Dies irre Geglitzer in deinem Blick

Dies irre Geglitzer in deinem Blick111 Gedichte

erschienen/erscheint bei:

12. Oktober 2015 bei Hoffmann und Campe, Hamburg.

160 Seiten, Klappenbroschur
€ 18,- [D]/€ 18,50 [A]0
ISBN 978-3-455-40506-4


Entstehungszeitraum: 09/02/2015 - 25/07/2015

Weitere Formate und Veröffentlichungen


E-Book "Dies irre Geglitzer in Deinem Blick"
Dies irre Geglitzer in Deinem Blick

111 Gedichte
Als E-Book erschienen am 12.10.2015 bei Hoffmann und Campe



Kindle-Edition bei amazon.de: http://www.amazon.de
EPUB bei buecher.de: http://www.buecher.de

Über das Buch

Sie erzählen vom „Böhmischen Wind“, vom „Trost der Dinge“ und vom „Soundtrack des Frühlings“. Matthias Politycki hat für seinen sechsten und bislang umfangreichsten Gedichtband die Tresenhocker und Dauergrantler zusammengerufen; die ewig von ihrer Sehnsucht Getriebenen und gegen ihre Wehmut Anschweigenden sind mit Liebesbekenntnissen verschiedenster Art dabei; aber auch „Freund Hein und andere Gefährten“ mit ihren dunklen Versen: Ein ganzes Weltpanoptikum an lyrischem Personal feiert sein Weltgericht in lakonischen und fröhlichen Paraden, in freien und gebundenen Versen, in Sonetten, Liedern oder Haikus, Rubais oder Grabinschriften. Das kann auch ganz schön schräg sein, etwa wenn Rudi Schachtlmacher vom „Schweigen der Lämmer“ erzählt oder ein namenlos Getriebener die „Ballade auf den Schuhschrank meiner Frau“ singt. Doch dann lacht man wieder über den „Vögelkönig“ und bekommt schließlich am „südlichen Rand der Stadt“ auch noch diesen radikal tiefsinnigen „Asahi-Blues“ geschenkt. So vielfältig, welthaltig und sprachmächtig können Gedichte sein.

Inhalt

Das makellose Gedicht

I. Dieser schwüle Nachmittag damals. Vier Sorten Schmerz
Ende der Sommerzeit
Wenn du den Schmerz gibst …
Irgendwo auf dieser wundersam weiten Welt
Geteilt haben
Hohelied
Ihr Makel ist …
Auf eine, die vorübergeht
Die Durchtriebenheit des Regens im Norden
Dieser schwüle Nachmittag damals, als dann abends der Blitz einschlug
Baldurs Blau
Yuccapalmenanfall
Geteilt haben
Das Krokuswunder

II. Die Mühen der Ebene
Erwachsen werden (♂)
Kleinstadtplaza
Adilettenmänner
Was dem Norden abgeht
Falsche Versprechungen
So oder anders hätte es gewesen sein können
Hinter dem Licht und den Dingen
Duschen um viertel nach drei
Ich bin auch nur einer …
Zwei Sorten Zuneigung
Über den richtigen Umgang mit Geliebten (♂)
Nebel

III. Am Abgrund des Alltags
Männer mit blutigen Schürzen (I)
S-Bahnstation mit Sperlingsgezirp
Was dem Süden abgeht
Dreiklang
Semiotik (I)
Abendgesellschaft
Über den richtigen Umgang mit Liebhabern (♀)
Die salzige Wahrheit der Tränen
Unsre Stelle

IV. Schneller Wechsel
Graue Hügel, gelbes Grasland, egal
Schneller Wechsel
Fieberphantasie (I)
Pfauendämmerung
Himmelfahrtspektakel
Oktobermißmut
Die schottische Sekunde
Endlich auf Skarø!
Kurzer Schwächeanfall
Jurtengaudi
Fieberphantasie (II)

V. Asahi-Blues. Verse vom südlichen Ende der Stadt
Was man so hört
Die Raben
Der Mann und der Baum
Das große Nichts am Nachmittag im September
Fleißig Tee trinken, das Unauffällige tun, den Dingen näher rücken
Fünf-Uhr-Enttäuschung
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Am Ende kommt nicht mal ein Kellner
Nachtseitensonett
Ausgehmeile
Meditationsmusik nach Mitternacht
Mein Sake ist traurig

VI. Freund Hein. Und andere Gefährten
Klarer Treffer
Soundtrack des Frühlings
Pathetische Anwandlung
Fernzauber
Wie dein Totenhemd riechen wird
Eine Art Vorhaltung
Augenmerk
Im Moment
Ein Tag voll Sonne und Wind
Zwischenlandung
Letzte Lüge
Auf dem Totenbett (du)
So viel Sonne

VII. Trost der Dinge
Erwachsen werden (♀)
Ballade auf den Schuhschrank meiner Frau
Die Funkelkönige
Mittel gegen Zerknirschtheit
Die schottische Stunde
Ursprung des philosophischen Empirismus
Kleine Fähre nach Skarø
Ballade auf meine Wanderschuhe

VIII. Radikalsymmetrische Gedichte
Ein Gedicht über Stachelschweinstacheln
Der Vögelkönig
Auch im Pamir lacht man über gute Witze
Kleinanzeigenmantra
Angenehme Verwirrungen
Gesang aufs MacBook Pro
An Pizza Anna Blume
Durst
Kleinewörtersonett
Ein Anschluß unter dieser Nummer
Bislang unbesungene Meisterleistungen

IX. Vorvorletztes
Männer mit blutigen Schürzen (II)
Totale Sonnenfinsternis
Semiotik (II)
Auf dem Totenbett (ich)
Grabinschrift (I)
Grabinschrift (II)
Meine Mutter
Kein Wort über die Scherben tags drauf
Vorvorletztes

X. Am Ende kommt immer der Kellner
Kleine Knabberei am Straßenrand
Das Schweigen der Lämmer
Böhmischer Wind
carpe noctem
Penners Nachtlied
Leeres Glas
Am Ende bleibt immer der Kellner

XI. Letzte Liebe. Drei Sorten Schmerz
Die Geliebte
Die Ehefrau
Der Mann

Am Ende kommt immer der Kellner

Leseprobe

Das makellose Gedicht

Wenn ich die Augen schließe, bist du da
in deiner ganzen zärtlich wilden Pracht
und bringst mich Nacht für Nacht für Nacht
um meinen Schlaf. Wie ich dich hasse, pah!

Dich schönste aller möglichen Schimären,
nach deren Hebungen ich mich verzehre
und deren Senkungen erst recht begehre,
du schlimmste aller möglichen Affären –

Erlösung bringt mir erst die schwarze Schwelle
und gleich dahinter dann das gleißend Helle,
dort endlich wirst du deine Macht verlieren,

und würdest du dich noch so glänzend präsentieren!
Auch das Vollkomm’ne muß im Licht der Ewigkeit verblassen.
Ich aber werde dich auch dort noch hassen.

Pressestimmen

„Sehr komische, wehmütige, lakonische Poesie […], alles andere als abgehoben oder weltfremd, in kurzer Form direkt aufs Herz zielend – oder auf die ironisch gehobene Augenbraue.“

(Maike Schiller, Hamburger Abendblatt, 28/4/16)

„Politycki nutzt die ganze Bandbreite des lyrischen Spektrums: von Sonetten, Liedern und Balladen reichen die Texte bis zu Haikus und offenen Formen, oft nur wenige Zeilen lang und vielfach versetzt mit Komik und Ironie.“

(Dagmar Härter, Ekz-Bibliotheksservice, Januar 2016)

„Was für Gedichte! Lebensnah, zu Herzen gehend, treffsicher. Romancier Matthias Politycki zeigt, wie wunderbar man Alltagsszenen, Stimmungen und Begegnungen in Versform beschreiben kann.“

(Julia Meyer-Hermann, BILD, 22/12/15)

„Was hilft bei hartnäckigem Weltschmerz? Natürlich so welthaltige Gedichte wie diese. Sie bieten verschreibungspflichtigen Trost in allen Fragen von Liebe und Tod.“
(Bielefelder, Dezember 2015)

„Gefühlsbetont und treffsicher […]. Gerne garniert mit einer leicht ironischen Note.“

(Julia Meyer-Hermann, Donna 1/2016)

„Das sind Gott sei Dank verständliche Gedichte, der Verrätselungsfaktor ist reduziert, und so können diese Texte als raffiniert und abwechslungsreich vom Leser identifiziert werden. […] Ob in freien und gebundenen Versen, in Balladen, Sonetten, Liedern oder Haikus: Was Matthias Politycki hier vorführt, ist souverän, sehr abwechslungsreich, einfallsreich und sehr formbewusst.“

(Salli Sallmann, kulturradio/RBB, 26/11/15)

„Seine [Polityckis] Gedichte sind frei von Metaphernprunk, sie imponieren durch Frische, Lust und alltägliche Sujets. […] Man liest die Texte fast durchwegs mit Vergnügen, und freilich sind dies keine wirklich komischen, sondern überwiegend melancholische Gedichte.“

(Ralf Sziegoleit, Frankenpost, 24/11/15)

„[Es] fällt auf, wie unverstellt und klar Politycki schreibt: Keine große metaphorische Kulissenschiebung, kein theoretischer Überbau, keine Einbettung in ein philosophisches Weltbild oder in den Trost des Glaubens. Wenn es kein Ausweichen gibt, wird es existentiell. Und wenn es existentiell wird, gewinnt die Sprache an Klarheit und Einfachheit. Das macht diese Gedichte so eindrucksvoll.“

(Hellmuth Opitz, http://www.dasgedichtblog.de, 12.11.2015)

„Da ist vieles dabei, da auch Lesern gefallen wird, die mit Gedichten sonst nicht so viel am Hut haben.“

(Kristian Thees, Der gar nicht böse Lesezirkel/SWR3, 20/10/15)

„’Dies irre Geglitzer in deinem Blick‘ und ‚Ägyptische Plagen. Gebirg und Wüste Sinai‘ enthalten alles, wofür man Matthias Politycki liebt und haßt: enorm präzise Beobachtungen menschlichen Verhaltens, eine an Dingfetischismus grenzende Beschreibungsfähigkeit, Humor und hellwache Form- und Sprachartistik.“

(Denis Scheck, Lesezeit/Deutschlandfunk, 12/8/15)

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