gegeben.
Ein eigenwilliger Krimi beginnt. Was will diese Midori von ihm, was verbirgt sich hinter ihrem kreideweißen Lächeln? Ihr wurde ein Schädel in Anwesenheit des gesamten Hofstaats überreicht. Wem gehörte der Kopf, und weswegen wurde er abgeschlagen? Je weiter die Reise in das mittelalterliche Japan des Teppichs geht, um so undurchdringlicher scheinen die Geheimnisse zu werden. Die Farben auf Midoris Kimono wandern, die Landschaft verändert ihr Aussehen, während sich sein Betrachter allabendlich in den Teppich hineinträumt und mit Midori zum Teepavillion, im Felsengarten und zum Kaiserpalast spaziert, ohne zu wissen, was sie ihm sagen will. Geht es nicht längst schon um seinen eigenen Kopf, statt darum, ein Verbrechen aufzuklären? Ist Midori wirklich eine Prinzessin, oder wird sie nicht erst durch den Betrachter dazu gemacht?
„Taifun über Kyôto“ ist ein Roman über die Sehnsucht und das Wirken der Phantasie. Was mit sanften Urlaubsentrücktheiten beginnt, endet im Strudel von nicht mehr entwirrbaren Wahnvorstellungen.
Gedichte spielen dabei eine wichtige Rolle, und so wie sich das Bewußtseinslabyrinth seines Helden immer weiter verzweigt, hat der Autor dem Satzbau einen lyrischen Rhythmus gegeben und mit Hilfe von Inversionen der Alltagssprache einen epischen Klang von großer Suggestivkraft verliehen.

„Erzähl mir die Geschichte!“
„Welche Geschichte?“
Ach, Midori, welches Grillengezirp, welcher Garten wohl, moosbewucherte Steinlaternen lenkten den Blick ins kunstvoll kultivierte Abseits …
„Die Geschichte natürlich des abgeschlagenen Schädels: deine Geschichte. Meine Geschichte.“
Ihr Gesicht, undurchsichtig und faltenlos fest wie ein kostbares Papier, jäh von der Tuschbild-Röte wurde übergossen eines umstürzenden Tintensteines:
„Dein Geist irrt umher. Frieden braucht er und die Stille des Tees.“
Schon hatte ihre Sicherheit zurück sie gewonnen, zauberte ihr Lächeln über Kopf & Körper, nahm mich gefangen. Hatte jemals Zweifel ich gehegt? Nein. Gab es irgendwelche Fragen, die offen standen? Nicht in ihrer Nähe. Über verwachsene Pfade sie geleitete mich ins Unterholz, versetzt angeordnete Trittsteine verzögerten den Schritt, vorbei an einigen perspektivisch plazierten Felsblöcken und – in den Goldpavillon, ausgerechnet! Dessen Eingangstür tief in die Knie mich zwang. In einem kleinen Vorraum sie hieß mich setzen: in den Duft der Tatamimatten, kniete selbst sich mir gegenüber. Fächelte Luft sich zu und mir, legte den Fächer zusammen und quer vor sich ab; nachdem mit der Stirn sie den Boden kurz berührt, sie bedeutete mir zu warten.
Geräuschlos eine Schiebetür sie schob zur Seite und – der Kimonosaum schrittweise erzeugte schleppenden Schleifton – verschwand: Nichts als Papierwand umgab mich, strohgedeckte Leere. Hier also ich hatte sie gesehen, die Mörder, wie sie gewartet auf den Überbringer der Nachricht; ja: Mit gefrorenen Gesichtern hier hatten sie gehockt – und hockten vielleicht noch immer?! im Nebenraum und diesmal erwarteten – meinen Kopf?
Wie lange ich saß wohl mit mir und dem Atmen, das ruhiger werden nicht wollte, mit mir und den Fragezeichen, die Midoris Abwesenheit nutzten und aufknisterten hinter meinem Rücken: Sollte eine Warnung es sein, daß hierher sie mich geführt, eine Drohung? Machte gemeinsame Sache sie mit den Drahtziehern der Hinrichtung? Würde auch mich sie verraten wie einst den -, da wieder in all ihrer fremden Anmut sie erstrahlte vor mir, hieß mich mitkommen: Hinaus in den Garten …

„erinnert an den hohen Ton und die Wortgewalt klassischer Versepen, (…) an das Pathos und an die suggestive Ausstrahlung gebundener Sprache“

(Michael Schmitt, Hessischer Rundfunk, 19/5/94)

„Ein wunderschöner Roman, der es wert ist, daß man sich darauf einläßt.“

(Wirtschaftswoche, 10/2/94)

„Matthias Politycki hat ein intrikates Vexierspiel geschieben und damit in gewisser Weise doch an seinen Erstling, den vielbeachteten (…) Roman ‚Aus Fälle / Zerlegung des Regenbogens„ angeknüpft.“

(Friedhelm Rathjen, Basler Zeitung, 25/3/94)

„Wer das Buch zweimal liest, hat womöglich einmal einen Kriminalroman und das andere Mal einen Essay über Wahn und Phantasie gelesen. (…) Politycki gelingt es, die Japan-Fiktion seines Erzählers als Welt erstehen zu lassen und sie als Konstrukt offenzulegen“

(Christoph Bartmann, Die Presse, 29/1/94)

„Ein phantastischer, mit Krimi-Spannung aufgeladener Roman, dessen rhythmisch beschwingte Sprache zu tanzen scheint“

(Rolf Seeliger, tz, 20/1/94)

„Poesie pur. Eigenwillig, präzise und freiwillig komisch selbst in den haarsträubendsten Situationen berichtet Politycki von einem, der auszog, das Sehnen zu lernen.“

(Ira Panic, Hamburger Morgenpost, 9/11/93)

„ein Buch mit literarischem Witz und Verstand“

(Ralf Sziegoleit, Frankenpost, 8/10/93)

„eine ausgefeilte ironische Spielerei, voller Anspielungen und aufgebaut auf streng rhythmisierten Sätzen“

(Michael Schmitt, 3sat, 19/10/93)

„ein hochartifiziell durchgearbeiteter Text über das Entstehen einer Sehnsucht, in virtuoser Sprache und abseits eines linearen Erzählens“
(Helmut Böttiger über die Lesung eines Textauszugs beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, Stuttgarter Zeitung, 2/7/91)

„Zur Markierung seines irritierten Helden irritiert Politycki durch Wortumstellungen die Regeln der Syntax und verstellt sich fürs erste den Weg, den er, so hoffen wir, in der Literatur machen wird.“
(Verena Auffermann über die Lesung eines Textauszugs beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, Süddeutsche Zeitung, 2/7/91)

„Polityckis vertrackt-gelehrtesk, mit quälenden Inversionen aufgeladenes Rätselspiel um einen japanischen Gobelin mißfiel den Juroren als zu anspruchsvoll.“
(Hannes Hintermeier über die Lesung eines Textauszugs beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, Abendzeitung, 1/7/91)

Weiberroman (1997)

Weiberroman (1997)

Weiberroman (1997)Historisch-kritische Gesamtausgabe

erschienen/erscheint bei:

Luchterhand, 6/97 (vergriffen); zu beziehen über Warmbronner Antiquariat Ulrich Keicher, Postfach 7044, 71216 Leonberg, Tel. 07152/72195, U.Keicher@t-online.de

420 Seiten
ISBN 3630869718

Entstehungszeitraum: 28/09/1993 - 16/02/1997

Weitere Formate und Veröffentlichungen


E-Book "Weiberroman"
Weiberroman

Als E-Book erschienen am 22.7.2013 bei Hoffmann und Campe
Dateigröße: 1029 KB
Seitenzahl der Printausgabe: 432 S.
€ 5,99



Kindle-Edition bei amazon.de: http://www.amazon.de
EPUB bei buecher.de: http://www.buecher.de
iTunes: https://itunes.apple.com


Weiberroman (Taschenbuchausgabe)
Weiberroman (Taschenbuchausgabe)
Broschiert - Rowohlt Tb.
Erscheinungsdatum: Juli 1999
ISBN: 3499223910
vergriffen

Auszug in: Stuttgart. Hg. I. Ferchl. 2000. Das große Buch der Liebe. Hg. G. Stolzenberger. 2006.

Sie müssen von jeder Generation immer wieder neu erzählt werden, die Liebesgeschichten, und zwar dringend. Zum Beispiel die von Gregor Schattschneider, dem 17jährigen „Vollromantiker“, der die blonde Kristina aus der Foto-AG anhimmelt und nicht wahrhaben will, daß die ganze Kleinstadt in das Mädchen mit der blitzenden Zahnspange verliebt ist. Oder die des Teilzeitstudenten Schattschneider in Wien, der sich lieber in Teufels Küche begibt, als der in jeder Hinsicht entwaffnend direkten Tania zuzugeben, wie sehr er sie mag, nein: liebt, nein: viel mehr noch. Oder die des Mittdreißigers Schattschneider in Stuttgart, der die schöne, deneuve-hafte Katarina verehrt und bewundert, aber das Begehren verlernt, sobald das Zusammenleben mit ihr das Gewohnte, das Gewöhnliche geworden ist.
Gemeinsam ist den drei Liebesgeschichten nur eines: sie gehen noch übler aus als von Schattschneider befürchtet.  In schönstem Selbstbetrug schreibt er sie um, seine Katastrophen, und wir, die Leser, durchschauen seinen Arbeitstitel Weiberroman nicht nur als Maskerade, sondern merken sehr bald, was Schattschneider nicht bemerken wollte oder konnte: wie sehr sich  dieser Selbstverhinderer vor seinem Glück versteckt, wie sehr er gelebt und geliebt hat, trotz allem.
Schattschneiders Geschichte ist, von ihm ganz und gar unbeabsichtigt, immer auch Zeitgeschichte und erzählt – mal staunend, mal ironisch – von Ostpolitik bis Mauerfall, von Schlaghosen bis Kefir-Diät, von dem, was uns umgetrieben hat in den „goldenen“ 70er und 80er Jahren, Darüber hinaus lesen wir seine Aufzeichnungen mit dreifachem Vergnügen: als Buch der Liebesumwege, als Hommage an drei Frauen und als Roman einer Epoche, in dem die Stimmungen und Moden, die Musik, die Illusionen und Aufbrüche zum Greifen nah sind.

(Textauszug vom Anfang des zweiten Teils, „Tania“)

Am Vorabend der Schlägerei
, also am Freitag, denn in den „Popklub“ fuhren wir immer samstags, hatten wir viel zu tun – summa summarum bis halb drei, wie Gregor tagsdrauf belehrt wurde vom Zabransky Leopold, der genau gegenüber wohnte im Rückgebäude und nur übern Hof schauen mußte, sobald ihm der Kuckuck aus der Uhr kam -, am Vorabend der Schlägerei hatten wir viel zu tun, bis sämtliche Hemdkrägen abgeschnitten waren, vom Flur vernahm man das gleichmäßige Schnarchen von John & Ann, vernahm bisweilen das Geschlurfe von Silvano, der sich ein Bier aus der Küche holte, durch die Wand der Nachbarwohnung hustete die Kreuzberger Hermine, und manchmal, bei einem besonders symbolträchtigen Schnitt, schrillte Eckis Gekecker durch die Luft, daß die Kerzenflammen zuckten: Bügeln, das war nicht gerade unser Hobby, und bei den Indienhemden, die wir heute mittag auf dem Naschmarkt entdeckt hatten, gab’s ohnehin keine Krägen. So gegen Mitternacht – vor uns, auf dem Sisalläufer, lag der Rest unsrer Kindheit, ein kümmerliches Häuflein – nahmen wir den zweiten Doppler in Angriff und, zum letzten und entscheidenden Mal, unsre Hundert-Punkte-Liste-für-den-heiratswilligen-Jungerpel. Die las sich zwei Stunden später dann wie folgt:

„1. Ist sie wirklich schön
(nicht etwa bloß charmant, apart, hübsch, lieb, süß, sonstwas; herrscht wirklich Ruhe im Raum,
wenn sie ihn betritt)? Maximal 13 Punkte.
2. Ist sie wirklich intellektuell (nicht nur: intelligent, schlau, klug, gebildet, belesen,
bebrillt, sonstwas)? Maximal 13 Punkte.
3. Hat sie wirklich Temperament (ist sie mittelpunktsfähig – und hält sie das durch)?
Maximal 10 Punkte.
4. Lebt sie wirklich selbst, oder wird sie gelebt (bzw. noch schlimmer: will sie für
einen Mann leben, für ein Kind oder einen Kaktus)? Maximal 8 Punkte.
5. Ist sie wirklich scharf (oder tut sie lediglich so; oder ist sie’s ausschließlich,
solang sie sich als schöne Wienerin verkleiden kann)? Maximal 8 Punkte.
6. Hat sie mit einem Mann wirklich genug (lebenslänglich)? Maximal 7 Punkte.
7. Hält sie’s aus, daß wir zwar verdammt viel vorhaben in diesem Leben, aber kaum was,
wofür man ordentlich Kohle kriegt (lies: daß wir mit unsern – heute, am 3. Juni 1977 –
einundzwanzig bzw. achtzehn Jahren am liebsten schon in Rente gehen würden, um
ausreichend Zeit fürs Eigentliche zu haben)? Maximal 6 Punkte.
8. Und zwar ohne zu meckern (sei’s mit, sei’s ohne Worte)? Maximal 6 Punkte.
9. Kann sie mit uns Pferde stehlen, ohne zu einer Frau zu werden, mit der man
Pferde stehlen kann? Maximal 5 Punkte.
10. Verträgt sie was (ordentlich was), ist sie in der Lage, beim Kampfplaudern
mitzuhalten (und traut sie sich vielleicht gar, das Glas zu klauen)? Maximal 4 Punkte.
11. Ist sie meisenfrei? Zumindest: Hat sie weniger Meisen als Trixi oder Kosima?
Maximal 3 Punkte.
12. Begreift sie den Satz ‘Schiller schlägt Goethe, wird aber von Hölderlin geschlagen’?
Maximal 3 Punkte.“

Das erschien uns gegen Ende des zweiten Dopplers
zwar plötzlich alles ganz einleuchtend und nicht weiter der Rede wert, hatte zuvor allerdings große Grundsatzgespräche erfordert, in deren Verlauf sowohl Ecki gründlich ins Kopfhaut-Kratzen geraten als auch Gregor nicht darum herum gekommen war, sein Lederarmband rauf- und runterzuschnüffeln.
„Hoffentlich machen die nicht auch ihre Listen“, war Ecki schließlich nahe dran, die Nerven zu verlieren: „Listen über uns.“
Ach Ecki. Hatten wir nicht beschlossen, aus dem Alter raus zu sein, wo man solche Sätze sagte? Gerade weil man sie dachte, solche Sätze, weil man sie fast täglich dachte (…)


„Schöne Frauennamen, weniger schöne und unschöne“ (TuZ/TaLi[25]):
(Aus dem Anhang des Weiberromans)

Diese Liste, obwohl undatiert, ist in ihren Urspüngen sehr genau dem 12. Januar 1979 zuzuordnen, dem Abend unsres letzten Playmate-Seminars, vgl. S.352. Selbstverständlich umfaßte unsre damalige Liste nur einen Bruchteil der im folgenden wiedergegebnen Namen; Schattschneider muß die Liste über Jahre hinweg weitergeführt und ergänzt, geradezu „aktualisiert“ haben: Nicht wenige der von ihm aufgelisteten Frauennamen finden sich in mehreren Sparten, immer wieder aufs neue durchgestrichen und neu bewertet – allen voran der Name Tania, der, mit Ausnahme der Sparten -1 und +1 in allen andren Sparten auftaucht. – Wiedergabe der Liste nach dem letztgültigen Stand, also (aufgrund der Signifikanz einiger mit Bleistift bzw. Kugelschreiber zusätzlich eingetragener Namen) mindestens Mitte ’96. Eine Kommentierung derselben, insbesondere die Korrektur einiger besonders eklatanter Fehlurteile (Vanessa +3! Inge -4! usw.), wie auch eine weitere Ergänzung und Aktualisierung bleibt ein Desiderat der zukünftigen Schattschneider-Forschung.

+4: Jessica, Julika, Katarina, Kristina, Marietta, Nastassja, Tania, Tatjana
+3: Emanuelle, Janet, Jennifer, Larissa, Rebekka, Uma
+2: Alice, Astrid, Danielle, Denise, Dominique, Iris, Jasmin, Marilyn, Sissy, Stefanie
+1: Angie, Beatrice, Brit, Carol, Dany, Eva (kommt drauf an), Franzi, Lotti, Lou
0——-0———-0———–0———–0———-0——-0
-1: Andrea, Angelika, Belinda, Christiane, Clarissa, Doris, Elke, Françoise, Gudrun, Hannah, Kosima, Nadine, Sylvia, Yvonne
-2: Annette, Barbara, Edith, Elisabeth, Gitte, Jacqueline, Lydia, Marion, Miriam, Monika, Nadja, Natascha, Olivia, Patrizia, Petra, Petty, Renate, Rita, Sabine, Theres
-3: Amalie, Antonia, Dagmar, Franziska, Gabi, Grit, Hannelore, Heidi, Helene, Helga, Ilse, Irmgard, Klara, Lizzy, Maria, Marianne, Renate, Roswitha, Sybille, Ulla,
-4: Bärbel, Charlotte, Christl, Clementine, Constanze, Cordula, Edeltraud, Elfi, Emilie, Eusebia, Felizitas, Gerda, Gisi, Gitti, Grete, Henrike, Henriette, Irmengard, Isabella, Josephine, Karla, Lotte, Lukrezia, Ruth, Traudel, Trixi, Trude, Ulli, Ursel, Uschi, Vroni.

„de(r) vielleicht flotteste Roman eines jungen deutschen Autors in diesem [Herbst]“
(Wilfried F. Schoeller, Hessischer Rundfunk(FS)/ Bücher, Bücher, 6/7/97)

„Der Roman liest sich wie die Hommage auf eine Zeit, da die Gitarren noch heulten, der Baß noch gezupft wurde, der Beat noch nicht von der Drum-Machine kam. (…) der Roman (könnte) ein Kultbuch werden“
(Hajo Steinert, Hessischer Rundfunk(FS)/Bücher, Bücher, 6/7/97)

„macht Lust und Laune“
(Bunte, 3/7/97)

„Ein großes Lesevergnügen zwischen Nostalgie, Liebesroman und Comedy.“
(YoYo, 16/7/97)

„ein außergewöhnlicher Roman über Frauen“
(Penthouse, 8/97)

„Hoher Anspruch, komisch verpackt: Matthias Politycki hat gewagt – und gewonnen (…) (Matthias Politycki‘s) erotischer Stadt- und Zeitroman gehört zweifellos zu den erfreulichsten deutschen Neuerscheinungen der letzten Jahre. (…) Ich habe (…) selten so emphatische und lustige Beschreibungen der absurden Double-bind-Fallen männlichen Begehrens gelesen wie im ’Weiberroman’. (…) Wer über solcher Lektüre nicht selbstkritische-wiedererkennend aufseufzt, der hat kein Herz. Und wer sich gegen Polityckis wunderbar komische Analyse des ganz gewöhnlichen erotischen Männerseelen-Slapsticks mit feministisch korrekten Einwänden verstockt, der hat keinen Funken Humor. (…) (ein) erfreulicher und intelligenter Roman (…), eine spannend, sexy und stilistisch einfallsreich erzählte Geschichte (…) (Matthias Politycki)) kann wirklich erzählen, er ist wirklich komisch, sein Text ist sorgfältig gearbeitet und macht Spaß.“
(Stephan Wackwitz, Die Woche, 18/7/97)

„Virtuos, witzig und ironisch, aber auch mit dem nötigen Schuß Sentimentalität erzählt (der Autor die Geschichte eines mittelmäßigen Don Juan, in dem sich ein Stück bundesrepublikanische Geschichte spiegelt.“
(Alexander Altmann, tz, 15/7/97)

„Der ’Weiberroman’ (…) findet den Zugang zur Befindlichkeit einer Generation (…) alles andere als eine Macho-Phantasie“
(Michael Schmitt, ZDF/Aspekte, 18/7/97)

„ein Schelmenroman, (…) reich an Aufschlüssen über (…) das Rätsel Mann. Ein starkes Stück, auf jeden Fall. Und der Beweis, daß es geht mit dem Erzählen (…), gescheit, originell, verspielt (…) ein federleichtes Epos, das dem Gewicht der Welt elegant spottet, die Sentimentalität nicht scheut, das Rätsel der Liebe nicht löst, aber charmant davor kapituliert. (…) der ’Weiberroman’ ist eins dieser geglückten Bücher mit Nebenwirkungen. Er macht, schlicht und gar nicht einfach, glücklich.“
(Ira Panic, Hamburger Morgenpost, 19/7/97)

„(Gregor Schattschneider: ein) Diderot der siebziger und achtziger Jahre (…), der Oblomow der goldenen siebziger und achtziger Jahre (…) versteht viel vom Sound seiner Generation (…). Der schüchterne Antiheld Gregor konfrontiert den Leser mit seinem eigenen Leben. (…) (ein) Generationsroman (…), (eine) rabiate und penible ’Männer’-Biographie der Softygeneration (…). Matthias Politycki ist ein Akrobat der Erinnerung. (…) (Wie bedauerlich), daß ’Männer’ Romane nur in Ausnahmezuständen lesen. Diesmal sollten sie es doch tun, (sie kommen als Intimbild der Sehnsucht darin vor!) Sie werden seufzen, lachen, räsonnieren und die lesenden ’Weiber’ im Beobachten ihres Gegenübers auch.“
(Verena Auffermann, Süddeutsche Zeitung, 19+20/7/97)

„eine geglückte Rebellion gegen die 68er auf der einen und die 89er auf der anderen Seite, gegen ideologische Bevormundung und Spaßkultur“
(Thomas Palzer, Arte/Metropolis, 26/7/97)

„ein (…) ambitionierter Roman (…), gekonnt und nicht uncharmant (…) geschrieben“
(Klaus Nüchtern, Falter/Wien, Nr.29/97)

„Matthias Politycki hat mit diesem historisch-kritischen Liebesroman eine längst überfällige und wunderbare Parodie auf die kuriosen Blüten des akademischen Daseins geschrieben.“
(Beate Berger/Esther Röhr/BS, Vogue, 8/97)

„Endlich ein Männerroman mit einem zupackenden Namen (…) – Matthias Politycki hat sich in seinem jüngsten Werk dem interessantesten Thema der Welt zugewandt: der ’Liebe’ und deren jeweiliger Ausgestaltung“
(Arne Braun, Lift/Stuttgart, 8/97))

„Die Dialekte von Wienerisch bis Schwäbisch, die Musikszene von Rex Gildo bis Pink Floyd, die Milieus und zeitgeistigen Accessoires von den Jeansmarken bis zur politischen Kulisse wie dem Fall der Mauer, in Innen- und Außenwelten stimmt da atmosphä-risch einfach alles und alles zusammen. (…) Soviel Lust mit dem Frust eines Mannes hat frau selten“
(Anita Pollak, Kurier/Wien, 27/7/97)

„(ein) Schelmenroman von Liebe, Leid und Rockmusik“
(Ernst A. Grandits, 3sat/Kulturzeit, 22/7/97)

„Matthias Politycki (gehört) als Romancier und Lyriker zu den einfallsreichsten Sprachschöpfern unter den zeitgenössischen deutschen Autoren“
(Ralf Sziegoleit, Frankenpost, 28/7/97)

„Das Besondere an diesem Buch ist wirklich, daß es Matthias Politycki gelingt, ganz poetisch und auf ganz originelle Art und Weise über den Alltag zu sprechen (…) (Der ’Weiberroman’) hat das Zeug, zum Buch des Sommers zu werden“
(Maike Albath, DeutschlandRadio/Galeria, 21/7/97)

„Matthias Politycki löst diesen Widerspruch [zwischen Bildungsroman und ewigem Infantilismus] mit Bravour, mit bravourösen Stilmitteln. Er bringt es fertig, die Erzählung fast zwanzig Jahre, von der Spät-APO bis zur Wiedervereinigung, passieren und gleichzeitig retardierend auf der Stelle treten zu lassen. Ein stillstehender Zeitroman. (…) Es ist erstaunlich, wie der Roman in diesen männererotischen Sümpfen, in dieser trüben Soße seines Stoffs nicht untergeht – wie Politycki auch an der Denunziation vorbeisteuert. Sein Hauptinstrument ist der Humorismus, ein anderes der sprachliche Eigensinn. Matthias Politycki verwendet einen saloppen, idiomatischen Stil, und er ist auf der Höhe, wenn er gesprochene Dialekte, den wienerischen und den stuttgarterischen, nachahmt. Die Tonspur der Liebesszene zwischen Schattschneider und der Metzgereiverkäuferin ist ein Kabinettstück. Das Gesprochene kombiniert Politycki mit Wortneuschöpfungen, mit großer Formulierungseleganz. Sprachlich und erzählerisch verfügt er über zwei schöne Eigenschaften der Literatur, die nur auf den ersten Blick nicht zueinander passen: Umständlichkeit und Schmiß. (…) ein großes Sittengemälde (…) Der ’Weiberroman’ [trifft] einen Nerv und Schattschneiders Lebensproblem die (komischen) Konflikte einer (Männer-)Generation. (…) Der Roman liefert die Darstellung einer Generationsfigur, und er zielt darüber hinaus.“
(Ursula März, Frankfurter Rundschau, 2/8/97)

„eine große Liebeserklärung an die 70er und die (…) 80er Jahre (…) ein Erzähler, der spürbar Freude hat am Schreiben, am Erzählen, der einmal nicht – wie so viele Autoren dieser Generation – daran leidet“
(Hajo Steinert, Deutschlandfunk/Büchermarkt, 4/8/97)

„eine Schatztruhe (…), in der man sich versenken kann“
(Verena Auffermann, Deutschlandfunk/Büchermarkt, 4/8/97)

„köstlich zu lesen (…) Herrlich (…) die Detailmalerei, mit der Politycki eine Jugend in der damaligen Provinz schildert (…). Der Autor versteht es wunderbar, in diese örtlich und zeitlich präzis verankerte Geschichte den Verlauf einer ersten Liebe einzuflechten – stets ironisch gebrochen und daher höchst glaubhaft. (…) (Der Weiberroman) bereitet unbändiges Lesevergnügen.“
(Bernd Berke, Westfälische Rundschau, 6/8/97)

„Nur wer die Frauen liebt, kann (und darf) einen so glimmernd-geilen, einen so respektvoll-lasziven, so selbstironisch-witzigen ’Weiberroman’ schreiben! (…) Einfallsreich, klug, komisch und ohne zu psychologisieren beschreibt Politycki, warum die Pubertät des Mannes erst mit der Midlife-crises ein Ende findet. (…) Diesem Autor ist nichts heilig“
(Michael Bauer, Focus, 4/8/97)

„Ein Buch wie ein Klassentreffen – nur lustiger“
(Frank Hertweck, Südwestfunk (FS)/Dichterclub, 6/8/97)

„(M.P.s ’Weiberroman’) erzählt temporeich, gekonnt unangestrengt und vor allem selbstironisch (…) (und ist) vor allem ein Buch übers männliche Erwachsenwerden (…), mit viel Zeitkolorit, aber von allgemeiner Gültigkeit. (…) Politycki erzählt schwungvoll und witzig, formal und sprachlich innovativ, arbeitet mit Neologismen, dialektalen Einsprengseln, Wiederholungen und elliptischen Sätzen. (…) Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, entwickelt aber eine enorme Sogkraft: Deutsche Literatur muß kein bißchen langweilig sein. (…) Der entsetzte Rezensent findet (…) im ’Anhang’ [des ’Weiberromans’] einen Klappentext-Entwurf (…), in dem schon alles steht, was sich in einer Rezension so schreiben läßt: Der ’Weiberroman’, heißt es da, sei ein Roman, der es in sich habe als ’Hohelied auf die Frauen, als frappierend scharf konturierte Antwort auf die Frage, warum es so aberwitzig wunderbar und schrecklich zugeht zwischen Männern und Frauen’. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Polityckis Spiel geht auf. Was für ein hundsgemeiner, hinterhältiger Roman.“
(Jörg Magenau, die tageszeitung, 15/8/97)

„(…) eine brüchige, sprunghafte, expressive Sprache (…). Wiederholungsreihen, Prädikatverschluckungen, Substantiv-Verbalisierungen lassen den Text knarren, machen ihn aber auch rhythmisch, poetisch manchmal. (…) ein Buch über die Sehnsucht nach der Liebe und über die Unfähigkeit, sie zu leben (…): Uralt und immer aufs neue aktuell.“
(Herbert Heinzelmann, Nürnberger Zeitung, 16/8/97)

„eine Art Altarbild und gleichzeitig (…) auch eine Art Sittengemälde (…), eine Archäologie des Alltags“
(Andrea Köhler, Schweizer Radio DRS 2/52 beste Bücher, 17+19/8/97

„Also ich hab’ mich einfach amüsieren müssen“
(Felix Schneider, Schweizer Radio DRS 2/52 beste Bücher, 17+19/8/97)

„Der Roman hat sehr widersprüchliche Gefühle ausgelöst bei uns.“
(Felix Schneider, Schweizer Radio DRS 2, „52 beste Bücher“)

„ein opulentes Erzählwerk (…) Wer (wie der Rezensent) der beschriebenen Generation angehört, wird an eigene, längst vergessene Lebensstationen und signifkante Einflüsse erinnert, glaubt in einen Spiegel der Erinnerungen zu schauen. Matthias Politycki hat ein großformatiges Generationsbild im Sinn gehabt. Dies ist ihm auch deswegen hervorragend gelungen, weil er seine Episoden stets in den zeitgeistlichen Kontext (…) eingebunden hat. Der ’Weiberroman’ (…) kann dank seines enormen Wiedererkennungswerts, seiner Mischung aus 20 Jahren Zeitgeschichte, Anekdoten und einer guten Portion Humor ein Bestseller auf allerhöchstem Niveau werden – eine Pflichtlektüre für all die, die heute zwischen 35 und 45 Jahren alt sind.“
(Peter Mohr, General-Anzeiger Bonn, 16/8/97)

„Ein Buch so recht nach dem Herzen der deutschen Literaturkritik“
(Der Spiegel, 25/8/97)

„ironisch, anspielungsreich, spielerisch (…), stilistisch (…) eigenwillig, aber immer ziemlich komisch erzählt“
(Sven Boedecker, Hamburger Abendblatt, 26/8/97)

„Man atmet durch und freut sich, daß die jüngere deutsche Literatur endlich Zeitgeschichtliches wahrnimmt. (…) die spielerische Wiederentdeckung der Sprachgewandtheit (…) bringt sicher die Beziehungsdebatte nicht weiter, unterhält aber bestimmt mehrere gemischtgeschlechtliche Runden von – sagen wir – vierzigjährigen Zeitgenossen. Das ist schon viel.“
(Inge Rauh, Nürnberger Nachrichten, 23+24/8/97)

„Nicht bitterernst wird der Kampf ums andere Geschlecht erzählt, sondern mit leichtem Augenzwinkern (…) – unbedingt vergnüglich zu lesen. Und was die Lektüre zudem auch noch spannend macht – neben den Liebesabenteuern des Helden – ist, das Politycki sehr treffsicher, sehr klug und kritisch ein Porträt der siebziger und achziger Jahre liefert (…) ein Buch, das Spaß macht zu Lesen, zugleich klug, kritisch und komisch ist“
(Michaela Wagner, Süddeutscher Rundfunk/Bücherbar, 24/8/97)

„ein echtes Kunststück: klug, komisch und anspruchsvoll erzählt“
(Nicole Bertram, Kölner Illustrierte, 9/97)

„(ein) grandioser Stadt- und Zeitroman“
(Usch Pfaffinger, Literaturblatt für Baden und Württemberg, (Sep./Okt.97)

„das Buch der Stunde (…) erhitzt die Gemüter wie schon lange keins mehr“
(Frank Sawatzki, Kölner Express, 5/9/97)

„ein Hoch auf die Liebe“
(Madame, 9/97)

„Der Autor hat mir seinem Thema nicht nur in ein Sommerloch des Literaturbetriebs betroffen, sondern mehr noch: den Nerv der Zeit. Denn Politycki setzt literarisch um, was im Sommer 1997 sowieso angesagt ist: die Wiederauferstehung der siebziger Jahre (…) Mit romantischer Ironie erzählt Matthias Politycki von einer Generation, die so gerne heftig wäre, besonders im Umgang mit Frauen, am Ende aber in beinahe allen Lebenslagen nur sympathisch dasteht. (…) (Er) erzählt unaufgeregt und doch aufgekratzt, sentimental und doch nicht nostalgisch von der Musik, den Moden und den Gefühlen der siebziger Jahre (…). Ohne den Anspruch eines Epochenromans vor sich herzutragen, schafft er es leichten Fußes, daß sich seine Leser (…) in den Stimmungen jener Zeit wiedererkennen. (…) Für diejenigen, die in den siebziger Jahren tatsächlich das eigentliche goldene Jahrzehnt sehen, ist der Roman jetzt schon ein Kultbuch. (…) ein literarisches Glückserlebnis für den Leser“
(Hajo Steinert, Basler Zeitung, 28/8/97)

„Hier ist ein eminenter Humorist zu sich und seinem Thema gekommen. Einer mit erstaunlichem Atem für lange Sätze und ganze Erzählstrecke, mit der für das literarische Humorhandwerk ebenso unerläßlichen, närrischen Lust am Detail und unendlichen Variationen. (…) Im Spielraum dieses Weiberromans (…) hat nichts eine Chance, was deutsche Erzählprosa angeblich auszeichnet, die Grämlich-, die Feierlichkeit, die falsche und trübe Tiefe.“
(Reinhard Baumgart, Die Zeit, 5/9/97)

„Kaum zu glauben: Da hat ein Autor das Kunststück fertiggebracht, über (ein) scheinbar simples Pubertäts-Problem einen Roman von über 400 Seiten zu schreiben: verspielt, ironisch, voller Wortwitz, voller erotischer Männerphantasien, herrlich ins Komische verdreht (…) Aktueller Geheimtip der Belletristik-Szene, (…) Kritiker orakeln schon jetzt von einem Kultbuch. (…) Lovestory, Hommage an eine Generation und amüsante Parodie auf philologische Editionspraxis – ein postmodernes Kabinettstück.“
(Paul Kersten, Norddeutscher Rundfunk (FS)/Bücherjounal, 25/8/97)

„eine kulturhistorische Enzyklopädie (…) Die ewige Geschichte mit den Frauen – Matthias Politycki erzählt sie intelligent und komisch. Mit seinem ‘Weiberroman’ hat er das Kunststück vollbracht, einen postmodernen, dennoch unterhaltsamen Roman zu schreiben.“
(Niels Grevsen, Norddeutscher Rundfunk (FS)/Bücherjounal, 25/8/97)

„ein tollkühnes Projekt. (…) Deshalb ist der Roman unwiderstehlich, weil er auf sehr hohem Niveau geschrieben ist, sich dem Leser aber gleichsam kindlich anvertraut. (…) Wahrscheinlich ist Matthias Politycki der Steven Spielberg der deutschen Literatur. Oder Gregor Schattschneider der Oskar Matherath unserer Tage (…) – shine on, Gregor, shine on!
(Sven Westernströer, Marabo. Magazin fürs Ruhrgebiet, 9/97)

„(Diesen) Weiberroman, den haben wir alle, so wir männlich und heterosexuell und nicht zu früh und nicht zu spät geboren sind, im Kopf (…) der Nichtentwicklungsroman einer ganzen Generation“
(Martin Krumbholz, Freitag, 5/9/97)

„Den langen Atem einer Prosaerzählung löst Politycki in kurzatmige Fragmente auf (…) – statt sinfonisch-epischer Sätze bietet er Songs im Single-Format. Und was einen guten Song ausmacht, weiß Politycki auch: Er liefert Strophe, Refrain, Strophe mit eingängigen Hooklines: Motive, Sprüche, Formulierungen kehren immer wieder, werden gebrochen, gedreht, variiert, ein zunehmend raffiniertes Ping-Pong mit sich selbst und dem Leser (…), ein genau kalkuliertes Jonglieren mit Dialekten, Modesprachen, Satzbaufehlern und Provokationen.“
(Thomas Askan Vierich, Zitty/Berlin, Nr. 19/97)

„Sind wir so emanzipiert, daß wir uns diese Gregors einfach leisten?“
(Anne Rose Katz, Bayerischer Rundfunk/Bücher – ein Magazin für Leser, 2/8/97)

„Ein normales Buch ist das nicht geworden. (…) Denn der ‘Weiberroman’ ist nicht nur eine höchst amüsante Liebesgeschichte, er malt auch das detaillierte Bild einer Generation: der unbeschwerten 78er“
(Elke Serwe, Max, 10/97)

„‘Weiberroman‘ – das ist ein Buch über kleine und große Jungs, über Mädchen mit Zahnspangen – und eine feine Persiflage auf die sogenannte hohe Literatur (…) voller Ironie und tieferer Bedeutung (…), eine höchst delikate und unterhaltsame Angelegenheit (…) Schön, daß wieder mal ein Stück wahres Leben Niederschlag in der Literatur findet“
(Petra Koruhn, Westfälische Allgemeine Zeitung, 13/9/97)

„detailverliebt, witzig-verspielt und charmant (erzählt) (…) Eine lange Jugend zwischen Haferschleim und Habermas, zwischen Fanta und Frauen – kaleidoskopartig und augenzwinkernd erzählt.“
(Thomas Grasberger, Abendzeitung, 13+14/9/97

„witzig, wenngleich nicht ohne Melancholie“
(Oberhessische Presse, 28/8/97)

„wirklich komisch, eine Rarität hierzulande“
(R.M., Ostthüringer Zeitung, 6/9/97)

„(Matthias Polityckis ‘Weiberroman’) erzählt mit umwerfender Komik, wie man Beziehungen verhindert und immer wieder allein dasteht. (…)
(eine) Realsatire auf die Liebe in den Zeiten der Kohl-Ära und davor“
(Matthias Kehle, Badisches Tagblatt, 30/8/97)

„Diese Studie männlichen Balz- und Fehlverhaltens (…) bezieht vor allem aus den unablässig vorexerzierten Fehlern ihres Helden und aus der irrwitzigen Sprache von Matthias Politycki einen ewigen Quell rasanter Komik. Stets die eigene Ernsthaftigkeit ironisch brechend, auf höchstem sprachlichen Niveau, präzise und fesselnd beschreibend, rollt das Lebenspanorama an einem vorbei“
(Günter/KulturSzene Magdeburg, 10/97)

„Ein amüsantes Sittenbild der Adoleszenz, der vergnüglichste Roman in diesem Sommer.“
(BP, Kurier/Wien, 30/8/97))

„ein innovativer und nicht zuletzt hochamüsanter Roman“
(Maria Moss, Berliner Morgenpost, 21/9/97)

„eine ‘historisch-kritische Gesamtausgabe’ des Mannwerdens“
(Stefanie Schild, Münchner Merkur, 9/9/97)

„ein Epochenroman (…), der scharfsichtig und spitzzüngig die ‘bleierne Zeit’ der 70er und die goldenen Yuppie-Jahre der 80er porträtiert (…) ein geniales Spiel mit Fiktion, Realität und Erzähltheorien. (Matthias Politycki) ist das Kunststück gelungen, einen gleichzeitig anspruchsvollen und äußerst amüsanten Text zu liefern, eine tragisch-ernste Clownerie, wie sie in der deutschen Literaturlandschaft selten ist.“
(Stefanie Schütte, dpa, 9/97)

„Hart am sentimentalen Seufzer weht die Erinnerung durch die Seiten: ein Buch, das Stimmungen zaubert wie dein favourite song. Und über allem liegt, weil’s doch zum Heulen ist, ein mildes, ratloses Lächeln.“
(Holger Krebs, GIG/Stadtillustrierte für Münster, Osnabrück & Umland, 10/97)

„(enthält) eine der beeindruckendsten Frauenfiguren im deutschen Roman seit Jahren (…) durchaus traurig und anrührend und zeitgemäß“
(Jochen Schimmang, Das Sonntagsblatt, 19/9/97)

„Wenige Neuerscheinungen haben in diesem Bücherherbst soviel Aufregung verursacht wie der neue Roman dieses Autors.“
(Münstersche Zeitung, 8/10/97)

„Bei keinem anderen Buch blättert man (…) so gerne ans Ende, um die Anmerkungen zu lesen.“
(Markus Weckesser, Münstersche Zeitung, 11/10/97)

„Gerade (…) in der Verweigerung grosser Gesten und Theorien ist der ‘Weiberroman’ ein präzises Sittengemälde seiner Zeit (…) Aus präziser Beobachtung, Sprachartistik und Lust am Detail (…) saugt der ‘Weiberroman’ (…) nicht nur seine ‘Authentizität’, sondern auch seine beträchtiliche Tragikomik. (…) Hochironisch zerknirscht und sarkastisch trocken“
(Martin Halter, Tages-Anzeiger, 13/10/97)

„‘Genau so war’s’, hört man den Leser rufen.“
(Rudi Deuble, Listen, Nr. 47)

„geistreich, witzig, virtuos (…) Unter den grimmigen Messerwerfern der jüngeren deutschen Literatur ist Matthias Politycki der gelassene Equilibrist.“
(Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14/10/97)

„Materialreich, konkret, von offener Lebensart und dennoch nostalgisch, ein wenig ironisch und minimal gedrechselt, (…) duftet nach der verflossenen bundesdeutschen Jugend, wurzelt zuverlässig im Regionalen und ist von unschlagbarer Diesseitigkeit. (…) Vieles spricht dafür, daß dem Autor (…) der exemplarische Roman einer Jugend im Wohlfahrtsdeutschland geglückt ist. (…) rettet in der Kunst, was im Leben nicht zu retten ist – die Insignien, den Geruch, die Gesten, die Melodie der alten Bundesrepublik“
(Iris Radisch, Die Zeit, 17/10/97)

„so gut geschrieben wie ‘Pulp fiction’“
(Markus Clauer, Die Rheinpfalz, 11/10/97)

„Ein selten poetischer Liebeshilfe-Schmöker, detailliert wie das eigene Tagebuch, nur wesentlich besser geschrieben.“
(petra, 9/97)

„Da war ein Meister am Werk, der genau weiß, wie man am besten das Grauenhafte des Alltags vorführt. (…) virtuose Etüden der Hochkomik (…) Einsichten in Haushalte und Gefühlshaushalte von heute, wie sie in Romanform sonst kaum zu haben sind“
(Jürgen Werth, Westddeutscher Rundfunk/Meinungen über Bücher, 9/10/97

„Liebes- und Zeitgeistroman für die gebildeten Stände. Ausgetüftelt konstruiert, originell erzählt.“
(HörZu, Nr. 39/97)

„Ein Buch, das kaum zu toppen ist. Einmal (…) hab ich’s beim Weglegen sogar gestreichelt!“
(Cockta!l/Braunschweig, 10/97))

„ein wahrhaft schalkisches Meisterstück (…) ein Bravourstück sprachlicher, formaler und erzählerischer Artistik (…) – nie konnte Politycki mehr als in diesem Buch; nie hat er sich besser versteckt als hier. (…) Dieser ‘Weiberroman’ ist eine Klasse für sich.“
(Friedhelm Rathjen, Radio Bremen/LeseZeichen, 11/10/97)

„ein Stück Zeitgeschichte“
(Klaus Hübner, foglio, Herbst 97)

„Und ganz nebenbei überzeugt der ‘Weiberroman’ (…) durch seine stilistische Brillanz und erzählerische Vielschichtigkeit. Da wechseln sich fast schon lyrisch-rhythmisierte, hoch poetische Textpassagen mit dialogischen Kabinettstücken ab, da wird auf wienerisch und schwäbisch gesprochen, gegackert und schwadroniert, daß es eine Freude ist.“
(Jürgen Abel, Literatur in Hamburg, 10/97)

„DER deutsche Roman, nein, nicht nur des heurigen ‘Literaturherbstes’, sondern des ganzen Jahres (…) (atmet) den Geist des höheren Nonsens (…), der dieses Buch für breitestes Publikum zu einem seltenen Genuß werden läßt“
(Michel Raus, Lerzebuerger Journal (??)/Luxemburg, 4/10/97)

„Vorsicht: Unablässige Kicheranfälle!“
(Anja Witzke, Donau-Kurier, 11/9/97)

„Der ‘Weiberroman’ (…) kann dank seines enormen Wiedererkennungswertes, seiner Mischung Zeitgeschichte, Anekdoten und einer guten Portion Humor ein Bestseller auf höchstem Niveau werden.“
(Peter Mohr, Nordkurier/Neubrandenburg, 20/9/97))

„Matthias Politycki (ist) mit dem ‘Weiberroman’ wirklich etwas Ungewöhnliches gelungen – er verbindet einen Zeitgeistmoment (…) mit der Beobachtung von Empfindungen. Und dies tut er mit so entwaffnender Selbstironie und verblüffender Wahrhaftigkeit, daß es eine Lust ist, sich der Lektüre hinzugeben.“
(Nikolaus Hansen, Der Tagesspiegel, 15/10/97)

„Wir erwarten die Fortsetzung:“
(Passauer Neue Presse, 22/10/97)

„feine psychologische Details über das Zusammenleben von Mann und Frau“
(Friedhelm Marx, Kölner Stadt-Anzeiger, 2/10/97)

„unter den deutschen Büchern (des) Herbstes (…) das unterhaltsamste, ohne deswegen seicht zu werden“
(Thomas Steinfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9/10/97)

„in jeder Hinsicht außergewöhnlich (…) an vielen Stellen ist der Text (…) ganz einfach nur wunderschön“
(Uwe Dolderer, apotheke aktiv, 10/97)

„Vom Großteil der deutschsprachigen Erzählliteratur unterscheidet sich dieser Roman vor allem durch seine Komik. Kein mürrisches Parlando, keine mühsam ziselierte Kunstprosa beherrschen den Ton, sondern Witz, Ironie und schiefere Bedeutung. (…) Aber diese Komik darf nicht als blöde Lustigkeit oder gar als Lächerlichmachen (…) mißverstanden werden. (…) durch sie erst wird die ‘sentimentale Lebensreise’ möglich, die es erlaubt, Innerlichkeit, Selbsterfahrung, Identitätserkundungen wieder darzustellen, ohne in den abgeschmackten Gefühlsjargon der Siebziger-Jahre-Literatur zurückzufallen. (…) Politycki macht Identifikationsangebote für mehr als nur eine Generation. (…) Viel mehr kann von einem deutschen Roman nicht verlangt werden.“
(Lutz Hagestedt, Rheinischer Merkur, 31/10/97)

Ein Mann von vierzig Jahren

Ein Mann von vierzig Jahren

Ein Mann von vierzig Jahren

erschienen/erscheint bei:

Luchterhand 3/00
vergriffen; zu beziehen über Warmbronner Antiquariat Ulrich Keicher, Postfach 7044, 71216 Leonberg, Tel. 07152/72195, U.Keicher@t-online.de

382 Seiten
22,50 EUR
ISBN 3630870635

Entstehungszeitraum: 04/01/1998 - 28/11/1999

Weitere Formate und Veröffentlichungen


Ein Mann von vierzig Jahren (Taschenbuchausgabe)
Ein Mann von vierzig Jahren (Taschenbuchausgabe)

Erscheinungsdatum: September 2001
vergriffen


Broschiert - Rowohlt Tb.
ISBN: 3499228025

E-Book "Ein Mann von vierzig Jahren"
Ein Mann von vierzig Jahren

Als E-Book am 22.7.2013 erschienen bei Hoffmann und Campe
Dateigröße: 658 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 397 Seiten
€ 5,99



Kindle-Edition bei amazon.de: http://www.amazon.de
EPUB bei buecher.de: http://www.buecher.de
iTunes: https://itunes.apple.com


Hörbuch "Ein Mann von vierzig Jahren"
Ein Mann von vierzig Jahren

Hörbuch Hamburg Verlag Margrit Osterwold , 10/00

gesendet in: Deutschlandfunk, 16/2/00, 23/2/00, 1/3/00, 8/3/00


Auszug des Romans auf 2 CDs
ISBN 3-934120-71-7

Vergriffen; zu beziehen über Warmbronner Antiquariat Ulrich Keicher, Postfach 7044, 71216 Leonberg, Tel. 07152/72195,
U.Keicher@t-online.de
© MP

Auszug in: Büchner, Feb. 2000; auszugsweise gesendet in: Deutschlandfunk, 16/2/00, 23/2/00, 1/3/00, 8/3/00; Luchterhand, 2/00; als Taschenbuch: Rowohlt 8/01 (vergriffen); als CD-ROM: Marietta/Ein Mann von vierzig Jahren; als Hörbuch bei: Hörbuch Hamburg, 10/00 (vergriffen)
Auszug in: manuskripte, Nr.144/99

„Kein Grund zur Panik, die Pubertät hört bei euch Männern ja nicht mal mit vierzig wirklich auf.“ Mit diesem Satz gratuliert Mascha ihrem (Fast-) Freund Gregor Schattschneider zu dessen vierzigstem Geburtstag, den er, entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten, mit Freunden in einer Bar begeht, und Mascha ahnt in diesem Moment noch nicht, wie wahr dieser Satz werden soll.
Schattschneider hat es sich in einer von ihm sorgfältig gepflegten Abgeschiedenheit zwischen Stammkneipen und Nachbarschaftsgezänk gut eingerichtet. Der neue Computer versorgt ihn mit Systemabstürzen, die Yuccapalme lauscht seinen Klagen, noch stört und verstört er niemanden mit seinen peniblen Jagden nach Wollmäusen.
Doch die Frage, wie es in seinem Leben weitergeht und ob das Leben für ihn überhaupt noch etwas zu bieten hat, rumort in ihm. Als ihn die Einladung zu Mariettas Salon erreicht, allein der Name klingt in seinen Ohren wie eine schon lange nicht mehr vernommene Verheißung, gerät sein Leben erst sacht, dann mit Vehemenz aus den Fugen.
Nach dem Weiberroman, der sofort auf Platz 1 der Bestenliste gelangte und zum Kultbuch vieler Leser wurde, widmet sich Matthias Politycki in seinem neuen Roman den alten Hoffnungen und allerneuesten Verzweiflungen der Vierzigjährigen. Mit Sinn für Komik, einer genauen Beobachtungsgabe für Stile, Moden, Ticks und in einer beeindruckend lebhaften Sprache hat er einen spannenden und literarisch auf das Feinste gebauten Roman geschrieben, der diesem Lebensgefühl nachgeht: Auch wenn der Selbstvereitelungs-Spezialist Gregor Schattschneider es nie und nimmer zugeben würde, muß er, so unglücklich er sich auch in seinem neuen Lebensjahrzehnt wieder verliebt, zu seinem Glück gezwungen werden.  Aber zu welchem und von wem?

(Textprobe vom Anfang)

„Kein Grund zur Panik“
, legte ihm Mascha ihr linkes Bein über die Schulter und winkte der Tresenschlampe, damit sie gleich, „wie es gehört, du Stoffel“, mit ihm anstoßen konnte: „Kein Grund zur Panik, Grischa, die Pubertät hört bei euch Männern ja nicht mal mit vierzig wirklich auf.“
„Von wegen ‘naughty forty’“, winkte Max mit seinem Bierglas vom andern Ende der Couch eine Art Herzlichen-Glückwunsch, ohne dabei mit dem Blick von der Bühne abzugleiten: Gregor werde’s jetzt ja selber sehen, daß man mit vierzig so langsam in ein Alter reingerate, wo man eher vor dem ——— fliehe, vor dem ————————, als es, naja, als ihn anzustreben.
Während die Tresenschlampe mit aller vorwurfsvollen Umständlichkeit Pikkolos herbeischlurfte, während die Tresenschlampe ihr Mitternachtslächeln aufsetzte und nicht wußte, ob sie Gregor gratulieren oder Mascha berüffeln sollte, weil die hier in ihrer russisch-unorthodoxen Art mal wieder die Spielregeln auf den Kopf stellte. Gregor lächelte zurück und war im übrigen sehr damit beschäftigt, der Wölbung von Maschas Unterschenkel hinterherzuspüren und dabei so zu tun, als sei’s ihm ziemlich lästig, das langsame Hin & Her an seinem Hals, als bemühe er sich vergeblich, das Bein, die Wölbung, das Glänzen der Wölbung zu ignorieren, ja, als sei ihm alles im Moment lästig: Mascha, die zum Glück bald wieder runterrutschen würde von der Sofalehne, weil sie als nächste auf die Bühne mußte; Erykah, die ihm von ebendort, breitbeinig wippend, breitbeinig kreisend, aufs allerwerteste gratulierte und dabei, zwischen ihren bronzebraun schimmernden Beinen hindurch zwischen ihren bronzebraun schimmernden Kniekehlen: die Lippen zum Kußmund zusammenrollte. Die Lippen auseinander- und eine rosafarbene Kaugummiblase daraus hervorstülpte, die (wie oft hatte man das schon gesehen!) ganz langsam größer sich dehnte –
ganz langsam noch größer sich dehnte –
noch größer –
und –
– platzte, die Blase: Lästig, das alles, die leuchtenden Lippen von Erykah, ihre leuchtenden Zähne, das Geklatsche der Clique, die ganz vorne saß, ganz-vorne-dran-am-Geschehen, das „Ho-ho“ aus der Nachbarkoje, das schräge Licht, die schräge HipHop-Version von Staying Alive, der Dunst, die vielen dicken Leiber rundum, nicht zu vergessen: Max, der den gesamten Abend schon dazu nutzte, vom DAX zu schwärmen und seiner „Performance“, von „Blue Chips“ („Mann, triple-A, sag ich dir!“) und ihrem „Kurs-Gewinn-Verhältnis“ – alles lästig, oberlästig und nicht mal annähernd so, bemühte sich Gregor auszustrahlen, wie er sich einen 22. April vorstellte, jedenfalls wenige Sekunden nach Mitternacht.

Am wenigstens lästig
, natürlich, war wieder mal Erykah: Je mehr Wäschestücke sie sich vom Körper zog, desto unberührbarer wurde sie, eine selbstherrliche Inszenierung aus der wippenden Hüfte heraus, eine rituelle Verzögerung sämtlicher Bewegungen, die an sich selbst genug hatten, eine autoerotische Eskalation der Langsamkeit – man hätte sie prügeln wollen, so herrlich langsam bewegte sie sich. Ja, Erykah, deutlich für jeden im Raum zu spüren, verzauberte sich selbst, wunschlos befriedigt an ihrem eignen Anblick, den ihr die Spiegel rundum zuwarfen, eine sakrale Nacktheit, die einem nichts andres übrigließ als festen Arsches zu sitzen und zu hoffen, daß sie immer dort oben bleiben würde, auf der Bühne, und zu hoffen, daß sie dort endlich verschwinden würde, so daß man wieder sein Bierglas ergreifen und die Demütigung vergessen konnte.
Aber genau das tat sie natürlich nicht, kniete sich vielmehr an den Bühnenrand und, unterm allgemeinen Anfeuerungsgejapse, beugte sich zu einem runter, der bislang bloß als kahlgeschorner Hinterkopf existiert hatte, als dünner, langgestreckter Hals, um den sich ein FC Bayern-Schal schlang. Beugte sich runter – wie oft hatte man das schon gesehen! – beugte sich runter, der Schalträger wagte’s nicht, sich zu rühren, beugte sich rüber zu ihm und …

Eine empörende Art & Weise, die Mandarine zu essen

(Textprobe aus dem Anhang von: „Ein Mann von vierzig Jahren“)

Das Mandarinen-Fragment G4[662]
Ohne Zweifel wird hier Frau Prof. Beinhofer geschildert, und zwar auf treffliche Weise, so daß wir den Text – für den wir ansonsten keinen Ort im Lauf der Erzählung finden konnten – wenigstens im Anhang beigeben möchten.

Eine empörende Art & Weise
, die Mandarine zu essen:
1. überfallartig mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger (statt ausschließlich mit dem Zeigefinger!) aus ihrer Schale herausrupfend
2. keine einzige der kleinen weißen Innenschalenverästelungen entfernend
3. mehrere Stückchen auf einmal in den Mund führend
4. andrerseits ein paar derselben einfach liegenlassend, als ob sie sich von alleine aufessen könnten

Pfefferminzhuhn. Zwei Rezepte

(Textprobe aus dem Anhang von: „Ein Mann von vierzig Jahren“)

Weil der Genuß von Pfefferminzhennen für Schattschneider keine geringe Rolle zu spielen scheint (vgl. bes. Anm.262), geben wir hier – mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin – zunächst Frau Gschnitzers Originalrezept wieder (auf unsere Frage, wann denn dabei die Pfefferminzsoße ins Spiel komme, antwortete sie pikiert „Natürlich erst am Schluß“), dann die Version von Frau Prof. Beinhofer. Letztere ist textident mit einem handschriftlichen Brief des Herrn Dr. Bezold vom 26.6.1996: „Verehrteste! Hier das Huhn, um das Sie mich gestern baten …“.

Huhn in kalter Pfefferminzsoße (TuZ/S[156])
Nimm das Huhn vom Hals her aus. Verarbeite Pfeffer, Liebstöckel, Ingwer, Hackfleisch, gekochte Graupen und gekochtes Hirn mit rohen Eiern zu einer einheitlichen Masse, gib noch Salz, etwas Öl, ganzen Pfeffer und reichlich Nüsse dazu und fülle damit das Huhn, so daß noch etwas Raum frei bleibt, dann koche es.

Huhn in lauwarmer Pfefferminzsoße (TuZ/S[157])
Aus einem Suppenhuhn koche man 2 l Hühnerbrühe.
In die Brühe lege man eine küchenfertig vorbereitete Poularde, bringe die Brühe zum Kochen, schöpfe den Schaum ab und lasse die Poularde auf kleinem Feuer eine knappe Stunde ziehen.
In der Zwischenzeit schäle man 4 Knoblauchzehen und dünste sie etwa eine halbe Stunde in 2 EL Butter weich.
Wenn das Huhn gar ist, 1/2 l Hühnerbrühe zu den Knoblauchzehen geben und aufkochen lassen, dann durch ein Sieb streichen.
Eine mehlige gekochte Kartoffel pürieren und davon so viel mit dem Schneebesen in die kochende Brühe schlagen, wie nötig, um sie zu binden.
Die Sauce mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer, Zitronensaft, etwas Chilipulver und einem halben TL Zimt abschmecken (wobei die alte Frage, ob man frischgemahlenen Pfeffer und Chilipulver kombinieren darf, hier dahingestellt bleiben möge).
Die Poularde häuten, tranchieren und auf einer vorgewärmten Platte mit Sauce überziehen.
Statt des Zimts kann auch Minze verwendet werden, besser noch Pfefferminzöl. Die übrigen Zutaten bleiben unverändert. Mit Pfefferminzöl heißt das Gericht „Minzhuhn Nausea“.

„Kein Grund zur Panik, die Pubertät hört bei euch Männern ja nicht mal mit vierzig wirklich auf.“ Mit diesem Satz gratuliert Mascha ihrem (Fast-) Freund Gregor Schattschneider zu dessen vierzigstem Geburtstag, den er, entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten, mit Freunden in einer Bar begeht, und Mascha ahnt in diesem Moment noch nicht, wie wahr dieser Satz werden soll.
Schattschneider hat es sich in einer von ihm sorgfältig gepflegten Abgeschiedenheit zwischen Stammkneipen und Nachbarschaftsgezänk gut eingerichtet. Der neue Computer versorgt ihn mit Systemabstürzen, die Yuccapalme lauscht seinen Klagen, noch stört und verstört er niemanden mit seinen peniblen Jagden nach Wollmäusen.
Doch die Frage, wie es in seinem Leben weitergeht und ob das Leben für ihn überhaupt noch etwas zu bieten hat, rumort in ihm. Als ihn die Einladung zu Mariettas Salon erreicht, allein der Name klingt in seinen Ohren wie eine schon lange nicht mehr vernommene Verheißung, gerät sein Leben erst sacht, dann mit Vehemenz aus den Fugen.
Nach dem Weiberroman, der sofort auf Platz 1 der Bestenliste gelangte und zum Kultbuch vieler Leser wurde, widmet sich Matthias Politycki in seinem neuen Roman den alten Hoffnungen und allerneuesten Verzweiflungen der Vierzigjährigen. Mit Sinn für Komik, einer genauen Beobachtungsgabe für Stile, Moden, Ticks und in einer beeindruckend lebhaften Sprache hat er einen spannenden und literarisch auf das Feinste gebauten Roman geschrieben, der diesem Lebensgefühl nachgeht: Auch wenn der Selbstvereitelungs-Spezialist Gregor Schattschneider es nie und nimmer zugeben würde, muß er, so unglücklich er sich auch in seinem neuen Lebensjahrzehnt wieder verliebt, zu seinem Glück gezwungen werden.  Aber zu welchem und von wem?

„Politycki hat sich einen spröden und für den, der derlei mag, hochkomischen Antihelden geschaffen, der freilich höchst sprachbewußt ist und mit Floskeln hantiert, weil er sie als solche durchschaut und zudem zu variieren im Stande ist. (…) ‚Ein Mann von vierzig Jahren‘ ist bei aller vorgeschobenen Außenweltsättigung ein Bravourstück erzählerischer Artistik: Jede Ungeschliffenheit, die wir in diesem Buch finden, ist eine scheinbare, ist das Ergebnis emsiger Feil- und Raspelarbeit, deren Meisterschaft zuvörderst in der Raffinesse liegt, mit der sie ihre eignen Spruen beseitigt. Mit traumwandlerischer Sicherheit werden die Gefühlsschwankungen und die Denkbewegungen des Helden im Bau der Prosa seismographisch registriert und abgebildet. Die so alltagsbewußt scheinende Sprache ist in Wahrheit eine so artifizielle Prosa, wie man es sich nur wünschen kann. Matthias Politycki schreibt auf der Höhe seines Könnens.“
(Friedhelm Rathjen, Frankfurter Rundschau, 22/3/00)

„Verzögerung, Verlangsamung, Verhinderung (…) sind mit ursächlich für die unerhörten Manierismen dieser Prosa, die sich ziert und windet, die wie eine Springprozession ewig nicht vorankommen will. Und das ist, merkwürdigerweise, durchaus spannend. (…) Der Leser ist beteiligt, weil er gut geführt wird. (…) Zwei Begabungen des Schriftstellers werden hier erneut sichtbar. Zum einen sein Talent für die Wiedergabe (oder Erfindung) von Dialekten. Eine schwierige Kunst, bei der Autoren leicht baden gehen. (…) Davon profitiert seine Kunst, Dialoge zu bauen. Die andere Begabung betrifft das Gespür für Zeitgeistiges. Wer dereinst etwas über die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts erfahren möchte, der wird bei Politycki fündig werden.“

(Lutz Hagestedt, literaturkritik.de, Nr. 4, April 2000)

„Wie im ‚Weiberroman‘ sind es die satirisch genauen Milieuschilderungen, die im neuen Buch bestechen. (…) Bei aller Turbulenz der Handlung aber bleibt Politycki ein Sprachartist. Sein Buch überzeugt durch Sprachklang, Slang und Sound der Neunziger.“

(Tilman Urbach, Lesezeichen/BR Ferns., 20/2/2000)

„ein praller München-Roman mit bildhaftem Epochen- und Lokalkolorit, (…) wo sich (…) fast spektakulär neben Blödeleien handfeste Kritik an einer launig überzeichneten Gesellschaft findet“
(Inge Zenker-Baltes, Bremer Nachrichten, 29/4/00)

„Politycki gelingt mit seinem neuen Buch eine kongeniale Fortsetzung des ‚Weiberromans‘. Alle Ingredienien des Vorgängers sind auch hier wieder zu finden (…). Für Menschen um die 40 ist Polityckis Roman eine Pflichtlektüre, (…) aber auch allen anderen sei das Buch empfohlen (…).“
(Gerhard Pretting, Österreichischer Rundfunk/Seitenweise, Ex Libris, Literaturminiatur, 23/4/00)

„Sich selbst im Weg zu stehen, sich die Tour zu vermasseln, kein Fettnäpfchen auszulassen ist eine Spezialität von Polityckis Figuren. Der Weg ist das Ziel, und auf diesem Weg ist jedes retardierende Moment recht. Auch das Erzählen selbst ist geprägt von solchen Strategien der Verzögerung, Verlangsamung, ja Verhinderung. Sie sind mit ursächlich für die unerhörten Manierismen dieser Prosa, die sich ziert und windet, die wie ein Springprozession ewig nicht vorankommen will. Un das ist, merkwürdigerweise, durchaus spannend.“
(Lutz Hagestedt, literaturkritik.de)

„bringt (…) den modernen Menschen sehr genau auf den Punkt“
(Edith Rabenstein, Passauer Neue Presse, 29/5/00)

„Verkleidet in einen Tonfall der Einfachheit gelingt Politycki etwas sehr Schwieriges: eine höchst unterhaltsame Bestandsaufnahme der komplexen Koinzidenz verschiedener Wahrnehmungsweisen, welche ein Bild der Gegenwart ergeben.“
(Stefan Hentz, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 19/5/00)

„Eher ist es so, daß Politycki einer Ästhetik des Indirekten anhängt, nach dem Motto: Die Nebensachen sind die Hauptsachen, oder: Das Banale ist das Eigentliche.“
(Martin Ebel, SFB/ORB, radio kultur, 18/5/00)

„Amüsiert kann man dieser brillanten, erotisch-sentimentalen Irr- und Wirrfahrt folgen, die mit eigenwilliger Erzählweise und sprachlichen Marotten lockt, um zielstrebig immer wieder in den angepielten Betten zu landen. Dort aber lauert Frust statt Lust. (…) In eindringlich poetischen Passagen vermag der Autor Stimmungen und Gefühle einzufangen und seine Charaktere bis hin zur letzten Nebenfigur plastisch zu zeichnen. Aber auch verdammt grob oder erfrischend originell kann er alles veralbern, was ihm so unter die Augen kommt. (…) Zugegeben, in Polityckis glanzvoll-unkonventionelle Erzählkultur (…) muß man sich einlesen. Doch entdeckt man rasch die Perfektion der Formulierungen, die Ausgefeiltheit und Ausgewogenheit des Satzbaus – und das Liebenswert-Unbeholfene seines Helden.“
(Inge Zelker-Baltes, Radio Bremen/Journal für Literatur, 14/5/00)

„Für die Fortschreibung seines ‚Weiberromans‘ hat Politycki abermals eine höchst virtuose Sprache gefunden, in die er seine Helden verstrickt. Auf präzise, vertrackte und oftmals brillante Art klimpert er auf der Klaviatur des Zeitgeists. Lieder, Labels und Leitbegriffe schießen dabei noch üppiger ins Kraut als in den ersten drei Teilen, doch meisterhaft variiert und rhythmisch strukturiert – ein lebhafter Seismograph der Neunzigerjahre.“
(Beat Mazenauer, Bund, 10/6/00)

„Anstatt fertige Charaktere ins Geschehen zu werfen, erschließen sich die Figuren aus ihren Dingen und ihrem rätselhaften Tun. Mit dem klassischen psychologischen Roman hat das nichts mehr zu tun. Der Autor wird zum Materialsammler, der Roman zum fein gearbeiteten Mosaik.“
(Jörg Magenau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15/6/00)

„Da (…) alles (…) mit viel Charme, Witz und Esprit erzählt ist, klappt man das Buch nach der Lektüre vergnügt zu und verspürt große Lust, dem Autor dankbar zuzurufen: Schee wars, zäfix!“
(Gunther Nickel, DIE WELT, 25/3/00)

„Das liest sich amüsant, weil Politycki seinen Helden nicht denunziert und als eine Figur vorstellt, der jeder von uns schon einmal begegnet ist – auch im Spiegel bei der Morgentoilette. Vor allem aber lebt der Roman von seinem Sprachwitz und den vielen doppelt eingelegten Böden.“
(Stefan Lutz, Berliner Morgenpost, 23/4/00)

„Bei aller Skepsis gegenüber Fortsetzungen: In ‚Ein Mann von vierzig Jahren‘ ist alles enthalten, was den ‚Weiberroman‘ so bemerkenswert machte, und es funktioniert bestens. (…) Die Teilnahme an Schattschneiders Leben ist weiterhin höchst sympathisch infektiös. Man wünscht ihm, er möge es endlich mal auf die Reihe bringen, und sich selber, er möge sich nie ändern. Wann erscheint die nächste Fortsetzung?“
(Florian Rieger, Klenkes, 2/00)

„(Der Roman) ist bis in die Dialoge hinein witzig und unterhaltsam geschrieben. Politycki vermag zu erzählen, ohne nach amerikanischen Vorbildern Ausschau halten zu müssen. Seine literarischen Überväter sind unüberhörbar keine Geringeren als Lawrence Sterne und Arno Schmidt.“
(Thomas Diecks, Norddeutscher Rundfunk/Neue Bücher, 27/3/00)

„Wie schon im Weiberroman ist Politycki dort am stärksten, wo er Frauen beschreibt und diese Beschreibung zugleich als Männerphantasie erkennbar macht.“
(Richard Kämmerlings, Westdeutscher Rundfunk/Meinungen über Bücher, 6/4/009)

„Urteil: Frech (…) Frisch – keine Nippes-Sprache!“
(BildWoche, 15/4/00)

„Wie schon im Vorläufer betätigt sich Politycki als Archäologe der mittlerweile in der unmittelbaren Gegenwart angelangten Alltagskultur (…)“
(Klaus Nüchern, Falter, Nr. 12/00)

„(…) und so wird die Lektüre abermals zu einem höchst kurzweiligen und auch originellen Trip durch ein Leben, das in seinen musterhaften Irrungen und Wirrungen so durch und durch menschlich erscheint.“
(Westfalenpost, 7/4/00)

„Die Wirkung des Romans verdankt sich vor allem dem bizarren, sorgfältig ausgemalten Spektrum Münchner Lebenswelten.“
(Friedhelm Marx, Kölner Stadtanzeiger, 21/3/00)

„Geschrieben hat Politycki eine Liebesgeschichte aus unserern Tagen, wie sei noch selten erzählt worden ist: völlig unverkrampft, immer wieder humorvoll und total verspielt.“
(SonntagsZeitung, 2/4/00)

„hochartifiziell“
(Stefan Bauer, Gong/Bild+Funk, Nr.12, 25/3/00)

„Matthias Politycki inszeniert seine Geschichte mit Tempo und Wortwitz, mit einem an Eckhard Henscheid und anderen Meistern lierarischer Hochkomik geschultem Gespür für die Tonfälle des Alltags und die Abgründigkeit des Banalen. (…) Wenn sich Alltagshistoriker später einmal für das lebensweltliche Inventar der ausgehenden Ära Kohl interessieren sollten – in diesem Roman werden sie fündig werden.“
(Holger Schlodder, Darmstädter Echo, 20/3/00)

„streckenweise sogar umwerfend komisch und stilistisch brillant“
(Martin Halter, Saarbrücker Zeitung/Pfälzischer Merkur, 7/4/00)

„das Ganze (ist) viel zu leicht durchschaubar, als daß es witzig sein könnte.“
(Beatrix Langner, Neue Zürcher Zeitung, 8+9/4/00)

„Auch die neue Schattschneidersche Hinterlassenschaft veralbert mit eitorischem Nachwort, Anmerkungen und unverzichtbarer Sekundärliteratur philologische Praktiken. Obwohl Politycki das Vexierspiel noch einmal spielt, hat es nichts von seinem Glanz eingebüßt. Politycki ist ein geistreicher Zauberer, der ein vertracktes und unterhaltsames Feuerwerk an Kalauern (…), Selbstironie und phatasievollem Jonglieren mit Anspielungen zündet. Seine Sprache, vor allem, wenn sie dem Kneipenvolk und dem Mann von der Münchner Leopoldstraße abgelauscht ist, klingt exakt.
(Thomas Schäfer, Handelsblatt, 22/3/00)

„ausgesprochen kreativ und witzig“
(Stefanie Walter, Oberhessische Presse, 30/3/00)

„Und dennoch besitzt dieser in seinen Hemmungen befangene Intellektuelle (Gregor Schattschneider) einen anrührenden Charme. (…) In diesem Staunen beweist Polityckis Roman freilich eine viel subitlere Ironie gegenüber der weiblichen Welt als sie sein so erfolgreicher ‚Weiberroman‘ zum Ausdruck brachte.“
(Thomas Linden, Kölnische Rundschau, 21/3/00)

„Wunderbar, mit ganz eigener Diktion, erzählt Politycki von Gregors Lebens- und Liebeskatastrophe, trefflich zeichnet er Figuren und Milieus. Hier ist ein Autor am Werk, der in der Wirklichkeit zu Hause ist.“
(Ralf Sziegoleit, Frankenpost, 23/3/00)

„raffiniert und vorzüglich erzählt (…), stimmig, süffig und lesenswert.“
(Claudia Ihlefeld, Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung, 18/3/00)

„an subversivem und drastischem Humor nur schwer zu überbieten (…) Überhaupt hat Matthias Politycki ein grandioses Händchen für Formulierungen, die ganz viel erzählen (…), das ist schon beneidenswert genial formuliert. (…) Möchten die Nach-uns-Kommenden wissen, wie es uns in Deutschland zwischen den Jahrtausenden ergangen ist, können sie ‚Ein Mann von vierzig Jahren‘ lesen. Es war natürlich anders, aber so war es auch.“
(Bettina Schmidt, Sächsische Zeitung, 22/3/00)

„Lediglich eines steht fest: Unterhaltung bietet der Schmöker (…)“
(Ulf Heise, Märkische Allgemeine, 21/3/00)

„Wie zuvor im ‚Weiberroman‘ werden sich viele Lese aufseufzend wiederfinden, diesmal in einem Roman über die 90er-Jahre, einer Zeitgeiststrecke vom Handy-Wahn zum Tattoo-Halsband und jenen blinkenden Feuerzeugen.“
(Patricia Menacho, Hamburger Morgenpost, 7/3/00)

„Bewundernswert ist nach wie vor, mit welcher Akribie er den geografischen und zeitgeschichtlichen Horizont seiner Geschichte auspinselt.“
(Joachim Bässmann, DIE WELT, 9/3/00)

„Ob im Netz oder im Buch: Gregor Schattschneiders Lebenweg würde man gern weiterverfolgen.“
(Thomas Schäfer, Peiner Allgemeine Zeitung, 29/2/00)

„Eine Liebe in den späten 90ern, so wortwitzreich komponiert, daß Kopf und Duden rauchen.“
(Max, 3/00)

„ein schönes Buch“
(Hamburger Abendblatt, 2/3/00)

„Mit Lust am Detail beschreibt Politycki die Physiognomie der neunziger Jahre.“
(Jochen Rack, Bayerischer Rundfunk/Kultur aktuell, 13/3/00)

„Die Ästhetik der Oberfläche – das ist (…) Polityckis Credo, mit dem er literarisch gegen die Befindlichkeiten der 68er ankämpft. Was aber nicht heißt, das dieser Roman blutleer und cool wäre: Politycki sind tatsächlich pralle, lebensechte Alltagsszenen gelungen.“
(Evva Strasser, Radio Lora München 92,4, 5/3/00)

„“‘Kein Grund zur Panik, die Pubertät hört bei euch Männern ja nicht mal mit vierzig wirklich auf.‘ Zum Ende hin liest sich auch dieser Satz, wie alles in diesem wirklich komischen Roman, abgrundtief ironisch.“
(Daniel Sturm, Kreuzer, 3/00)

„Immer wieder wird bei Matthias Politycki deutlich, daß das Erzählte vom Humor und den Wortspielereien des Autors lebt. Dadurch sind die Geschichten süffig zu lesen (…). Manches erscheint so abstrus und verrückt, manches aber auch derart realistisch und nachvollziehbar, daß der (…) Leser schon deshalb immer wieder lachen muß.“
(Wiebke Kahns, Leonberger Kreiszeitung, 7/3/00)

„Politycki hat nicht einfach leere Figurenhülsen geschaffen, um politisch korrekt über das Große und Ganze zu referieren, seine Rollenträger tragen tatsächlich, und zwar an ihrem eigenen Leben (…). Und so sagt der Autor vielleicht mehr über den herrschenden Zeitgeist aus als manch groß angelegte Gesellschaftsstudie.“
(Markus Bundi, Aargauer Zeitung, 29/2/00)

„einer der handwerklich perfektesten und ästhetisch aufregendsten Romane der deutschen Gegenwartsliteratur (…) Was dieses Buch aus der Masse neuer deutscher Romane (…) herausragen läßt, ist seine raffiniert doppelbödige Konstruktion. Auf einer Ebene als abgründige Liebesgeschichte zu lesen, liefert Polityckis Roman zugleich ein kommentiertes Inventar der unmittelbaren Gegenwart, in dem nichts fehlt, was die Bundesrepublik in den letzten zehn Jahren geprägt hat.“
(Denis Scheck, Deutschlandfunk, 16/2/00)

„Wie zuvor im ‘Weiberroman’ werden sich viele Leser aufseufzend wiederfinden“
(Patricia Menacho, Hamburger Morgenpost, 7/3/00)

„Politycki schreibt (…) die besten Generationsromane. (…) Doch, das liest man gern. (…) (ein) brillant geschriebener Roman (…) ‘Ein Mann von vierzig Jahren’ ist beim Europäischen Patentamt sofort anzumelden als Geschichte der 90er Jahre.“
(Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung, 4+5/3/00)

„Selten ist eine Liebesgeschichte aus unseren Tagen so unverkrampft, humorvoll und verspielt erzählt worden (…) Dies ist Polityckis unterhaltsamster und zugleich literarisch anspruchsvollster Roman – ein literarisches Spiegelkabinett, schrill, schräg und schön. (…) voller gewitzter Dialoge und frecher Blicke unter den Rockschoß des Zeitgeists“
(Michael Bauer, Focus, 4/3/00)

„Ganz nebenbei überzeugt Polityckis ‚Mann von vierzig Jahren‘ (…) durch seine stilistische Brillanz und erzählerische Vielschichtigkeit. Da wechseln sich fast schon lyrisch-rhythmisierte, hoch poetische Textpassagen mit dialogischen Kabinettstücken. Der ‚Hundsnurscher‘, ein ‚bayuwarisches Urviech‘ und als solches eine ganz besonders liebenswerte Figur des Romans, hätte vermutlich nur folgendes gesagt: ‚Sauba, sog i, do feit si nix.‘“
(Jürgen Abel, Literatur in Hamburg, 3/00)

„strotzt vor Witz, präziser Beobachtungsgabe und einem Blick für die Zeitgeist-Details der Neuzigerjahre“
(Klaus Jahnke, journal Frankfurt, 3/00)

„der perfekte Münchenroman – bis in die letzte Dialektfärbung hinein“
(Tonia Pütz, stern, 24/2/00)

„Man riecht geradezu den Bierdunst zwischen den Zeilen.“
(Ingo Arend, Freitag, 25/2/00)

„ein avanciert ironischer Generations- und Zeitroman aus dem Milieu der akademischen Oberräte, literarischen Salonlöwen, brabbelnden Börsenposeure und halbweltlichen Luden“
(Markus Clauer, Die Rheinpfalz, 23/2/00)

„Was diesen Roman vor allem auszeichnet, ist sein Witz, seine sprachliche Artistik. Im ureigensten Sinne genial, wie dieser Autor mit Wörtern jongliert, wie er durch abrupte Wechsel von Ort, Zeit und Befindlichkeit mitten im Satz den Leser düpiert. In derartig rasantem Tempo werden Ereignisse und Gedankengänge abgespult, daß man kaum eine Stelle findet, an der man das Buch für eine Weile zuklappen möchte. (…) Schon der ‘Weiberroman’ wurde von manchen Kritikern zum Kultbuch erklärt. (…) ‘Ein Mann von vierzig Jahren’ ist sogar noch besser – mit ihm setzt Politycki Maßstäbe: Der ultimative Liebesroman, nach dessen Lektüre man für lange Zeit kein anderes Buch mehr in die Hand nehmen möchte …“
(Theresia Graw, Bayerischer Rundfunk/B5-Kultur, 23/2/00)

„Man kann dieses Buch (…) als 90er-Jahre-Roman lesen, als München- oder als Neue-Medien-Roman.“
(Antje Weber, Süddeutsche Zeitung/Münchner Kultur, 23/2/00)

„Politycki ist ein geistreicher Zauberer, der ein vertracktes und unterhaltsames Feuerwerk an Kalauern, Selbstironie und phantasievollem Jonglieren mit Anspielungen zündet. Seine Sprache (…) ist exakt und authentisch (…). Genau seziert er den Zeitgeist und dessen symptomatische Accessoires“
(Thomas Schäfer, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 22/2/00)

„genauestens recherchiert und in rhythmische Form gebracht“
(Volker Isfort, Abendzeitung, 23/2/00)

„Seinen (Gregor Schattschneiders) Herzensverwirrungen folgt man mit genauso viel Vergnügen wie den Skurrilitäten seiner Spezl und Nachbarn.“
(Simone Dattenberger, Münchner Merkur, 19+20/2/00)

„Sowohl der ‚Weiberroman‘ als auch Polityckis neues Buch wären ohne den Spott, mit dem das Treiben von Editoren und klappentextenden Lektoren bedacht wird, zweifellos um einige komische Facetten ärmer. Vergnügliche Romane wären sie allerdings auch ohne diese Zutaten.“
(Gunther Nickel, Büchner, 2/00)

Weiberroman (Taschenbuchausgabe)