Die Fremde erleben

Die Fremde erlebenInterview: Monika Höna

erschienen/erscheint bei:

Südwestpresse, 14/10/17; Neue Württembergische Zeitung, 14/10/17.

Entstehungszeitraum: 27/07/2017

Interview

Sie haben bis dato 97 Länder bereist, rund die Hälfte aller Staaten dieses Planeten. Weshalb macht sich der Mensch auf Reisen?

Aus Neugier und Abenteuerlust. Irgendwann vielleicht aus Prinzip.

Wann kamen Sie zum ersten Mal über Europa hinaus?

Als Student, wir überführten jeder einen Mercedes nach Ägypten und bekamen dafür 100 Mark. Dort wurden wir freilich mit allerlei konfrontiert, auf das wir nicht vorbereitet waren. In unserem „Polyglott“-Reiseführer waren nur die Sehenswürdigkeiten erklärt; wie man sich im Alltag zurechtfindet, mußten wir selbst herausbekommen.

Wie wirkte sich das aus?

Kaum radelten wir über die Stadtgrenze von Kairo hinaus, ging der erste Steinhagel auf uns nieder. Fremde waren nicht willkommen, wir konnten unsre Freundinnen kaum vor den Übergriffen der Jugendlichen beschützen. Bei der nächsten Reise in den Maghreb lieferten wir uns regelrechte Schlachten mit ihnen. Wir hatten lernen müssen, die Ehre unsrer Freundinnen zu verteidigen.

Was reizt Sie noch am Reisen?

Jede Fremde lockt mit einem ganz anderen Leben, in das man vorübergehend eintauchen kann. Das Hin und Her zwischen Heimat und Fremde hält unser Weltbild offen und beweglich. Reisen erzieht zum Selbstdenken, einen besseren Schutz gegen jede Form von Ideologie gibt es nicht.

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