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Matthias Politycki Radio
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Klappentext

Herr der Hörner

Mit drei rätselhaft beschrifteten Zehnpesoscheinen in der Tasche macht sich Broder Broschkus auf nach Santiago de Cuba. Dort, im schwarzen Süden der Insel, sucht er eine Frau, von der er nur eines weiß: Bei einer flüchtigen Begegnung hatte sie ihm einen der drei Geldscheine zugespielt – aber welchen?

Im Verlauf seiner Suche erkundet Broschkus erst das weltliche, bald auch das religiöse Leben der Stadt: Hunde- und Hahnenkämpfe, Exhumationen und Hausschlachtungen üben eine rätselhafte Faszination auf ihn aus, zunehmend auch die afrokubanischen Kulte, denen man nicht nur in den Elendsviertels anhängt. Ganz Santiago des Cuba scheint von etwas Dunklem beherrscht, über das zwar keiner reden will, auf dessen Spuren Broschkus nichtsdestoweniger immer häufiger stößt. Daß die gesuchte Frau damit in Verbindung steht, wird Broschkus bald klar; wie sehr sie freilich Werkzeug oder gar Verkörperung des Bösen ist, ahnt er nicht.

Um diesen Roman schreiben zu können, mußte Matthias Politycki tief in die Ritualwelt der afrokubanischen Religionen eintauchen. "Herr der Hörner” zeichnet ein genau recheriertes Bild des harten kubanischen Alltagslebens, kreist in seiner Tiefe jedoch um existentielle Fragen: um eine Abrechnung mit den Dekadenzsymptomen eines im Niedergang begriffenen Deutschland; um den Überlebenskampf eines aufgeklärten Europäers in einer archaisch "afrikanischen" Welt, die mit all ihren Grausamkeiten auch eine umfassende religiöse Geborgenheit verbürgt; um Grenzerfahrungen des Glaubens, die selbst vor einem Menschenopfer nicht zurückschrecken.
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